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In Rheinland-Pfalz sind noch eine Woche Herbstferien, die Corona-Fallzahlen steigen gleichzeitig. Wie geht es an den Schulen weiter? Darüber haben die Bildungsminister beraten.

Die Ergebnisse der Kultusministerkonferenz (KMK) dazu stellte am Freitagmittag die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) vor. Sie ist derzeit Vorsitzende des Gremiums.

Keine Lüftungsgeräte für alle Schulen

Die Minister sind demnach weitestgehend bei ihrem bisherigen Konzept geblieben. "Das Lüften bleibt das A und O", sagte Hubig. Hier seien sich die Länder einig. Die Ministerin sprach sich erneut dagegen aus, flächendeckend Lüftungsgeräte an Schulen anzuschaffen und verwies auf die Beratung durch das Bundesumweltamt. Demnach sei das Stoß- und Querlüften die wichtigste Maßnahme.

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Lüftungsgeräte ergeben laut Hubig nur für Räume Sinn, in denen nicht stoßgelüftet werden kann. Als Ergänzung seien sie daher möglich. Bayern wolle Lüftungsgeräte für Schulen finanzieren, berichtete Hubig. Aber auch dort sollen sie nur punktuell eingesetzt werden.

Baldauf fordert Planungssicherheit für Schulen

Der CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf warf der rheinland-pfälzischen Ampel-Landesregierung vor, sie hätte längst entsprechende Vorbereitungen treffen können. Lüften alleine reiche nicht überall aus. Er forderte "Planungssicherheit für die Schulen zu schaffen und unverzüglich die Eignung in Frage kommender Geräte zu testen". Dabei müssten sowohl vollständige Luftreiniger verschiedener Anbieter, als auch Möglichkeiten der Prävention durch CO2-Messgeräte vom Land überprüft werden.

Masken in Bayern und Baden-Württemberg auch im Unterricht

Eine Maskenpflicht soll es an weiterführenden Schulen geben, wenn besonders viele Fallzahlen in einem Gebiet vorliegen. Auf eine konkreten Grenzwert verständigten sich die Minister nicht. Anders Bayern und Baden-Württemberg: Beide Bundesländer kündigten an, dass ab 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche Schüler ab der Klasse 5 auch im Unterricht Masken tragen müssen.

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Dass es keine gemeinsame Zahl gibt, verteidigte Hubig. "Wir müssen schauen, wie die Situation vor Ort ist." Eine regionale Beurteilung bleibe wichtig, weil die Fallzahlen von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein können. Auch gebe es Ausbrüche, die für hohe Fallzahlen in einem Kreis sorgten - etwa der Ausbruch in einer Fleischfabrik - die aber lokal beschränkt blieben und eigentlich keine Folgen auf die ganze Region hätten.

Hubig: "Schulen nicht Treiber der Pandemie"

Hubig hob während der Pressekonferenz mehrmals hervor, dass Schulen "nicht Treiber der Pandemie" seien. Für den Anstieg der Infektionszahlen seien derzeit vor allem private Feiern verantwortlich. Deshalb ergebe es keinen Sinn, bei den Schulen anzusetzen, um die Infektionszahlen zu senken. Zentral bleibe für alle Bildungsminister, dass der Präsenzunterricht weiter gehe.

Keine längeren Weihnachtsferien

Einig seien sich die Minister auch bei der Frage um längere Weihnachtsferien gewesen. "Das ist kein Beitrag, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen." Eltern und Schulen sei das nicht zumutbar. Auch organisatorisch sei der Vorschlag eine Belastung, gerade mit Blick auf die Abiturprüfungen, die etwa in Rheinland-Pfalz sehr früh im nächsten Jahr beginnen.

Unionspolitiker hatten eine Verlängerung der Weihnachtsferien in die Debatte eingebracht. Damit sollte der Schutz vor einer Infektion in der kalten Jahreszeit erreicht werden. Die Ferien sollten um zwei bis drei Wochen verlängert, die Oster- oder Sommerferien entsprechend verkürzt werden. Für Rheinland-Pfalz schloss Hubig diese Idee schon im Vorfeld aus.

Mehr Einheitlichkeit beim Abitur

Am Donnerstag hatten die Minister bereits eine engere Zusammenarbeit beim Abitur vereinbart. So sollen alle Gymnasien ab 2023 die Hälfte der Abitur-Aufgaben in zentralen Fächern wie Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache aus dem bundesweit einheitlichen Pool entnehmen. Ab 2025 soll das dann auch für naturwissenschaftliche Fächer gelten.

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