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Mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante will der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) die Anreize fürs Impfen erhöhen.

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Im SWR-Interview sagte Hoch: "Momentan sind wir noch in einer Phase, in der es viel mehr Menschen gibt, die geimpft werden wollen als Impfstoff." Deswegen seien immer noch etliche zehntausend Menschen auf der Warteliste für eine Impfung. "Aber im Sommer kann sehr schnell der Punkt kommen, dass es überall freie Termine auch in Rheinland-Pfalz gibt", so Hoch.

Für diese Phase wollen man jetzt vorbauen. Außerdem betonte Hoch, dass es im Herbst möglicherweise weniger Testmöglichkeiten als heute gebe. "Und wenn dann 'Drei G', also geimpft, getestet oder genesen, für den Besuch einer Veranstaltung gilt, ist es vielleicht auch sehr viel unkomfortabler, diese Veranstaltung zu besuchen, als wäre man geimpft."

Hoch gegen Durchimpfung von Schulkindern

"Wir wollen deutlich machen, dass der beste Schutz vor allem für unser Kinder ist, wenn sich jeder Erwachsene impfen lässt."

Zudem sei es gerade für Kinder ein guter Schutz, wenn sich möglichst viele Erwachsene impfen lassen. Eine Durchimpfung der Schulkinder lehnte der SPD-Politiker jedoch ab: "Wir werden einen Schulbesuch nicht davon abhängig machen, ob jemand geimpft ist oder nicht", sagte er der Rhein-Zeitung.

Kinderimpfung: Entscheidung von Eltern und Ärzten

Anders als bei Erwachsenen, bei denen neben dem Selbstschutz auch der Schutz der anderen eine Rolle spiele, müsse bei Kindern die Impfung allein dem Kindeswohl dienen. Die Politik dürfe nicht einfach über die Impfung von Kindern entscheiden. "Es ist allein Sache der Eltern gemeinsam mit einem Arzt, die Frage zu beantworten, ob es ihren Kindern mit einer Impfung besser geht als ohne", so Hoch.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte jüngst die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgerufen, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Impfung von Kindern zu überdenken.

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Appell: Termine absagen, wenn man schon geimpft ist

Gesundheitsminister Hoch erneuerte im SWR-Gespräch zudem seinen Appell, "dass wenn es einen Termin gibt, an irgendeiner Stelle, man bitte die anderen absagt - das gebietet die Solidarität." So hätten sich wohl viele Menschen nicht nur bei den Impfzentren des Landes angemeldet, sondern auch bei den Hausärzten. Daher gebe es an beiden Stellen einen Wartepool, der größer sei als die tatsächliche Anzahl an Menschen, die warte.

"Und das ist dann sehr ärgerlich, vor allem für die Hausärzte, dass Menschen ihren Termin nicht vorher absagen, obwohl sie schon geimpft sind. Das stellt uns vor eine logistische Herausforderung", so Hoch. Termine könnten in vielen Fällen jedoch ersetzt werden und es bleibe derzeit kein Impfstoff liegen.

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