Steigende Inzidenzwerte bei Kindern in Rheinland-Pfalz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Hans Lucas | Jean-François FORT)

Mehr Corona-Fälle unter Jüngeren

Inzidenz bei Kindern in Rheinland-Pfalz steigt stark an

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Die Inzidenzwerte bei Kindern steigen deutlich an - auch in Rheinland-Pfalz. Weit vorne liegen Pirmasens, Worms und Mainz. Zudem berichten Mediziner über schwer erkrankte Eltern.

Die Inzidenzen in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen in Rheinland-Pfalz sind alarmierend. Der Wert liegt in 16 Kreisen und kreisfreien Städten über 200. Die größte Sieben-Tage-Inzidenz hat Pirmasens mit 630,1. In Worms beträgt die Kinder-Inzidenz 500,3, in Mainz 372,3 und im Kreis Mayen-Koblenz 344,5.

Werte bei Kleinkindern ebenfalls höher

Bei den Kleinkindern bis vier Jahre steigt ebenfalls die Inzidenz dramatisch. Auch hier weist Pirmasens den höchsten Wert mit 505,6 auf. In Bad Kreuznach liegt die Inzidenz bei 401,2.

Das RKI weist darauf hin, dass es steigende Zahlen zwar in allen Altersgruppen beobachtet, der Inzidenzzuwachs bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren aber besonders hoch sei.


Ausbrüche beträfen neben privaten Haushalten auch zunehmend das berufliche Umfeld, Kitas und Schulen, heißt es im RKI-Lagebericht.

Schulschließungen in Rheinland-Pfalz ab Inzidenz von 165

Bislang galt in Rheinland-Pfalz bei hohen Inzidenzen an Schulen folgendes Vorgehen. Wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritt, beriet das Gesundheitsamt mit den Verantwortlichen vor Ort und der Schulaufsicht, ob weiter Wechselunterricht stattfinden konnte, oder ob auf Fernunterricht umgestellt werden musste.

Das hatte zur Folge, dass zum Beispiel der Kreis Neuwied (182,7) alle Schulen schloss, die kreisfreie Stadt Mainz (205) aber ihre Grundschulen weiterhin offen ließ.

Diese unterschiedlichen Entscheidungen gehören mit dem modifizierten Infektionsschutzgesetz des Bundes nun der Vergangenheit an. Schulen müssen nun ab einer Inzidenz von 165 an drei aufeinander folgenden Tagen in den Fernunterricht wechseln.

Der Verband für Bildung und Erziehung (VBE) sieht die steigenden Inzidenzwerte, vor allem bei Kindern, mit großer Sorge. "Zentral ist für uns der Gesundheitsschutz, daher betrachten wir den Grenzwert für Schulschließungen mit 165 als zu hoch", so Landesvorsitzender Gerhard Bold.

Mindestens acht Kreise müssten Schulen schließen

Bislang befanden sich aufgrund der hohen Inzidenzen Schulen in Worms, Mainz und Ludwigshafen sowie dem Kreis Neuwied, Donnersbergkreis und vereinzelt im Kreis Bad Kreuznach im Fernunterricht. Angesichts der jüngsten Zahlen, müssen nach den Regelungen des neu gefassten Infektionsschutzgesetzes aber mindestens acht Kreise und Städte die Schulen schließen.

Jüngere Corona-Patienten auf den Intensivstationen

Laut dem Mainzer Professor Fred Zepp, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), wird die Mehrzahl der Kinder nach wie vor nicht krank. Auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) verweist darauf, dass schwerste Erkrankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Verläufen Einzelfälle seien. Kinder und Jugendliche hätten meist milde Verläufe, wenn sie an Covid-19 erkrankten.

Allerdings bereitet die Situation auf den Intensivstationen vielen Medizinern große Sorgen: In Ludwigshafen seien auch viele jüngere Erwachsene, berichtet eine Oberärztin der Intensivstation am Klinikum Ludwigshafen dem SWR. Das Durchschnittsalter liege aktuell bei 58, die Woche zuvor bei 50.

Auch in Mainz werden die Corona-Patienten, damit auch die Todesopfer jünger. Jetzt stürben die jüngeren Erwachsenen, also auch Eltern von kleinen Kindern, erzählt ein Intensivpfleger dem SWR.

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