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Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig hat offiziell den Vorsitz der Kultusministerkonferenz übernommen. Eines ihrer Ziele: zentrale Elemente des Abiturs stärken.

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Sendedatum
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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Bildungspolitik ist Ländersache, und entsprechend schwierig ist oft die Abstimmung - etwa bei den Terminen für die Sommerferien oder der Frage nach einem bundesweiten Zentralabitur. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) suchen die Bundesländer nach gemeinsamen Wegen. Nun hat die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) turnusgemäß für ein Jahr den Vorsitz übernommen.

Hubig für mehr Vergleichbarkeit im Abitur

Im SWR sprach sich Hubig am Donnerstag für eine Stärkung zentraler Elemente des Abiturs in Deutschland aus. Es sei zwar wichtig, den Föderalismus in Deutschland weiterhin zu bewahren. Das habe sich in den Bundesländern bewährt. Gleichzeitig fände sie es aber wichtig, "dass wir mehr Vergleichbarkeit haben, dass wir uns gerade mit Blick aufs Abitur noch stärker annähern".

Zwar gebe es heute schon zentrale Elemente im Abitur, die alle Länder hätten, trotzdem müsse verstärkt gleicher Stoff abgefragt werden. Hubig wehrte sich dagegen, dass durch eine Stärkung des Zentralabiturs Bildungsstandards abgesenkt würden. "Es geht darum, vielleicht ein paar mehr zentrale Elemente bei der Abiturprüfung zu haben - bei Beibehaltung der Eigenheiten". Der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin gehe es darum, "dass das Abitur vergleichbar ist". Ihre Ministerkollegen erlebe sie so, "dass sie genau das Gleiche auch wollen."

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Hubig für engere Zusammenarbeit der Länder

Hubig kündigte an, sich zudem für eine engere Zusammenarbeit der Bundesländer in der Schulpolitik einzusetzen: Es müsse Ziel aller Bundesländer sein, dass alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland sicher lesen, schreiben und rechnen könnten, sagte Hubig. Dies müsse unabhängig davon sein, ob sie aus einer wohlhabenden Familie kommen oder nicht. Die letzte Pisa-Studie zeige, dass das in Deutschland immer noch nicht der Fall sei. Das sei eine Aufgabe, an der die Bundesländer gemeinsam arbeiten müssten, so die SPD-Politikerin, auch wenn jedes Bundesland über seine Bildungspolitik allein entscheiden könne.

Motto "Europa - (er)leben und gestalten"

Außerdem will Hubig in ihrer Amtszeit für Europa werben. Für viele Kinder und Jugendliche seien die Vorteile wie offene Grenzen und einheitliche Währung selbstverständlich. Dass das alles einmal hart errungen worden sei und auch verteidigt werden müsse, sei vielfach in Vergessenheit geraten. Ein freies, friedliches Europa ohne Grenzen sei keine Selbstverständlichkeit. Für das kommende KMK-Jahr habe sie daher das Motto "Europa – (er)leben und gestalten" gewählt.

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