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Nach dreieinhalb Wochen Schulschließung wegen der Corona-Pandemie haben am Donnerstag die Osterferien in Rheinland-Pfalz unter besonderen Vorzeichen begonnen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob zum Ferienende am 20. April der Unterricht im Klassenraum wieder beginnen kann. Bund und Länder wollen nach Ostern zusammenkommen und über diese Frage beraten.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) dementierte Gerüchte, das Land wolle wegen der Corona-Krise die Sommerferien verschieben oder verkürzen. "Ich möchte zu diesem Zeitpunkt ganz klar sagen: Wir beabsichtigen das nicht", erklärte sie in Mainz.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Mittwoch, sie hoffe, dass nach der Konferenz mit den Ministerpräsidenten eine Entscheidung zum Vorgehen an den Schulen stehe.

Notbetreuung in den Osterferien

Das Bildungsministerium hat für die Osterferien eine Notbetreuung an Kitas und Schulen organisiert, für die sich Lehr- und pädagogische Fachkräfte freiwillig melden konnten. Damit werde den Eltern, die als Ärztinnen, Pfleger oder in anderen Berufen arbeiteten, die Möglichkeit gegeben, "ihren jetzt so wichtigen Dienst weiter zu tun", sagte Hubig und verband dies mit dem Dank bei allen Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern für ihren Einsatz in der Krise.

Hubig: "Die Situation war für alle neu"

Vor Beginn der Osterferien zog die Ministerin eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Maßnahmen. "In den letzten dreieinhalb Wochen haben unsere Schülerinnen und Schüler unter völlig neuen Bedingungen gelernt", sagte Hubig. "Ihre Eltern mussten Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen - die Situation war für alle neu und trotzdem haben alle gemeinsam sie gut gemeistert." Jetzt sei es an der Zeit, sich in den Ferien zu erholen, auch wenn das gemeinsame Feiern im größeren Familienrahmen ausfalle, keine Gottesdienstbesuche möglich seien und geplante Urlaubsreisen ausfielen.

Dauer

Philologenverband: "Schulleitungen hängen besonders in der Luft"

Mit Beginn der Osterferien sei es für Lehrerinnen und Lehrer extrem schwierig, sich auf die Zeit danach vorzubereiten, sagte die Landesvorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz. "Die Schulleitungen hängen besonders in der Luft, sie müssen viele verschiedene Pläne in der Schublade haben, um auf alles vorbereitet zu sein."

Während der bisherigen Schulschließungen hätten pro Woche mindestens zwei Kursarbeiten geschrieben werden müssen. Nach einer Wiedereröffnung der Schulen werde es schwierig sein, die geforderten Leistungskurs- und Grundkursarbeiten zu schreiben. "Der ganze Plan ist durcheinandergewürfelt worden."

Lehrerverband fordert Klarheit

Wenn die Schulen wieder geöffnet werden könnten, komme es zunächst vor allem darauf an, dass sich Klassen und Oberstufenkurse neu zusammenfinden könnten, sagte Schwartz. Eine Entlastung wäre es, die Zeugniskonferenz wenn möglich in die letzte Schulwoche vor den Sommerferien zu verlegen.

Die Erfahrung der vergangenen Wochen habe gezeigt, "dass wir mit dem digitalen Unterricht - egal wie gut er ist - an gewisse Grenzen stoßen", sagte Schwartz. Daher gebe es die Bitte an die politisch Verantwortlichen, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen.

Lösung für Zeit nach den Ferien gesucht

Eine besondere Sorge gelte den G8-Gymnasien mit acht- statt neunjähriger Gymnasialzeit. Dort beginnen die schriftlichen Abiturprüfungen am 30. April und enden am 20. Mai. In diesem Zeitraum wäre es dort sinnvoll, die Schulen zunächst nur für die Abiturienten zu öffnen, sagte Schwartz.

Eine klare Linie zur Wiedereröffnung der Schulen forderte auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE), dessen Mitglieder vor allem an den Grundschulen unterrichten. Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Bold wünschte sich "eine gemeinsame und gute Lösung für die Zeit nach den Osterferien".

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