Der Tatort an der Kehrberghütte (Foto: SWR, Google Maps)

Urteil im Bechhofen-Prozess Zwölf Jahre Gefängnis wegen Mordes

Ein junger Mann aus Bechhofen (Südwestpfalz) muss für zwölfeinhalb Jahre hinter Gitter. Er wurde am Montag wegen Mordes an einem 19-jährigen Drogenhändler verurteilt.

In der Urteilsbegründung heißt es, der Angeklagte habe den Mord gegenüber mehreren Zeugen authentisch geschildert. Zum Zeitpunkt der Tat sei der 23-Jährige jedoch vermindert schuldfähig gewesen - durch eine Kombination aus Drogen, Alkohol und Schlafmangel.

Die Tat geschah in einer Nacht im August 2016 in der Nähe der Kehrberghütte zwischen Bechhofen und Homburg. Damit wollte der 23-Jährige laut Staatsanwaltschaft vertuschen, dass er seinem Opfer Geld und Drogen gestohlen hatte. Den Diebstahl der Drogen hatte er nach Auffassung des Gerichtes gegenüber Dritten angekündigt.

Der Prozess wird vor dem Landgericht Saarbrücken verhandelt, weil der Tatort knapp über der Landesgrenze im Saarland liegt. Die Anklage hatte eine lebenslängliche Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte sich nach Angaben eines Gerichtssprechers nicht auf ein Strafmaß festgelegt, sondern ein "weises Urteil" gefordert.

Widersprüchliche Aussagen

Im Prozess hatten sich der Angeklagte und ein Kronzeuge (31) gegenseitig beschuldigt, den Dealer umgebracht zu haben. Das Opfer soll im Schlaf mit einem Seil erdrosselt worden sein. Beide Männer behaupteten, sie hätten jeweils nur dabei geholfen, die Leiche in einem Wald in Frankreich zu vergraben. Sie wurde erst ein Jahr nach der Tat durch Zeugenhinweise gefunden und durch eine DNA-Analyse identifiziert.

Beide Männer sollen das spätere Opfer auf einer Party im Saarland kennen gelernt haben und dann in den Wald in der Nähe der Kehrberghütte gefahren sein. Beide standen zur Tatzeit unter Drogen.

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