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Die Unternehmen in Rheinland-Pfalz wollen beim Impfen aufs Tempo drücken und bieten dem Land Hilfe an. Die vier Industrie- und Handelskammern sind vorbereitet.

Im Kern des Konzepts stehe die Einbindung von sogenannten Ankerbetrieben. Dort könnten Betriebsärzte nicht nur ganze Belegschaften impfen, sondern auch deren Angehörige und darüber hinaus auch die Mitarbeiter umliegender Firmen und die örtliche Bevölkerung, sagte Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier. Voraussetzung sei, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe.

Ziel der IHK ist es laut Glockauer, dass sich in jeder der 129 Verbandsgemeinden des Bundeslandes oder in deren Nähe mindestens ein Ankerbetrieb am Impfen beteiligt. Es gehe dabei nicht um eine Konkurrenz zu den Hausarztpraxen, sondern um eine Ergänzung. Besonders geeignet für eine Impfung in den Betrieben sei das Mittel von Johnson & Johnson, bei dem nur eine einzige Spritze reiche, sagte Glockauer.

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Neben den beiden bisherigen Standpfeilern beim Impfen - den regionalen Zentren und den Hausarztpraxen - kämen bei diesem Plan die Betriebe als "dritte Säule" hinzu.

250.000 Betriebe in Rheinland-Pfalz in den IHK

"Wir haben die Fläche und die mittelständische Struktur im Blick", sagte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel. Von den 250.000 Betrieben in Rheinland-Pfalz, die den Kammern angehören, hätten rund 150 mehr als 500 Beschäftigte. Vor allem diese seien geeignet, Ankerbetriebe zu werden. Die IHK will in den Betrieben für eine Teilnahme werben.

Die IHK geht nach eigenen Angaben davon aus, dass aufgrund aktueller Lieferplanungen möglicherweise schon im Mai mit Impfungen in größerem Stil begonnen werden könne. "Dann geht es nur noch um Geschwindigkeit. Auf diesen Zeitpunkt müsse wir hinarbeiten", betonte Rössel. Deshalb liefen jetzt schon die Vorbereitungen an.

Wirtschaft verspricht sich mehr Tempo beim Impfen

Die Wirtschaft verspricht sich durch die Pläne eine erhebliche Beschleunigung beim Impfen für den Zeitpunkt, an dem auch Menschen außerhalb der hohen Priorisierungsgruppen geimpft werden können. Es solle, so Glockauer, eine enge Absprache mit den jeweiligen Kommunen geben und mit der Landesregierung, die auch für die Logistik verantwortlich bleibe.

Allerdings müsse die Impfbürokratie auf ein Minimum zurückgeschraubt werden - etwa wie bei der innerbetrieblichen Grippeschutzimpfung, sagte er. So könnten die Mitarbeiter in den Betrieben kollektiv bei Versammlungen aufgeklärt werden, die Einzelgespräche könnten entfallen. Abgerechnet werden sollen die Impfungen auf direktem Weg über die Kassenärztliche Vereinigung.

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