Emser Therme in Bad Ems sind wegen Corona seit November geschlossen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Verband besorgt

Kurorte und Heilbäder in Rheinland-Pfalz noch stark angeschlagen

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Corona-Lockdown, Flutkatastrophe, steigende Energiepreise: Die vergangenen zweieinhalb Jahre haben den Heilbädern und Kurorten in Rheinland-Pfalz stark zugesetzt. Doch es gibt einen leichten Aufwärtstrend.

Während des Lockdowns mussten die Einrichtungen für mehrere Monate schließen. Viele Besucher seien fern geblieben, was sich auf die Übernachtungszahlen ausgewirkt habe, sagte eine Sprecherin des Tourismus- und Heilbäderverbands Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz zufolge sind die Gästeübernachtungen 2021 im Vergleich zu 2019 um 35 Prozent gesunken. Guido Orthen, Vorsitzender der Sektion Heilbäder und Kurorte des Verbandes, berichtet von den Sorgen der Betreiber. "Die finanzielle Situation der Heilbäder und Kurorte ist durch die Corona-Pandemie erheblich ins Wanken geraten", sagt Orthen, der zugleich Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler ist.

Alle 16 Heilbäder und Kurorte wieder geöffnet

Wichtige Einnahmen durch Tourismusbeiträge, Kurtaxen, Gästebeiträge, Parkscheine sowie Veranstaltungen seien weggebrochen. Weil die Betreiber die Infrastruktur der Einrichtungen trotz Lockdown aufrecht erhalten hätten, sei eine zusätzliche finanzielle Last entstanden. Mittlerweile haben alle 16 Heilbäder und Kurorte in Rheinland-Pfalz, die im Verband vertreten sind, wieder geöffnet.

Einschränkungen nach der Flut im Ahrtal 

Ein Besuch im Kurort in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist aber aufgrund der Folgen der Flutkatastrophe 2021 noch eingeschränkt. So bleiben die flutbeschädigten Ahr-Thermen vorübergehend geschlossen. Fünf der zwölf Kliniken seien geöffnet, teilte der Verband mit.

Leichte Erholung, aber auch hohe Energiekosten  

Der Verband blickt jedoch optimistisch auf das laufende Jahr. "Im Jahr 2022 zeichnet sich ein leichter Trend der Erholung ab", meint die Sprecherin. Trotz steigender Besucherzahlen machen die steigenden Energiekosten den Betreibern zu schaffen. "Die Zuschussbedarfe für kommunale Thermen und Badehäuser haben mehrstellige Millionenbeträge erreicht, welche die Kommunen zu tragen haben", sagt Orthen. "Dringend erforderliche Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, wurden zurückgestellt." Um die Preise mittelfristig zu halten, seien energetische Sanierungen sowie Gelder vom Land und Bund notwendig.

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