STAND

Mund-Nasen-Schutz in den Pausen und Eingangskontrollen an den Toiletten - der Schulalltag in Rheinland-Pfalz wird sich deutlich verändern. Das geht aus dem neuen Hygieneplan für die Schulen hervor.

In allen Toilettenräumen müssen nach dem neuen Hygieneplan ausreichend Flüssigseifenspender und Einmalhandtücher bereitgestellt und regelmäßig aufgefüllt werden. Zumindest in den Pausen muss durch einen Lehrer eine Eingangskontrolle durchgeführt werden, damit sich nicht zu viele Schüler gleichzeitig dort aufhalten .

Landeselternvertretung kritisiert Planung

Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher, sieht die Maßnahmen kritisch. Schon vor der Pandemie gingen seine Kinder nicht auf die Schultoiletten, weil diese zu dreckig seien. Außerdem bekomme er schon jetzt viele Rückmeldungen, dass es keine Seife an den Schulen gebe oder nur wenig Desinfektionsmittel bereitgestellt werde.

In vielen Schulen gebe es auch kein warmes Wasser an den Waschbecken. Dazu komme, dass nur wenige Schulen kontaktlose Seifenspender hätten und auch an Papierhandtüchern mangele es oft. Das liege aber auch an den Schülern selbst, die damit nicht sorgsam umgehen und die Toiletten verstopfen würden.

Für ihn müssten die Sanitäranlagen zwei- bis dreimal am Tag gereinigt werden, damit die Hygienemaßnahmen eingehalten werden könnten. Auch die Einlasskontrolle in den Pausen sieht er kritisch. Das sei praxisfremd, die Schüler müssten die ganzen Pause anstehen und hätten kaum mehr Zeit zu spielen und essen.

Schülervertretung sieht Umsetzung skeptisch

Auch Aylin Gümüs vom Vorstand der Schülervertretung in Rheinland-Pfalz steht dem Plan kritisch gegenüber. Bei 80 Prozent der Sitzungen der Schülervertretungen ginge es um die Situation der Sanitäranlagen - auch schon vor der Corona-Krise. Die Hygienebedingungen seien teilweise prekär. Es fehlten Seife, Toilettenpapier und teilweise sogar Türen.

Gümüs warte darauf, dass ein konkretes Konzept vorgelegt werde, wie die Schulen die Maßnahmen umsetzen sollen. Es seien viele Arbeitsschritte notwendig und es sei fraglich, wer diese durchführen soll. Sie findet, dass die Schulen dabei alleine gelassen werden.

Lehrergewerkschaft begrüßt Hygieneplan

Weniger kritisch, aber dennoch besorgt äußert sich Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft GEW in Rheinland-Pfalz. Er begrüße es, dass es einen Hygieneplan vonseiten der Landesregierung gibt. Für ihn sei die Gretchenfrage, wie die Putzkräfte die Maßnahmen umsetzen können.

Oftmals gebe es Verträge zwischen den Schulträgern und Reinigungsfirmen. Deren Mitarbeiter hätten eine bestimmte Zeitvorgabe, während dieser sie die Wasch- und Klassenräume zu säubern hätten. Das müsse laut Hammer nun ausgesetzt werden, damit auch Türklinken, Tische und Pulte gründlich gereinigt werden. Und auch bei den Toiletten müsse sorgfältiger gereinigt werden, so der Gewerkschafter.

Hammer rät den Schulleitern, bei Unsicherheit die Gesundheitsämter miteinzubeziehen. Deren Mitarbeiter können eine Gefährdungsbeurteilung abgeben und die Schule freigeben - oder eben nicht.

Klassen werden geteilt und versetzt unterrichtet

Neben der Reinigung der Schulen gibt es weitere Maßnahmen, die das Infektionsrisiko gering halten sollen. In den Klassen sollen sich möglichst wenige Kinder gleichzeitig aufhalten. Deshalb werden die Klassenverbände geteilt und sollen jeweils wechselnd eine Woche nach dem gewohnten Stundenplan unterrichtet werden.

Für Lehrkräfte und Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören oder mit jemanden zusammenleben, der dazu zählt, soll der Präsenzunterricht freiwillig sein. Sportunterricht findet außer als Abiturfach vorerst nicht statt. Außerdem gibt es Vorschriften zur täglichen Reinigung.

Von Grundschule bis Abendkolleg Welche Schule öffnet wann in Rheinland-Pfalz?

In Rheinland-Pfalz gibt es eine Vielzahl von Schulformen, insbesondere in den höheren Jahrgängen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat jetzt genau festgelegt, welche Schule in welcher Phase wieder öffnet.  mehr...

Schüler im Schichtbetrieb Ministerium will Klassen zum Schulstart aufteilen

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium arbeitet an einem Konzept für einen Unterricht in geteilten Klassen. Wie das aussehen könnte, hat Ministerin Stefanie Hubig (SPD) im SWR erklärt.  mehr...

STAND
AUTOR/IN