Unternehmen nutzen Inflation zur Gewinnmaximierung (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Sven Hoppe)

Preistreiber Energie und Lebensmittel

Rekord bei der Inflationsrate 2022 in Rheinland-Pfalz

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Gewusst haben wir es, jetzt ist es amtlich: Die Inflationsrate hat in Rheinland-Pfalz im Jahr 2022 Rekordwerte erreicht.

Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat für das Gesamtjahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von 7,6 Prozent errechnet. Preistreiber waren vor allem die hohen Energiepreise und die Lebensmittelkosten. Im Dezember schwächte sich die Teuerung etwas ab.

Im Dezember lag die Inflationsrate - verglichen mit dem Vorjahresmonat - bei 8,4 Prozent. Im November hatte die Teuerung noch bei 9,8 Prozent gelegen. Die Statistiker erklären den leichten Rückgang vor allem mit der Dezember-Einmalzahlung zur Entlastung von Wärme- und Gaskunden.

Allein im Dezember kletterten die Energiepreise um 23,3 Prozent. Den höchsten Anstieg hatte es hier im September mit 41,8 Prozent gegeben. Kräftige Preissteigerungen gab es im vergangenen Monat auch bei Nahrungsmitteln mit einem Plus von 20,3 Prozent.

Daten erst seit 1995

Dem Landesamt liegen nach eigenen Angaben zwar erst seit 1995 Daten vor. Zu vermuten sei aber, dass sich das Leben wie auch bundesweit 2022 in Rheinland-Pfalz so stark verteuerte wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik.

Höchster Stand seit der Wiedervereinigung

Bundesweit gesehen ist die Inflation im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im Schnitt des Jahres 2022 zum Vorjahr um 7,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt anhand einer ersten Schätzung mitteilte. Die bislang höchste Teuerungsrate in einem Gesamtjahr war in der damaligen Bundesrepublik 1951 mit 7,6 Prozent gemessen worden.

Ökonomen sehen erst 2024 Entspannung

Ökonomen machen Verbrauchern und Unternehmen trotz der staatlichen Preisbremsen wenig Hoffnung auf einen deutlichen Rückgang. Im Lauf des Jahres 2023 dürfte die monatlich gemeldete Inflationsrate zwar wieder sinken, zunächst jedoch nur graduell, so die Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib. Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen im Schnitt mit Teuerungsraten zwischen fünf und mehr als sechs Prozent. Erst 2024 dürfte der Preisdruck nach ihrer Einschätzung deutlich nachlassen.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich für einen Euro weniger leisten. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft, Einkommenszuwächse werden von der Inflation aufgezehrt.

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