Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Impfstoff gegen Covid-19

Impfzentren in Rheinland-Pfalz schon ab Dezember

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Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat damit begonnen, die Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffes zu organisieren.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte dem SWR, schon ab Dezember werde die Infrastruktur stehen. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt werde es ein sogenanntes Impfzentrum geben. Darüber hinaus plane die Landesregierung, mobile Impfteams einzusetzen. Sie sollen vor allem in Seniorenheimen zum Einsatz kommen.

Priorisierung bei den Impfungen

Bätzing-Lichtenthäler sprach in diesem Zusammenhang von einer nötigen Priorisierung. Es sei wichtig, erst einmal die zu schützen, die höchst vulnerabel seien, sagte die Ministerin. Ziel sei es, so mehr Erkrankungen, aber auch mehr Tote, zu verhindern.

Die Impfzentren in Rheinland-Pfalz seien nötig, um einerseits diese Priorisierung einzuhalten, andererseits weil der Impfstoff eine besondere Kühlung erfordere, so Bätzing-Lichtenthäler. Neben den Impfzentren und den mobilen Impfteams sollten auch Betriebsärzte die Möglichkeit für Impfungen haben.

Bätzing-Lichtenthäler: "Wir wollen gut gerüstet sein"

Zunächst sei es aber wichtig, alle Vorbereitungen zu treffen, damit auch geimpft werden könne, sobald der Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Bätzing-Lichtenthäler im SWR. Dazu gehörten eben auch die 36 Impfzentren im Land, die bis Ende Dezember aufgebaut werden sollen - auch wenn der Impfstoff möglicherweise zu diesem Zeitpunkt noch nicht verabreicht werden könne: "Sollte es dann noch ein, zwei Wochen dauern, würden die Impfzentren stand-by stehen. Das ist nicht so schlimm wie der umgekehrte Fall. Wir wollen gut vorbereitet sein. Dafür läuft alles auf Hochtouren."

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Bund und Land teilen sich die Finanzierung

"Die Zentren werden von Bund und Land je zur Hälfte finanziert und sollen bis Mitte Dezember startklar sein", erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Der Impfstoff werde an einer zentralen Stelle bei minus 70 Grad gelagert werden. Der Bund habe sich verpflichtet, den Impfstoff zu verteilen, und es werde derzeit geklärt, ob die Bundeswehr den Transport bei minus 70 Grad unterstütze, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Die rund 180.000 Soldaten in Deutschland gehörten wie die Polizei zu den ersten Gruppen, die geimpft würden, so Innenminister Roger Lewentz (SPD).

Spritzen und Kanülen auf Vorrat

Es sei notwendig, Strukturen zu schaffen, die eine Erreichbarkeit der zu impfenden Personengruppen sicherstellten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. So habe man bereits frühzeitig Spritzen und Kanülen beschafft. Damit solle sichergestellt werden, dass in einer Anfangsphase, in der Impfungen vor allem in Impfzentren erfolgen, ausreichend Zubehör vorhanden ist. Das Ministerium geht davon aus, dass pro Impfung eine Spritze und zwei Kanülen benötigt werden.

Eine große Herausforderung liege darin, dass noch nicht abgeschätzt werden könne, wann welcher Impfstoff in welchen Mengen zur Verfügung stehe, sagte der Sprecher.

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