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Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion, Uwe Junge, hat überraschend das Ende seiner politischen Laufbahn angekündigt. Wie die Fraktion am Sonntag mitteilte, will Junge in den Ruhestand gehen.

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In einem persönlichen Statement von Junge heißt es, "nach reiflicher Überlegung" und "auch aus gesundheitlichen Gründen" habe er sich entschlossen, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren und nach Ablauf dieser Legislaturperiode 2021 in den Ruhestand zu gehen. In Rheinland-Pfalz wird am 14. März kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt.

Junge ist nach SWR-Informationen bereits seit Jahren gesundheitlich angeschlagen.

Vier Jahre Landesvorsitzender

Der 62-jährige ehemalige Offizier der Bundeswehr baute die AfD in Rheinland-Pfalz mit auf und war vier Jahre Landesvorsitzender der Partei (2015 bis 2019). Seit 2016 steht er an der Spitze der Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag.

Der im Kreis Mayen-Koblenz lebende Junge bedankte sich in der Mitteilung "bei allen Freunden und Weggefährten, die mich auf diesem bisweilen harten Weg begleitet und unterstützt haben".

Sprung in die Bundespolitik nicht geglückt

Junge hatte im vergangenen Jahr in die Bundespolitik wechseln wollen und war daher nicht mehr für den Landesvorsitz angetreten. Auf dem 10. Bundesparteitag der AfD im vergangenen November scheiterte Junge allerdings mit seiner Kandidatur zur Wahl in den Bundesvorstand der Partei.

Der 62-Jährige hatte sich zuvor mehrfach deutlich von Björn Höcke, dem thüringischen AfD-Landespartei- und Fraktionschef und Wortführer des rechtsnationalen "Flügels" in der Partei, distanziert.

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AfD-Chef Frisch soll wohl Spitzenkandidat werden

Zu Junges Nachfolger als Landesvorsitzender wurde Michael Frisch aus Trier gekürt. Zuvor hatte der rheinland-pfälzische Fraktionsvize Joachim Paul zugunsten Frischs verzichtet. Nach SWR-Informationen soll nun Frisch AfD-Spitzenkandidat bei der kommenden Landtagswahl werden.

Lange hatte Paul als aussichtsreichster Kandidat für den Landesvorsitz gegolten. Dann war nach Recherchen des SWR der Vorwurf laut geworden, Paul habe vor Jahren einen Beitrag für eine NPD-nahe Zeitschrift verfasst, was er bestreitet.

Paul hatte dann überraschend für den AfD-Bundesvorstand kandidiert und war beim Parteitag in Braunschweig zum Parteivize gewählt worden. Einen Zusammenhang seiner Kandidatur mit Junges Scheitern am Tag zuvor hatte Paul damals zurückgewiesen.

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