Der frühere CDU-Landesvorsitzendes Johannes Gerster ist tot. (Foto: imago images, IMAGO / Hoffmann)

Vollblutpolitiker und Israelfreund

Ehemaliger CDU-Landespolitiker Johannes Gerster tot

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Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete, Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende Johannes Gerster ist tot. Das gab die Partei in einer Pressemitteilung bekannt. Der Mainzer war auch Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Gerster wurde 80 Jahre alt. In Mainz wurde er am 2. Januar 1941 geboren. Schon in jungen Jahren war er Domsingknabe und engagierte sich später in der katholischen Jugend. Er war Bundestagsabgeordneter und in dieser Zeit auch stellvertretender Vorsitzender sowie innenpolitischer Sprecher der Fraktion. 1997 legte er alle politischen Ämter in der Landes-CDU nieder.

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In Rheinland-Pfalz wirkte der Mainzer als Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz. Zudem war der CDU-Politiker rund um die Fastnacht als Mitglied der Mainzer Ranzengarde aktiv. Zudem engagierte er sich für den Mainzer Dom und für zahlreiche ehrenamtliche Initiativen.

Klöckner: Vollblutpolitiker und Vorbild

Die CDU-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner zeigte sich erschüttert über den Tod des früheren Landesvorsitzenden. "Unsere Gedanken sind bei seiner großen und liebenswürdigen Familie und den Angehörigen, die Johannes Gerster immer so wichtig waren", erklärte Klöckner am Samstag. Gerster sei ein großartiger Mensch, ein Vollblutpolitiker und Vorbild gewesen. "Er war mir ein guter Freund und Ratgeber, er hat für seine Überzeugungen gekämpft", so Klöckner.

Auch CDU-Landtagsfraktion trauert

Die CDU-Landtagsfraktion und ihr Vorsitzender, Christian Baldauf, trauerten ebenfalls um den Verstorbenen. "Johannes Gerster war Volksvertreter mit Leib und Seele - wir verlieren eine Persönlichkeit mit großer politischer Gestaltungskraft", erklärte Baldauf.

"Unsere Gedanken sind bei Familie Gerster, bei Johannes‘ Angehörigen und Freunden - ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl. Mit dem Tod von Johannes Gerster verlieren wir auch ein großes Stück politischer Zeitgeschichte. Johannes‘ Wirken war stets durch Gradlinigkeit und Ehrlichkeit ausgezeichnet. Unerschrocken liebte er den politischen Diskurs und war ein Abgeordneter der klaren Worte. Sein unermüdlicher Einsatz und das Engagement für die deutsch-israelische Beziehung werden lange nachwirken. Schon als Jugendlicher hat er sich dafür eingesetzt und stark gemacht." Baldauf verwies auch auf Gersters Engagement für die Mainzer Fastnacht.

Schweigeminute der Ranzengarde

Die Mainzer Ranzengarde, deren Ehrengeneralfeldmarschell Gerster war, gedachte seiner mit einer Schweigeminute und der Präsident richtete einige Worte an die Gäste. Das eigentlich geplante Programm des Sommerappells fiel aus.

Verdienste um Verständigung mit Israel ausgezeichnet

Nach seinem Rückzug aus der Politik arbeitete Johannes Gerster, der schon ab 1982 Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewesen war, für die Konrad-Adenauer-Stiftung als Niederlassungsleiter in Jerusalem. Seine Verdienste um das Land und sein Ringen um die Verständigung von Israelis und Palästinensern wurden vielfach ausgezeichnet.

Unter anderen wurde Gerster 2006 vom Bürgermeister der Stadt Jerusalem der Titel "Freund der Stadt Jerusalem" verliehen. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Stadt, die an Nichtjuden verliehen wird.

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