IG Metall Proteste in Rheinland-Pfalz und dem Saarland: Opel, Daimler und Co. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Bundesweiter Aktionstag

IG Metall-Forderungen: Sicherheit in Stahl- und Automobilindustrie

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Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages hat die IG Metall in Kaiserslautern, Koblenz und in den saarländischen Städten Neunkirchen und Dillingen für einen sozial-ökologischen Wandel der Industrie demonstriert. Gerade die Stahl- und Automobilindustrie sei von den wirtschaftlichen Veränderungen stark betroffen.

In Koblenz sind am Freitag rund 800 Beschäftige auf die Straße gegangen, in Kaiserslautern zählte man ungefähr 700 Teilnehmer. Unter den Demonstranten befanden sich unter anderem Mitarbeiter von Daimler Trucks, Opel und ZF. Bundesweit beteiligten sich laut den Angaben der IG-Metal , über 50.000 Gewerkschafter bei den in über 50 Städten stattfindenden Protesten.

Beispiel-Forderung: Komponentenfertigung von Opel weiter in Kaiserslautern

Seit der Übernahme von Opel durch die Peugeot-Mutter PSA (die durch die Fusion mit Fiat-Chrysler zum Konzern Stellantis wurde) werden bei Opel Arbeitsplätze abgebaut und Abläufe gestrafft. Zuletzt wurden Pläne bekannt, die firmeneigenen Produktionswerke aus dem Opel-Konzern herauszulösen und an den Mutterkonzern abzugeben.

Für das Opel-Werk in Kaiserslautern fordern IG Metall und Beschäftigte den Erhalt der Komponentenfertigung. Das Vorgehen des Mutterkonzern Stellantis sei nicht akzeptabel, kritisierte Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD). Die Ausgliederungspläne an der Beschäftigtenvertretung vorbei bekannt zu machen, sei ein herber Schlag für den vertrauensvollen Dialog zwischen den Sozialpartnern, der den Standort Deutschland eigentlich auszeichne. "Als Landesregierung stärken wir den Beschäftigten den Rücken und pochen darauf, dass mit Stellantis getroffene Vereinbarungen sowie Tarifverträge und geltendes Mitbestimmungsrecht eingehalten werden", so Schweitzer am Freitag.

Arbeitsplatzabbau durch Klimaschutz?

Mit dem bundesweiten Aktionstag "FairWandel - sozial, ökologisch, demokratisch" in mehr als 50 Städten wollte die Gewerkschaft ihren Forderungen an die künftige Bundesregierung Nachdruck verleihen. Hintergrund sind die erwarteten Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft durch Klimawandel, Digitalisierung und Verschiebungen der globalen Kräfteverhältnisse. Die Gewerkschaft befürchtet einen starken Arbeitsplatzabbau unter anderem durch Klimaschutzmaßnahmen.

Am Freitagabend ist eine Kundgebung mit mehreren tausend Teilnehmern im saarländischen Völklingen angesetzt.

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SWR