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Die 32 Impfzentren in Rheinland-Pfalz können an diesem Wochenende 40.000 Spritzen gegen das Coronavirus verabreichen. Das Angebot gelte für Menschen der Prioritätsgruppen, die bereits im Termin-Pool des Landes registriert seien.

Betroffene sollten regelmäßig in ihre E-Mail-Postfächer schauen und dabei auch die Spam-Ordner kontrollieren, falls die Bestätigung für die kurzfristig anberaumten Termine nicht rechtzeitig mit der Post komme, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Eine Nachlieferung von Biontech und noch vorhandener Impfstoff von Astrazeneca und Biontech machten die Sonderaktion möglich, erläuterte Impfkoordinator Alexander Wilhelm (SPD). Wie viele Termine bereits für das Wochenende vergeben waren und wie viele zusätzliche jetzt dazukommen, konnte er bislang nicht sagen. 20.000 Impfungen pro Tag sei derzeit aber die Kapazitätsgrenze in allen 32 Zentren.

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Aufhebung der Priorisierung womöglich Ende Mai

Bätzing-Lichtenthäler hält eine Aufhebung der Prioritäten bei den Corona-Schutzimpfungen ab Ende Mai für möglich. Voraussetzung sei allerdings, dass bis dahin die vom Bund angekündigten Mengen an Impfstoff kämen und die niedergelassenen Ärzte voll mitimpfen könnten, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Mainz. Die fast 90.000 Termine für diese Zweitimpfungen in den Zentren blieben bestehen; die Betroffenen müssten sich nicht erneut melden, sagte die Ministerin. Möglich sei auf Wunsch auch eine Zweitimpfung mit Astrazeneca - dazu werde es aber dann ein individuelles Arztgespräch geben.

Die Haltung gegenüber Astrazeneca sei sehr ambivalent, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Auch manche Ältere wollten es nicht, manche Jüngere würden sich auch damit impfen lassen. Astrazeneca soll in Einzelfällen Thrombosen ausgelöst haben, vor allem bei jüngeren Frauen. Daher gab es einen vorübergehenden Impfstopp in Deutschland. Ein direkter Zusammenhang zwischen Impfung und Erkrankung ist aber noch nicht erwiesen.

Kritik am Bund

Bätzing-Lichtenthäler (SPD) kritisierte den Bund, der keine verlässlichen Informationen über Impfstoff-Lieferungen abgebe. Eigentlich solle dies immer sechs Wochen vorher feststehen, sagte sie in einer Pressekonferenz. Thomas Gebhart (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Bundestagsabgeordneter aus der Pfalz, wies die Kritik zurück. Die Bundesländer seien ständig über Lieferungen informiert. "Es gibt Dinge, die haben wir nicht in der Hand", sagte er dem SWR. Es bezog sich damit auf die Verzögerungen beim Impfstoff von Johnson & Johnson. Eigentlich hätte er Mitte April in Deutschland ausgeliefert werden sollen. Auch wegen der geringen Kontingente für die Hausärzte sehe er beim Bund keine Schuld.

Von der Verzögerung des Marktstarts von Johnson & Johnson seien in Rheinland-Pfalz rund 12.000 Impf-Dosen betroffen, sagte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler. Diese seien vor allem für Aufnahmeeinrichtungen von Asylbewerbern, Einrichtungen für Wohnungslose und Frauenhäuser gedacht, weil eine Impfung für den Vollschutz ausreiche. Auch der Johnson & Johnson-Impfstoff steht im Verdacht, vereinzelt Thrombosen ausgelöst zu haben.

Impfkoordinator: "Termine nicht einfach verfallen lassen"

Bis zu 1.000 Termine in den Impfzentren würden derzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrgenommen, sagte Impfkoordinator Alexander Wilhelm (SPD). Manche hätten vorher auch einen Termin bei ihrem Hausarzt bekommen. Er forderte die Menschen auf, die Termine in den Impfzentren zu stornieren und nicht einfach verfallen zu lassen.

Ü60-Personen der Gruppe drei können sich jetzt anmelden

Derzeit werde in den Impfzentren vor allem die Prioritätsgruppe zwei geimpft, das seien vor allem 70- bis 79-Jährige, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Anmeldungen seien aber für Gruppe drei bereits geöffnet. Allerdings könnten sich "zum aktuellen Zeitpunkt" nur Menschen registrieren, "die zwischen 60 und 69 Jahre alt sind", teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage von SWR Aktuell am Montag mit. (Wer alles zur Prioritätsgruppe drei gehört lesen Sie hier).

Von den rund 550.000 Menschen im Alter zwischen 60 und 69 Jahren hätten sich bislang aber erst 150.000 gemeldet. Die Zweitimpfungen nehmen von dieser Woche an Fahrt auf: Diese und nächste Woche seien je 40.000 und damit doppelt so viele wie vergangene Woche geplant. In den Wochen darauf seien es 60.000 und 86.000. Dazu kämen je 120.000 Erstimpfungen in dieser und der nächsten Woche.

Pilotprojekt bei der BASF

Mehr als 5.000 Krebspatienten würden zudem jetzt in den zehn Schwerpunktpraxen des Landes geimpft. Rund 4.000 BASF-Beschäftigte der Gruppe mit der zweithöchsten Priorität werden bei einem Modellprojekt auf dem Firmengelände geimpft.

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