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Ab dem zweiten Quartal werden die Impfstoffmengen in Rheinland-Pfalz erheblich steigen. Das hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach dem Impfgipfel bekanntgegeben. Die CDU-Opposition bringt einen eigenen Gipfel für Rheinland-Pfalz ins Spiel.

Dreyer sagte, es sei klar geworden, dass die Hersteller mit Kooperationen alles versuchten, um möglichst viel Impfstoff zu produzieren. "Es ist aber auch klar geworden, dass es bis März nicht mehr zu einer wesentlichen Erhöhung der Impfstoffmenge kommen wird." Es werde aber zu erheblichen Erhöhungen im zweiten, dritten und vierten Quartal kommen. Im ersten Quartal werde von den drei in der Europäischen Union bisher zugelassenen Impfstoffen lediglich Biontech die Liefermenge von 8,9 Millionen auf 10,9 Millionen Dosen erhöhen können.

Impfangebot für Rheinland-Pfälzer gesichert

Allerdings versicherte Dreyer, dass bis zum 21. September jeder in Rheinland-Pfalz ein Impfangebot bekommen solle. "Wir werden alles daran setzen, dass die Menschen die Impfung sehr schnell bekommen. Da sehe ich uns sehr gut gewappnet in der Infrastruktur, auch für die Phase, wenn sehr viel Impfstoff auf uns zukommt." Man könne schon jetzt 20.000 Impfungen am Tag durchführen, aber sei auch ganz sicher in der Lage, zukünftig noch sehr viel mehr Impfstoff zu verimpfen.

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Bund und Länder einigen sich auf nationalen Impfplan

Um die Liefermengen besser vorhersehen zu können und so auch Probleme bei der Terminvergabe zu vermeiden, werde es einen nationalen Impfplan geben. Bis zum nächsten Treffen der Ministerpräsidenten am 10. Februar wolle der Bund mit den Ländern einen ersten Plan mit verlässlichen Liefermengen vorlegen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern würden in enger Absprache mit den Herstellern die Liefermengen modellieren. "Kein Hersteller kann ganz genau sagen, wie viel jede Woche kommt", führte Dreyer aus. Aber mit der Modellierung der Liefermengen werde die Planung erheblich leichter fallen.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu: "Dort, wo wir nicht nach bestem Wissen und Gewissen voraussagen können, welche Lieferungen kommen, werden wir verschiedene Szenarien entwickeln und das modellieren." So solle mehr Sicherheit entstehen, wie das Einladungsmanagement in den Ländern gehandhabt werden könne.

Plattform für Rohstoffe und Verpackungen soll Lieferketten sicherstellen

Dreyer erklärte in Mainz weiter, dass beim Impfgipfel auch Zulieferer und Impfstoff-Verpackungshersteller wie das Mainzer Unternehmen Schott eine wichtige Rolle gespielt hätten. Dort sei absehbar, dass es in Zukunft zu Engpässen kommen könnte.

Deshalb werde für den Verpackungsbereich aber auch für die in der Produktion wichtigen Rohstoffe wie Lipide eine Plattform entwickelt, die sicherstellen soll, dass die Lieferketten in Europa funktionierten. Über diese Plattform sollen laut Dreyer auch die Impfzentren und Hausärzte benötigtes Material besorgen können.

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Biontech und Astrazeneca kündigen zusätzlichen Impfstoff an

Hintergrund des Krisengipfels waren Beschwerden aus den Bundesländern, weil es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Verzögerungen bei der Lieferung von Impfstoffen gegen das Coronavirus gekommen war. In Rheinland-Pfalz mussten deshalb bereits vereinbarte Termine für Erstimpfungen wieder abgesagt und Termine für Zweitimpfungen verschoben werden.

Bereits kurz vor Beginn des Krisengipfels hatten die Hersteller Astrazeneca und Biontech/Pfizer angekündigt, ihre Lieferungen nun doch ausbauen zu können.

Baldauf fordert Impfgipfel für Rheinland-Pfalz

CDU-Fraktionschef Christian Baldauf rief nach dem Gipfel zu einer gemeinsamen nationalen Kraftanstrengung auf. Dazu bräuchte es "für die nächsten schwierigen Wochen weniger Schuldzuweisung". Jeder wisse, dass der Corona-Impfstoff ein knappes Gut sei, deshalb helfe eine fortgesetzte Erregungsspirale, die für Verunsicherung sorge, niemandem.

Von der Landesregierung wünsche er sich auch für Rheinland-Pfalz einen Impfgipfel. "Die Impflogistik wird vor Ort gestemmt. Hier wäre es wichtig, dass die Landesregierung alle Beteiligten an einen Tisch holt, um Reibungsverluste zu vermeiden. Gerade auch die Hausärzte, Vertreter der Senioren- und Pflegeheime und der Krankenhäuser müssen einbezogen werden." So könne man Probleme und Lösungen evaluieren.

Gemeinde- und Städtebund hofft auf gute Zusammenarbeit

Der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebunds Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Frieden (CDU), bewertete den Impfgipfel positiv. Es sei gut, dass alle miteinander gesprochen und sich eine gute Zusammenarbeit versprochen hätten. Pauschale Kritik helfe niemandem. "Wir müssen das gemeinsam schultern. Das Virus ist unser Gegner und jetzt ist Dampf in dem Thema. Ich glaube, das ist der richtige Weg."

Die Stimmung in den Regionen sei nicht gut. "Wir haben unter höchstem Einsatz und aller Ressourcen im Dezember diese Impfzentren aus dem Boden gestampft und sind jetzt im Standby-Modus. Das kann nicht zufriedenstellend sein", sagte Frieden. Seine innige Bitte sei jetzt, dass alle zusammenarbeiten und die notwendigen Impfdosen schnell kommen.

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