CDU-Chef Armin Laschet (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance / dpa Oliver Berg)

Union sollte Konsequenzen aus Wahlniederlage ziehen

Junge Union Rheinland-Pfalz kritisiert Parteichef Laschet

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Der Vorsitzende der Jungen Union in Rheinland-Pfalz, Jens Münster, hat CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet vorgeworfen, die Wahlniederlage der Union zu verkennen.

Am Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl gibt es nach Ansicht von JU-Landeschef Münster nichts zu beschönigen. "Das ist eine Niederlage gewesen", räumte er im Interview mit SWR Aktuell ein.

Diese klare Einsicht teilt nach Einschätzung von Münster CDU-Chef und Kanzlerkandidat Laschet nicht. Münster sagte, er habe sich noch nicht so richtig ein Bild machen können, ob Laschet die Niederlage wirklich erkannt habe.

"Ich frage mich schon an der einen oder andere Stelle, wann denn jemand zu Armin Laschet geht und sagt: Armin, das war`s!"

SPD, Grüne und FDP haben vereinbart, am Donnerstag mit Dreiergesprächen für eine Ampel-Koalition im Bund zu beginnen. Unions-Kanzlerkandidat Laschet hatte dazu erklärt, die Union respektiere, dass es erst einmal Gespräche zwischen FDP, Grünen und SPD gebe, sie stehe aber auch zu weiteren Gesprächen bereit.

Söder: Keine Dauer-Lauerstellung der Union

CSU-Chef Markus Söder wertete die angekündigten Ampel-Gespräche allerdings als "De-facto-Absage an Jamaika". Die Union werde bei aller Gesprächsbereitschaft nicht in einer Art "Dauer-Lauerstellung" liegen. Es werde sehr wahrscheinlich keine Regierung mit der Union geben.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Münster. Er sei erstaunt, dass nach der klaren Aussage von FDP und Grünen, Gespräche mit der SPD zu führen, noch immer an "Jamaika" festgehalten werde, so der Landesvorsitzende der Jungen Union im SWR.

Münster: Opposition ist "nichts Schlimmes"

Münster sagte, er sei fest davon überzeugt, dass es nichts Schlimmes sei, in die Opposition zu gehen. Nach dem Wahlergebnis sei es eine nachvollziehbare Option, in der Opposition neue Kraft zu sammeln, neue Themen zu finden und neue Köpfe aufzubauen.

Ob und inwieweit für so einen Neuaufbau zunächst einmal Köpfe rollen müssten, sagte Münster nicht. Ende September hatte sich Münster im SWR gegen einen Rücktritt von CDU-Chef Laschet ausgesprochen. Damals hatte er gesagt, die häufigen Streitereien in der CDU um Personalfragen seien eine Zumutung gewesen. Erneute Personaldebatten seien deshalb fehl am Platz.

RLP

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