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In einer internationalen Kommission setzen sich Politiker aus verschiedenen europäischen Ländern gemeinsam für den Rhein ein. Sie wird nun 70 Jahre alt - ihr Programm "Rhein 2040" steht in den Startlöchern, um die Zukunft des Flusses klimafest zu gestalten.

Das auf der 16. Rheinministerkonferenz im Februar 2020 in Amsterdam beschlossene Programm "Rhein 2040" soll nun umgesetzt werden, wie die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) am Dienstag kurz vor ihrem Jubiläum mitteilte. Am 3. Juli wurde die dreisprachige Plenarsitzung der IKSR erstmals in einem Videokonferenzraum abgehalten. Sie hätte ursprünglich in Straßburg stattfinden sollen.

Ziel: gesunde und widerstandsfähige Gewässer

70 Jahre nach der Gründung der IKSR sind Umwelt- und Naturschutz ein hochaktuelles und breit diskutiertes Themenfeld. Dazu erklärt IKSR-Präsidentin Veronica Manfredi, ein ganzheitlicher Ansatz sei in der heutigen Zeit unabdingbar. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zur Situation vor 70 Jahren.

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Die Europäische Union stellt im Zuge des "European Green Deal" und der neuen Biodiversitäts-Strategie zusätzliche Finanzmittel bereit, die unter anderem der Wiederherstellung und Bewirtschaftung frei fließender Gewässer und Auenlebensräume zugutekommen sollen. Das von der Rheinministerkonferenz im Februar beschlossene Programm "Rhein 2040" sieht die IKSR im "Einklang mit konkreten Zielen - unter anderem zur Wiederherstellung von Flussauen, zur Verbesserung der Fischdurchgängigkeit und zur Reduzierung von Mikroverunreinigungen in den Gewässern".

Erste Schritte zur Umsetzung von "Rhein 2040"

In den Staaten im Rheineinzugsgebiet und in der IKSR werden nun die ersten Schritte ergriffen, um die Umsetzung von "Rhein 2040" in die Wege zu leiten, heißt es auf der Webseite der IKSR.

Eines der Ziele des Programms ist es, die Einträge von Mikroverunreinigungen in Form von Arzneimitteln, Röntgenkontrastmitteln und Pflanzenschutzmitteln in den Rhein und seine Nebenflüsse bis 2040 um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Rheinministerkonferenz die IKSR damit beauftragt, bis 2021 ein gemeinsames Bewertungssystem zu entwickeln. Die hierzu neu eingerichtete Expertengruppe habe im Juni ihre Arbeit aufgenommen.

Auch die Wanderung von Fischen, die entlang des Rheins sowie in seien Zuflüssen erleichtert werden soll, sei bereits in Angriff genommen worden: Die Staaten arbeiteten gemeinsam daran, die letzten verbliebenen Hindernisse für Fische zu beseitigen. In einer weiteren Expertengruppe werde derzeit mittels Satellitenbildauswertung die Entwicklung der Biotope entlang des Rheins ausgewertet.

Positive Bilanz für Vorgänger "Rhein 2020"

Auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) nahm als Mitglied der deutschen Delegation und Repräsentantin der Bundesländer an der Rheinministerkonferenz teil. Höfken ist weiterhin Vorsitzende der Flussgebietsgemeinschaft Rhein, also des Zusammenschlusses der acht Bundesländer und des Bundes im deutschen Rheineinzugsgebiet.

Ulrike Höfken (Foto: SWR)
Ulrike Höfken, die rheinland-pfälzische Umweltministerin.

"Die heißen und trockenen vergangenen Sommer haben deutlich gemacht, wie sich die Klimaerhitzung auf den Rhein auswirken kann. Deshalb ist ein Schwerpunkt des Programms "Rhein 2040" die Anpassung an den Klimawandel, insbesondere an künftige Hoch- und Niedrigwassersituationen", hielt sie zu Jahresbeginn das Ergebnis der Rheinministerkonferenz fest.

Höfken: "Sind auf einem guten Weg"

"Insgesamt sind wir auf einem guten Weg und können eine positive Bilanz aus dem Programm "Rhein 2020" ziehen", freut sich die Umweltministerin. Es habe bewirkt, dass durch Investitionen von mehr als 14 Milliarden Euro das Risiko von Schäden um ein Viertel reduziert und die Hochwasservorhersage verbessert werden konnte. Fast 600 Wanderhindernisse im Rhein und seinen Nebenflüssen seien beseitigt worden, wodurch inzwischen jährlich wieder mehrere hundert Lachse im Rhein nachgewiesen werden könnten, so Höfken weiter. Zudem seien die punktuellen Einträge von Schadstoffen deutlich reduziert und mehr als 140 Quadratkilometer Flussauen wiederhergestellt.

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