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Naturbegeisterte sind ab Freitag wieder dazu aufgerufen, das Summen, Brummen und Krabbeln in Rheinland-Pfalz zu beobachten und zu melden.

Bis zum 7. Juni kann man die gesichteten Insekten dann online unter www.insektensommer.de melden. Der Naturschutzbund NABU läutet damit die erste Runde des bundesweiten Insektensommers ein. Eine zweite Runde folgt Ende Juli.

Etwa 33.000 Insektenarten kommen in Deutschland vor. Sie sind unverzichtbar für das Ökosysteme, tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei und sind Nahrungsgrundlage für viele Tierarten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Studien zeigen jedoch, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. "Dass es um die Insekten hierzulande nicht allzu gut bestellt ist, ist längst kein Geheimnis mehr", sagt Torsten Collet, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des NABU Rheinland-Pfalz mit Sitz in Mainz.

Der NABU engagiert sich daher für den Schutz der Insekten. Hierzu ist es wichtig zu wissen, welche Insekten es im Land gibt und vor allem wie viele? Diesen Fragen soll die Mitmachaktion 'Insektensommer' auf den Grund gehen

So kann man mitmachen beim Insektenzählen

"Die Aktion möchte aber auch auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam machen und für ihren Schutz sensibilisieren", so Collet. Und hier können alle mithelfen: Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag.

Notiert und anschließend online oder per App gemeldet werden alle Insekten, die innerhalb einer Stunde am Beobachtungsplatz - ob vor der Haustür, im Park, an Gewässern, im Garten oder auf dem Balkon - entdeckt werden konnten.

Unterstützung durch eine App

Wer genau hinsieht, merkt schnell, dass die Welt der Insekten äußerst vielfältig ist. "Wer sich bei der Bestimmung der gefundenen Insekten überfordert fühlt und befürchtet, etwas Falsches zu melden, kann sich von der kostenlosen NABU-App 'Insektenwelt' mit fotografischer Erkennungsfunktion helfen lassen", sagt Collet.

"So können die Tiere einfach und schnell mit dem Smartphone fotografiert, automatisch erkannt und auch direkt gemeldet werden." Außerdem bietet die App Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen.

Auf diese acht Arten soll besonders geachtet werden

Damit vergleichbare Daten gesammelt werden können, hat der NABU acht Kernarten ausgewählt. Für die erste Zählung vom 29. Mai bis 7. Juni sind das die folgenden Arten: Tagpfauenauge, Admiral, Asiatischer Marienkäfer, Hainschwebfliege, Steinhummel, Lederwanze, Blutzikade und Gemeine Florfliege. Nach diesen acht Arten sollten die Teilnehmer auf jeden Fall suchen.

Erste Runde beim NABU-Insektensommer 2020 Auf diese Insekten sollte man besonders achten

Bilder vom Naturschutzbund Nabu zum Insektensommer (Foto: Pressestelle, Nabu / Helge May)
Den Admiral erkennt man an seinen roten Binden auf den Vorder- und Hinterflügeln. Er ist ein "Wandervogel" unter den Schmetterlingen, denn er fliegt jedes Jahr im Frühling über die Alpen zu uns nach Deutschland. Er ist häufig in Gärten, Wiesen und an Waldrändern anzutreffen. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Der asiatische Marienkäfer wurde laut Nabu seit 2002 in Deutschland gesichtet. Ursprünglich stammt er aus Asien und ist über die USA zu uns nach Europa gelangt. In Deutschland gibt es 90 Marienkäfer-Arten. Der asiatische Marienkäfer ist dabei sehr wandelbar in seinem Aussehen. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die Blutzikade lässt sich leicht durch ihre auffällige Färbung in rot und schwarz erkennen. Sie gehört zu den oft nur wenige Millimeter großen Kleinzikaden und zu den Schaumzikaden. Die Blutzikade wurde 2009 zum Insekt des Jahres gekürt. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die gemeine Florfliege erkennt man an ihren metallisch glänzenden Knopfaugen und den durchsichtigen grazilen Flügeln mit grünen Äderchen. Wegen ihrer enormen Bedeutung als Nützling wurde die gemeine Florfliege 1999 zum ersten "Insekt des Jahres" gewählt. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die Hainschwebfliege ahmt mit ihrer gelb-schwarzen Färbung eine wehrhafte Wespe nach, um sich gegen Fressfeinde zu schützen. Sie selbst hat keinen Stachel und ist völlig harmlos. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
In Deutschland gibt es insgesamt etwa 450 Schwebfliegenarten. Die erwachsenen Tiere saugen Nektar als Energiespender und fressen Pollen zur Ei-Produktion vor allem an Doldengewächsen und Korbblütlern. Pressestelle Bilder vom Naturschutzbund Nabu zum Insektensommer Bild in Detailansicht öffnen
Lederwanzen machen ihrem Namen alle Ehre, denn durch die Struktur ihrer Körperoberfläche und der braunen Grundfarbe mit Schwarztönen wirken sie wie aus Leder. Besonders an Gewässerrändern und feuchten Wiesen sind sie in großer Anzahl zu beobachten. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Steinhummeln erkennt man am samtschwarzen Körper mit einer rotbraunen Spitze am Hinterleib. Ihre Nester baut die Hummel oft unter Steinhaufen oder Mauern, wodurch sie ihren Namen erhalten hat. Pressestelle Nabu / Steinhummel Bild in Detailansicht öffnen
Tagpfauenaugen erkennt man an ihrer rotbraunen Flügelfarbe und den typischen bunten Augenfleck auf jedem Flügel. Die Schmetterlinge tummeln sich in Gärten, Parks und selbst in der Großstadt. Am wohlsten fühlen sie sich in der Nähe von Brennnesseln – der Leibspeise ihrer Raupen. Pressestelle NABU Bild in Detailansicht öffnen

So kann am Ende erkannt werden, wo die eigentlich weit verbreiteten Arten möglicherweise gänzlich fehlen. Die Ergebnisse werden dann vom NABU ausgewertet und veröffentlicht.

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