Eine Rose hängt vor der Polizeiinspektion in Kusel zum Gedenken. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Was geschah in Kusel?

Polizeiinspekteur erläutert Details zu Fall der getöteten Polizisten

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Auch rund eine Woche nach der Tötung einer jungen Polizistin und eines jungen Polizisten im Kreis Kusel kommen immer mehr Details ans Licht. Heute hat sich der Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags mit dem Fall beschäftigt.

Zu Beginn erklärte der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei, Jürgen Schmitt, warum es zwölf Minuten dauerte, bis andere Streifen am Tatort waren, obwohl die später getöteten Beamten gemeinsam mit den Besatzungen zweier weiterer Fahrzeuge unterwegs waren.

Streifenwagen zu Vorsicht angehalten

Schmitt sagte, wenn Streifen an einen Tatort geschickt würden und bekannt sei, dass dort geschossen worden sei, seien sie angehalten, zunächst zu stoppen und Schutzausrüstung anzulegen. Dazu gehörten schwere Schutzhelme und Westen sowie eine Maschinenpistole. Dadurch käme es zu Zeitverzögerungen.

Spätere Opfer riefen per Funk um Hilfe

Die beiden am frühen Morgen des 31. Januar getöteten Polizisten hatten um 4.20 Uhr an einer Kreisstraße bei Kusel ein Fahrzeug kontrolliert, zunächst über Funk von "dubiosen Personen" berichtet, die zahlreiche tote Wildtiere dabei hätten. Sie forderten Verstärkung an und riefen schließlich um Hilfe mit den Worten "Komm schnell, die schießen, die schießen".

Inspekteur Schmitt zufolge waren an dem Morgen nach der Kontrolle mit tödlichem Ausgang andere Streifen um 4.32 Uhr am Tatort. Beide Opfer, ein 29-jähriger Oberkommissar und seine 24 Jahre alte Kollegin, seien zu dem Zeitpunkt bereits tot gewesen, hätten massive Verletzungen am Kopf aufgewiesen.

Polizisten in Zivilfahrzeug unterwegs

Die zwei Beamten waren laut Aussage Schmitts uniformiert in einem zivilen Polizeiauto unterwegs, um mit zwei weiteren Polizeiwagen eine Person zu observieren. Nach früheren Angaben der Polizei ging es um die Aufklärung einer Einbruchsserie.

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Hüttner fordert mehr Polizeikräfte

Der SPD-Abgeordnete Michael Hüttner sagte im Innenausschuss, zwölf Minuten könnten in solchen Situationen unendlich lang sein. Das zeige, wie wichtig es sei, genügend Polizeikräfte zu haben, die sich notfalls sichern könnten. Da sei das Land dank der Aufstockung der Polizei auf dem richtigen Weg.

Schweigeminute im Ausschuss

Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD) sagte, angehende Polizisten würden in Rheinland-Pfalz während ihrer dreijährigen Ausbildung "vollumfänglich" auf ihren Dienst vorbereitet. Eine Gefahr für Leib und Leben lasse sich aber nie ganz ausschließen. Vor der Debatte um den Einsatz hatte der Ausschuss in einer Schweigeminute der getöteten Polizisten gedacht.

Verdächtige bereits polizeibekannt

Noch am Tattag hatte die Polizei zwei Verdächtige verhaftet. Zwei Saarländer sitzen wegen Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord und gewerbsmäßige Jagdwilderei in Untersuchungshaft. Gegen sie hat die saarländische Justiz bereits mehrfach ermittelt. Einer der beiden Männer wurde 2006 wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Jagdunfall zu einer Geldstrafe verurteilt. Der zweite Tatverdächtige ist seit 2018 dreimal verurteilt worden, unter anderem wegen Verkehrsdelikten.

Der 38-jährige Tatverdächtige schweigt bis jetzt zu den Vorwürfen. Der zweite mutmaßliche Täter, ein 32-Jähriger, sagte den Angaben zufolge aus, er sei zwar bei der Kontrolle dabei gewesen, habe aber nicht geschossen. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen aber davon aus, dass beide auf die Polizeibeamten schossen.

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