Bei der Corona-Sonderimpaktion standen Studenten der Uni Mainz Schlange. (Foto: SWR, K. Feißt)

Noch freie Termine verfügbar

Corona-Impfaktion an Hochschulen in Rheinland-Pfalz hat begonnen

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Studierende, Azubis und andere junge Erwachsene in Rheinland-Pfalz werden seit Mittwoch in einer Sonderaktion gegen Corona geimpft. Noch sind nicht alle Termine ausgebucht.

Die Impfungen an den sechs Hochschulorten in Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz und Trier stehen allen 18- bis 27-Jährigen offen, die entweder an einer Hochschule im Land eingeschrieben sind oder ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz haben.

30.000 Dosen vom Land

Sie müssen für ihre Erstimpfung mit Personalausweis, Impfpass, Studierenden- oder Ausbildungsnachweis und ausgefülltem Aufklärungsbogen an die Hochschulen kommen.

Die Landesregierung hat für die einwöchige Aktion rund 30.000 Dosen des Impfstoffs des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens Biontech zur Verfügung gestellt: Pro Standort 5.000 Dosen und pro Tag rund 1.000. Die Zweitimpfungen sollen in fünf Wochen folgen.

Lange Schlangen in Mainz

Auf dem Mainzer Universitätscampus stellten sich die ersten jungen Leute am Mittwoch schon um 6 Uhr an, um den Piks mit Biontech zu bekommen, zwei Stunden vor Beginn der Impfungen, wie der rheinland-pfälzische DRK-Vorstand Manuel Gonzalez sagte. An den anderen Standorten habe es einen ähnlichen Andrang gegeben.

"Für mich ist das die früheste Gelegenheit, eine Impfung zu bekommen", sagte ein 22 Jahre alter Student der Wirtschaftswissenschaften in der Schlange. Im Impfpool sei er zwar registriert, habe aber noch keinen Termin. Er freue sich, "dass ein bisschen Normalität wieder zurückkehre." Die Impfung sei wie ein kleiner Feiertag. "Noch mehr bei der zweiten." An der Uni Mainz ist eine Impfung auch ohne Voranmeldung möglich.

Noch freie Impftermine verfügbar

Auch wenn die Impfaktion am Vormittag begonnen hat: Viele Termine sind noch frei. Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen meldete am Mittwoch zum Beispiel erst 260 Terminbuchungen, so der Hochschulsprecher, bei insgesamt 4.500 Studierenden. Deshalb habe die Hochschule auch weiterführende und berufsbildende Schulen sowie Ausbildungszentren angesprochen.

Auch an der Technischen Universität Kaiserslautern sind nach eigenen Angaben noch Termine verfügbar, ebenso wie an der Hochschule Koblenz. "Wir möchten jeden einladen, sich einzutragen", so Pressesprecherin Christiane Gandner. "Wir haben jetzt drei Semester hinter uns, die echt hart waren", erklärt sie. Im Wintersemester wolle man wieder mehr Präsenz am Campus ermöglichen.

Weil noch Termine frei sind, haben die Hochschule und die Universität Koblenz ihre Impfaktion inzwischen geöffnet. Impfen lassen kann sich dort ab sofort jeder Volljährige mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz.

Durchwachsene Bilanz in Trier

An der Uni Trier hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) eine durchwachsene Zwischenbilanz des ersten Tages gezogen. Laut Uni stehen 5.000 Biontech-Dosen zur Verfügung, zum Impfen registriert hätten sich bislang etwa 1.500 Studierende. Verimpft worden sind den Angaben zufolge etwas mehr als 500 Dosen. Ein AStA-Sprecher wies darauf hin, dass derzeit Klausuren geschrieben würden. Bei manchen Studierenden könne man eine gewisse Skepsis beobachten, ob Nebenwirkungen auftreten, die dann die Prüfung gefährden könnten. Die Sonder-Impfaktion war ursprünglich bis zum nächsten Mittwoch geplant, wird der Universität zufolge aufgrund der geringen Anmeldezahlen aber womöglich auf Freitag oder Montag verkürzt.

Ziel für Rheinland-Pfalz: Semesterstart in Präsenz

"Wir wollen deutlich machen, dass wir die Jugend im Blick haben", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei dem Besuch der Impfaktion in Mainz. Die jungen Leute seien die Gruppe gewesen, die in der Vergangenheit am allermeisten weggesteckt hätten.

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) ergänzte, man habe den Semesterstart in Präsenz im Blick. Auch die Ausbildungsbetriebe seien über das Angebot informiert worden.

Weiter auch Impfungen in Impfzentren möglich

Neben den Sonder-Impfaktionen können sich alle Studierende, Azubis und junge Erwachsene weiter über das Impfportal des Landes für das zuständige Impfzentrum registrieren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren eine Corona-Schutzimpfung. Aufgrund der zügigen Abarbeitung der bisherigen Warteliste sei über den Sommer eine schnelle Terminvergabe möglich, hieß es.

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