STAND

Seit Montag können bestimmte Gruppen Termine für eine Corona-Schutzimpfung in den Impfzentren vereinbaren. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) wurden zum Auftakt knapp 28.000 Termine in Rheinland-Pfalz vergeben.

Video herunterladen (3,8 MB | MP4)

Die Ministerin sprach von einem "großen Ansturm", über den man sich sehr freue. Zu der "beeindruckenden Zahl" von 28.000 Terminvergaben seien noch 15.000 offene Anmeldungen hinzugekommen. Bei diesen seien die entsprechenden E-Mails an die Bürger verschickt worden, die Bestätigung der Empfänger stehe aber noch aus.

Angehörige von Impfinteressierten berichteten am Montagvormittag über Probleme bei den Anmeldungen. So sei die Hotline zwischenzeitlich nicht erreichbar gewesen - ebenso wenig die Internetseite. Zudem breche die Seite mitunter zusammen, und das Anmeldeverfahren sei kompliziert, hieß es. Laut Bätzing-Lichtenthäler verzeichnete die Anmeldungsseite zeitweise bis zu 500.000 Zugriffe, wodurch es zu technischen Schwierigkeiten gekommen sei. Inzwischen habe man die Probleme aber behoben.

Video herunterladen (7,7 MB | MP4)

120.000 Impfungen bis Mitte Februar geplant

Ziel sei es, bis Mitte Februar 120.000 Menschen zu impfen, so Bätzing-Lichtenthäler. Sie rief dazu auf, bevorzugt das Online-Portal für die Terminvereinbarung zu nutzen. Wer keinen Online-Zugang habe, könne die Hotline anrufen. Die Impfzentren in Rheinland-Pfalz sollen am Donnerstag mit dem Impfen beginnen.

Impfberechtigt sind derzeit Menschen über 80 Jahren sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten. Alle anderen Personen müssen warten.

CDU fordert mehr Personal für Hotline

Scharfe Kritik am Auftakt der Impfkampagne kam von CDU-Fraktionschef Christian Baldauf: "Dass der Ansturm groß wird, war klar", sagte der Christdemokrat. Er frage sich, warum die digitale Anmeldung im Vorfeld nicht ausreichend getestet worden sei.

Zudem lasse Bätzing-Lichtenthäler mit ihrer Bitte, vor allem die Online-Terminvergabe zu nutzen, gerade Senioren zurück. Denn viele von ihnen hätten keinen Internetzugang oder Angehörige, die bei der Anmeldung behilflich sein könnten. "Die vom Land installierte Hotline muss deshalb personell stärker ausgestattet werden, damit Warteschleifen nicht zur Tortur für ältere Menschen werden“, so Baldauf.

Telefonnummer und Online-Adresse für Impftermine

Die Termine können entweder über die Internetseite impftermin.rlp.de oder telefonisch vereinbart werden. Über die Rufnummer 0800/5758100 wird ein Call-Center mit bis zu 70 Beschäftigten erreicht. Es ist montags bis samstags von 8 Uhr bis 22 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen 10 Uhr und 16 Uhr besetzt.

Um eine Überlastung der Hotline und der Internetseite zu verhindern, appelliert der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium, Alexander Wilhelm (SPD), sich nur zu melden, wenn man berechtigt ist. Alle anderen müssten auf ihren Termin noch warten.

Gleich zwei Termine werden vereinbart

Das Impfzentrum wird nach Wohnortnähe ausgesucht. Es gibt gleich zwei Termine: Für die erste und die zweite Spritze, mit mindestens drei Wochen Abstand.

Alle Über-80-Jährigen wurden laut Gesundheitsministerium auch per Brief über ihre Impfberechtigung informiert. Das Schreiben soll spätestens am Dienstag in den Briefkästen liegen. Die Anmeldung alter Menschen ist auch über einen Angehörigen oder einen Vormund oder Betreuer möglich.

Personal- oder Dienstausweis nötig

Die Terminbestätigung wird zusammen mit einem Aufklärungsbogen nach Hause geschickt. Vor der Impfung müssen beim vereinbarten Termin diese Terminbestätigung und ein Personalausweis vorgelegt werden.

Wer jünger als 80 ist, aber wegen seiner beruflichen Tätigkeit zur Impfung berechtigt ist, muss auch einen Dienstausweis oder eine Bescheinigung seines Arbeitgebers vorlegen. Sonst wird er wieder weggeschickt.

Rheinland-Pfalz

Fragen und Antworten Wissenswertes zur Corona-Impfung in Rheinland-Pfalz

Von der Terminvergabe bis zur Spritze: Hier alle Details zur Organisation der Corona-Impfung in Rheinland-Pfalz. Wir sammeln fortlaufend alle wichtigen Informationen in unserem Überblick.  mehr...

Alte Menschen, die etwa bettlägerig sind, sollen dagegen von ihrem Hausarzt zu Hause geimpft werden. Sie müssen noch etwas warten: Dies soll voraussichtlich ab Mitte Januar mit einem weiteren Impfstoff möglich sein, der nicht so hohe Anforderung an die Lagerung und den Transport hat wie der von Biontech/Pfizer.

Nicht alle Pfleger wollen sich bisher impfen lassen

Seit einer Woche werden in Rheinland-Pfalz in Alten- und Pflegeheimen Bewohner und Mitarbeiter geimpft. Die Impfbereitschaft der älteren Menschen liege bei rund 90 Prozent, sagt Staatssekretär Wilhelm. Bei den Pflegerinnen und Pflegern nur bei 50 bis 60 Prozent. Es gebe aber keine valide Zahlen und sei von Einrichtung zu Einrichtung verschieden. "Wir arbeiten daran, die Akzeptanz zu steigern."

Rheinland-Pfalz

Aktuelle Lage im Land Corona-Live-Blog in RP: Filmfestival um eine Woche verschoben

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht in Rheinland-Pfalz deutlich zurück, doch das Coronavirus ist weiter das bestimmende Thema im Land. Die aktuelle Entwicklung hier im Blog.  mehr...

Trier

Corona-Schutzimpfung Umfrage in Trier: "Wollen Sie sich impfen lassen?"

Seit Montag werden die ersten Termine für die Corona-Schutzimpfung vergeben. Doch wie groß ist die Impfbereitschaft? Wir haben in der Trierer Fußgängerzone nachgefragt.  mehr...

Mainz

Kampf gegen Corona Leopoldina-Expertin aus Mainz kritisiert Impfverzögerungen

Frauke Zipp von der Akademie Leopoldina wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffs vor. Auch die FDP spricht von "erklärungsbedürftigen Vorgängen".  mehr...

STAND
AUTOR/IN