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Nach den Gaststätten dürfen auch die Hotels in Rheinland-Pfalz etwa acht Wochen nach dem Shutdown wieder öffnen. Was müssen Touristen beachten?

Der Betrieb ist nur unter Auflagen erlaubt. Hallenbad und Sauna sind erstmal tabu. Außenpools und Fitnessräume dagegen können bald wieder genutzt werden. Und es sind noch viele Zimmer in den zehn Tourismusregionen des Landes für den Sommerurlaub frei, wie Dehoga-Landeschef Gereon Haumann sagt.

Was ist die Rechtsgrundlage?

Seit heute dürfen Hotels in Rheinland-Pfalz wieder touristische Gäste beherbergen. Das sieht die 6. Corona-Bekämpfungsverordnung der Landesregierung vor. Die Einzelheiten regelt eine Handreichung für das Gastgewerbe von Wirtschafts- und Gesundheitsministerium, Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Rheinland-Pfalz sowie den Industrie- und Handelskammern. Bislang hatten weniger als eine Handvoll für Geschäftsreisende geöffnet.

Öffnen alle Hotels?

Jeder Betrieb müsse sich überlegen, ab wann sich eine Öffnung für ihn lohne, sagt Haumann. Viele der rund 4.000 Betriebe gingen nicht gleich, sondern erst am Mittwoch oder Donnerstag zum Himmelfahrt-Wochenende wieder an den Start. Andere warteten noch eine gute Woche länger bis Pfingsten.

Können Wellness-Bereiche genutzt werden?

Die Außenbäder in den Hotels dürfen am 27. Mai wieder öffnen. Sauna und Hallenbäder müssen jedoch bis 10. Juni geschlossen bleiben. Der Dehoga fordert, wenigstens das Datum für die Hallenbäder vorzuverlegen, weil sonst viele Touristen nach Österreich abwandern könnten. Massagen sind erlaubt. Ab dem 27. Mai sollen Fitnessstudios unter Auflagen wieder öffnen dürfen, demnach könnten dann auch Fitnessgeräte in Hotels wieder genutzt werden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Wer darf mit wem ins Zimmer?

Die Kontaktbeschränkungen wirken sich auf die Belegung der Zimmer eigentlich nicht aus, denn nach den Lockerungen dürfen Menschen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit Kontakt haben. Ein Dreibettzimmer mit drei Personen aus unterschiedlichen Haushalten ist allerdings nicht gestattet. In Rheinland-Pfalz müssen auch keine Zimmer leer bleiben oder Leerzeiten zwischen zwei Belegungen eingehalten werden.

Wie werden mögliche Infektionsketten zurückverfolgt?

Um dies im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus zu gewährleisten, müssen ähnlich wie Gastrobetriebe auch Hotels die Kontaktdaten aller Gäste pro Reservierung oder Anmeldung erfassen - also Name, Vorname, Anschrift und Telefonnummer. Diese Daten müssen einen Monat aufbewahrt werden, dürfen aber nicht für andere Zwecke verwendet werden, heißt es in der Handreichung. Dies bedeutet nach Darstellung von Dehoga-Landespräsident Haumann überhaupt keinen Mehraufwand für die Hotels, diese müssten schon aus steuerlichen Gründen Meldebescheinigungen aufheben.

Wie bereiten sich Hoteliers vor?

Das Koblenzer Hotel "Jan van Werth": "Am kompliziertesten ist das Frühstück", sagt Inhaber Brian Auersbach. Buffet sei nicht mehr erlaubt, deshalb gebe es jetzt nach den Wünschen der Gäste vorgefertigte Platten, die am Platz serviert würden. Im Restaurant des kleinen Hotels mit 14 Zimmern stehen nur noch vier Tische, es gibt feste Frühstückszeiten für die Gäste. Abstands- und Hygieneregeln seien schon in den vergangenen Wochen umgesetzt worden. Viele Gäste hätten ihren Sommerurlaub abgesagt, Neubuchungen gebe es kaum noch.

Hotel "Heinz" in Höhr-Grenzhausen: Inhaberin Christina Heinz berichtet von etlichen Stornierungen für Mai und Juni. Der Saunabereich ist geschlossen, bei kosmetischen Gesichtsbehandlungen müssen die Mitarbeiter sich und den Gast doppelt schützen - mit einer FFP2-Maske und einem Gesichtsvisier. Die Zimmer werden jetzt vor Anreise fast 60 Minuten grundgereinigt. "Eine solche Sonderreinigung machen wir normalerweise einmal im Monat", berichtet Heinz.

Welche Hygienevorschriften gibt es?

Gäste müssen vor dem Betreten des Hotels sowie des Restaurants am Eingang die Hände desinfizieren. Auf den Wegen im Hotel - den Fluren, der Lobby und dem Speisesaal etwa - ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. "Die Laufwege können sich kreuzen", begründet Haumann die grundsätzliche Maskenpflicht. Abgelegt werden darf der Schutz am Tisch und natürlich in den Zimmern.

Frühstück und andere Mahlzeiten werden nicht mehr nur auf dem Zimmer, sondern im Speisesaal serviert. Hotel-Angestellte mit Gäste-Kontakt tragen ebenfalls einen entsprechenden Schutz - und auch das Reinigungspersonal in den Zimmern. "Beim Check-in werden die Kontakte zwischen Mitarbeitern und Gästen und der haptische Kontakt zu Bedarfsgegenständen auf das Notwendige beschränkt", heißt es in der Handreichung.

Abstandsmarkierungen und Abtrennungen sollen einen geregelten und sicheren Gästeverkehr sichern. Gegenstände in den Zimmern, die von einer Mehrzahl von Gästen benutzt werden, wie etwa Stifte, Zeitungen, Tagesdecken oder Kissen sollen auf ein Minimum reduziert werden oder nach jeder Benutzung gereinigt oder ausgewechselt werden.

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