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Für einen vollständigen Regelbetrieb nach den Ferien soll laut Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) die Abstandsregel fallen. Auch weitere Hygienevorgaben sollen angepasst werden. Doch wo ist der überarbeitete Hygieneplan?

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Rheinland-Pfalz mahnt, der von Bildungs- und Gesundheitsministerium aktualisierte verbindliche Hygieneplan für die Schulen müsse dringend vorgelegt werden, damit Schulen die Planungen für das nächste Schuljahr durchführen können.

Schulen und Lehrer fühlten sich im Stich gelassen

Auch der Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz schlägt Alarm. Viele Schulleitungen wären im März überfordert gewesen, sagt Landeselternsprecher Reiner Schladweiler. "Sie fühlten sich im Stich gelassen, was man auch nachvollziehen kann: Freitagabend die Meldung - 'ab Montag ist alles dicht'- war verdammt knapp", so Schladweiler.

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Außerdem wäre es wünschenswert für alle, wenn auch verschiedene Szenarien zeitnah mit in den Blick genommen werden, fordert der GEW-Vorsitzende Klaus-Peter Hammer. Denn der Fernunterricht müsse trotzdem umfassend mit bedacht werden. Dies bedeute unter anderem, dass an den Schulen die digitale Infrastruktur funktionieren müsse und alle Unterrichtsfächer unterrichtet würden. Unabdingbar sei, dass alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, am Bildungsprozess teilzuhaben, so Hammer.

Auch der Notbetrieb müsse verbessert werden, falls er erneut notwendig werden sollte. Dabei stehe das Recht auf Bildung an erster Stelle, ergänzt Hammer.

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Schutzausstattungen an Schulen fehlen

"Wir erwarten vielerorts von Seiten der Schulträger deutlich mehr Engagement und Verantwortungsbewusstsein für Schulen", fordert der GEW-Vorsitzende. Außerdem fordere die GEW vom Land die notwendigen Vorgaben und Hilfestellungen zum Gesundheitsschutz.

"Wir stellen leider allzu häufig fest, dass Schulträger wichtige Schutzausstattungen wie geeignetes Desinfektionsmittel, notwendige Plexiglaswände oder auch ausreichend Personal für die erforderlichen Reinigungstätigkeiten nicht zur Verfügung stellen", erklärt Hammer.

Schulen kämpfen mit Personalknappheit

Die GEW schlägt vor, den Schulen generell die notwendigen Freiräume zu geben, um kleinere Klassen zu bilden. Bei der Personalversorgung sieht die GEW einen Mehrbedarf von bis zu 25 Prozent, um mehr individuelle Förderung und entsprechende Lerngruppen zu ermöglichen.

Auch ist sie sich sicher: "Es wird insgesamt erheblich mehr Personal an Schulen gebraucht werden." Die Zahl der Planstellen für den Vertretungspool und Einstellungsoptionen für Vertretungslehrkräfte müsse erheblich ausgeweitet werden.

Auch der Landeselternsprecher äußert sich kritisch: "Man konnte erkennen, dass die Personalknappheit im Bildungsbereich Grenzen aufzeigte." Geändert habe sich bislang nichts. "Es muss schnell eingestellt werden, damit die nach den Ferien weiterhin ausfallenden Lehrkräfte der Risikogruppe ersetzt werden können, so Schladweiler.

Leider geschehe zurzeit das Gegenteil, Zeitverträge würden nicht verlängert und die prekären Arbeitsverhältnisse hingen weiter in der Luft.

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"Wir hätten uns mehr Mut gewünscht, insbesondere die Anweisung alle Zeitverträge 'auf Vorrat' zu verlängern, weil der Ausfall ja vorprogrammiert ist", erklärt Schladweiler.

Eltern fordern Lehrerfortbildungen

Er fordert: Es müsse in den Ferien sofort ein Fortbildungsangebot in Sachen digitaler Unterricht erfolgen, vor allem für die Risikolehrkräfte, die von zuhause arbeiten müssten.

"Hier haben wir insgesamt eine riesige Baustelle vor uns, die aufgearbeitet werden muss", sagt der Landeselternsprecher. "Wir müssen der Generation, die die immensen neuen Schulden schultern soll, auch das Rüstzeug mitgeben, dieses dann auch leisten zu können."

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