STAND
AUTOR/IN

Die Hochschulen in Rheinland-Pfalz planen das Corona-Wintersemester derzeit als eine Mischung aus Online- und Präsenzlehre - und werden teilweise in puncto Erstsemesterbegrüßung und Kontaktverfolgung richtig kreativ.

Am Montag hat die Hochschule Trier das Wintersemseter 20/21 eingeleitet. Aufgrund der Corona-Situation verschoben die Universitäten in Koblenz, Mainz und Trier dagegen den Semesterstart auf Anfang November.

"Hybrides" Wintersemester geplant

Mit dem Semesterstart soll den Studierenden eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lehre angeboten werden. Zugegriffen wird dabei auf Erfahrungen mit digitaler Lehre aus dem Sommersemester - das Wintersemester soll diesmal in gründlich vorbereiteter und erprobter Form ablaufen. Online-Formate, so der stellvertretende Referatsleiter für Öffentlichkeitsarbeit der Uni Koblenz-Landau, Gerhard Lerch, bergen Chancen zu kreativer Wissensvermittlung. Auf der anderen Seite, heißt es weiter, sei jedoch der weitaus höhere zeitliche Aufwand für Lehrende und auch für Studierende nicht zu vernachlässigen.

Präsenzveranstaltungen vor allem für Erstis

Die Universität Mainz möchte insbesondere Erst- und Zweitsemestern mit Präsenzveranstaltungen die Möglichkeit geben, ihre Uni kennenzulernen, sagt die Pressereferentin der Uni Mainz, Kathrin Vogt. Eine Orientierungswoche für Erstsemester sei an der Hochschule Trier bereits durchgeführt worden, berichtet die Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit an der Uni Trier, Jutta Straubinger, dem SWR. In kleineren Gruppen von maximal 25 Studierenden seien die jungen Menschen dabei in Empfang genommen und mit Informationen versorgt worden. Anstatt der üblichen Begrüßung in der Aula habe es dieses Jahr einen Willkommen-Online-Stream gegeben.

Symbolbild online studieren (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andriy Popov / PantherMedia)
Online-Studium bleibt auch im Corona-Wintersemester ein wichtiger Bestandteil der Lehre picture alliance / Andriy Popov / PantherMedia

Kreative Kontakterfassung

Zwecks Kontakterfassung werden sich Studierende der Uni Trier mit ihren Studierendenausweisen an speziellen Lesegeräten "einchecken" können, so die Online-Redakteurin Jasmin Schwarzenbart von der Uni Trier. Gedacht sei diese Methode vor allem für größere Veranstaltungen ab 30 Personen.

Unterdessen zeigt sich die Hochschule in Trier innovativ: Hier entwickelte der Bereich Informatik eine eigene Web-Anwendung namens "Intake", mit der ohne Papier, ohne Stift und auch ohne persönliche Kommunikation die Kontaktdaten einer Person erfasst werden könnten, heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule. Dabei erhält jeder Studierende einen persönlichen QR-Code, der bei der Veranstaltung vom Veranstaltungsverantwortlichen gescannt werden könne. Das Ergebnis: Im Falle einer an Corona erkrankten Person könnten Infektionsketten mithilfe der Anwendung schnell und haargenau nachverfolgt werden.

Unsicherheit bei Studierenden

In der Studierendenschaft sei weiterhin vor allem eine Grundunsicherheit spürbar, sagt der AStA Mainz dem SWR im Gespräch. Finanziell sei noch längst nicht alles geklärt: So seien die Überbrückungshilfen vom Bund für Studierende weitestgehend eingestampft worden; durch die fortwährenden Unsicherheiten in Gastronomie und Veranstaltungsbranche die Nebenverdienste vieler Studierenden ausgefallen oder weiterhin ungewiss.

Zudem fehle einfach die Präsenz an der Uni - im Digitalen entfalle die Diskussion in den Seminaren; es fehle das soziale sowie das kulturelle Leben und der Austausch. Auch sei mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen unklar, ob und für wie lange die wenigen Präsenzveranstaltungen überhaupt möglich wären.

Rheinland-pfälzische Studierende fordern Corona darf Zukunftschancen nicht gefährden

Nach einem digitalen Semester befinden sich die rheinland-pfälzischen Studierenden nun in den Semesterferien. Zeit, um nachzufragen: Wo kann nachgebessert werden, um sie zu unterstützen?  mehr...

AStA-Referent über Studium während Corona "Studierende werden in Verschuldung oder Studienabbruch gedrängt"

Viele Studierende sind während der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten. Das liegt zum einen an der fehlerhaften Überbrückungshilfe, meint AStA-Hauptvertreter und LAK-Vertreter Raffael Plum. Aber es gibt auch noch ein anderes Problem.  mehr...

STAND
AUTOR/IN