Ahrtal in Trümmern von oben (Foto: SWR)

Menschen im Ahrtal frieren

Lieferprobleme bei Heizungen fürs Flutgebiet

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Die tödliche Flutkatastrophe im Ahrtal hat tausende Häuser beschädigt oder zerstört. Der Bedarf an neuen Heizungen ist gewaltig. Doch manche Flutopfer müssen monatelang darauf warten.

Mit den winterlichen Temperaturen wird für zahlreiche Flutopfer an der Ahr eine Frage immer drängender: Wann bekomme ich wieder eine funktionierende Heizung? "Natürlich haben wir Kunden, die frieren - die haben keine funktionierende Heizung", sagte der Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) im Kreis Ahrweiler, Frank Wershofen.

"Bei den Lieferfristen kommt es auf das Gerät an. Bei mehrmonatigen Fristen sind es Zulieferer-Probleme: Die großen Hersteller von Heizungen bekommen zu wenig Halbleiter. Das ist der internationale Chipmangel", erklärte der Chef eines flutgeschädigten SHK-Betriebs in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Lieferung "prioritär in die Flutgebiete"

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz verweist darauf, "fast flächendeckend" im Ahrtal mit Fragebögen unterwegs gewesen zu sein, um den Bedarf an Heizungen zu erfassen. Es seien auch "mobile Einzel- oder Wärmenetz-Übergangslösungen" angeboten worden. Heizungsfirmen in Deutschland lieferten zudem "prioritär in die Flutgebiete".

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"Tiny Houses" sollen helfen

Nach Aussage der Energieagentur geht die Zahl der Nachfragen wegen mangelnder Wärmeversorgung an der Ahr inzwischen zurück. "Wer noch keine winterfeste Wärmelösung hat, kann sich gerne unter unserer Mailadresse bedarf@energieagentur.rlp.de melden", teilte sie mit.

Für Flutopfer ohne längerfristige warme Ausweichquartiere organisieren Ahr-Kommunen zunehmend heizbare Notunterkünfte. Bad Neuenahr-Ahrweiler zum Beispiel hat nach eigenen Angaben 64 "Tiny Houses" mit jeweils 34 Quadratmetern Wohnfläche für bis zu fünf Bewohner bestellt. Auch Sinzig, Grafschaft und die Verbandsgemeinde Altenahr setzen auf solche Minihäuser. Darüber hinaus entsteht in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Containerdorf. "Das sind 16 Dreier-Lösungen mit jeweils einer Küche und einem Bad in einem mittleren Container und zwei äußeren Containern", sagte Stadtsprecher Michael Rennenberg.

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Sammelsurium von Einzellösungen

Kreishandwerker Wershofen erläuterte, im unteren Ahrtal um Bad Neuenahr-Ahrweiler sei zwar eine neue Erdgashochdruckleitung in Betrieb genommen worden. "Aber über 3.000 Gaszähler sind noch nicht in den Häusern angebracht worden." Auch hier gebe es noch Notlösungen. In den Weindörfern der mittleren und oberen Ahr hätten die Bürger bis zur Flut vor allem mit Heizöl und Flüssiggas geheizt. Nun gebe es hier ein Sammelsurium von Einzellösungen, etwa mit Holzöfen, Elektro- oder Pelletheizungen.

Wershofen, der nach eigenen Worten derzeit sieben Tage die Woche arbeitet und täglich mehr als 100 Kundenanfragen bekommt, warnt vor überstürzten Heizlösungen: "Eine Anlage muss auch zum Haus passen. Normalerweise ist sie für 15 oder 20 Jahre gedacht."

Handwerker: "Wir haben noch Kapazitäten"

Die Handwerkskammer Koblenz verwahrte sich gegen öfters zu hörende Aussagen, es gebe zu wenige Heizungsbauer. Sie verweist auf ihre Internetseite www.handwerk-baut-auf.de - hier bieten Fachfirmen aus ganz Deutschland ihre Dienste an. Die Zugriffszahlen zeigen laut der Kammer, "dass rund 80 Prozent der Handwerker sagen: 'Wir haben noch Kapazitäten.'"

Egon Linden, flutgeschädigter Heizungsbauer in Heppingen, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler, sagte: "Im Ahrtal sind tatsächlich Heizungsbauer mit Nummernschildern von ganz woanders zu sehen. Das ist eine große Hilfe. Aber zwei Hände können immer nur eine bestimmte Menge abarbeiten."

Kreishandwerker Wershofen berichtete, "dass von unseren ungefähr 55 Innungsmitgliedern 12 bei der Flut abgesoffen sind".

Bei dem Hochwasser am 14. und 15. Juli waren nach extremem Starkregen im Ahrtal 134 Menschen getötet und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört worden. Auch anderswo in Deutschland kam es zu Überschwemmungen.

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