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Annalena Baerbock soll für die Grünen als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Parteibasis aus Rheinland-Pfalz war sich vorher einig: Egal, ob Habeck oder Baerbock, die Entscheidung sei eine gute.

Die Grünen haben entschieden: Annalena Baerbock wird die erste Kanzlerkandidatin der Grünen. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte die 40-Jährige für den Spitzenposten, wie die Partei am Montag in Berlin mitteilte.

Bei der Parteibasis in Rheinland-Pfalz war im Vorfeld der Entscheidung von Aufregung keine Spur - obwohl die Grünen erstmals eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken. Stattdessen Stolz und Freude bei der Grünen-Basis im Land. Und die feste Überzeugung: Die Entscheidung wird auf jeden Fall eine gute sein, egal ob sie auf Annalena Baerbock oder Robert Habeck fällt.

"Wir sind total entspannt, weil beide eine gute Figur machen werden," berichtet Andrea Schranck. Die Sprecherin des Grünen-Kreisverbands Bad Dürkheim gesteht: "Als Frau wünsche ich mir Annalena Baerbock, ich bin aber auch Habeck-Fan." Beide hätten das Zeug, eine gute Kanzlerin oder ein guter Kanzler zu sein.

Grüner Traum: Doppelspitze im Kanzleramt

Sie halte Baerbock für eine Powerfrau, die sich auch durchsetzen könne, sagt Andrea Schranck. Für sie wäre es auch ein Zeichen der Zeit, eine Frau ins Rennen zu schicken. Dennoch schließt sie nicht aus, dass Habeck die besseren Chancen hätte als Kanzlerkandidat, unter anderem weil er gut reden könne und charismatisch sei. Am besten, so Schranck, fände sie eine grüne "Doppelspitze im Kanzleramt".

Im Kreisverband Bad Dürkheim gibt es laut Schranck keine klare Präferenz für Baerbock oder Habeck. In den vergangenen Monaten sei auch gar nicht die Zeit gewesen, die Frage auszudiskutieren, unter anderem wegen der Landtagswahl und der Corona-Beschränkungen.

"Ein Luxusproblem, zwei wunderbare Kandidaten zu haben"

Dürfte er entscheiden, dann wäre auch Christoph Benze für eine grüne Doppelspitze im Kanzleramt. Der Vorsitzende des Kreisverbands Bad Kreuznach betrachtet es als "Luxusproblem, zwei wunderbare Kandidaten zu haben". Im Kreisverband gebe es unterschiedliche Präferenzen, aber auch die einhellige Meinung, dass beide den Kanzler-Kandidaten-Job gut machen werden.

Noch vor zwei Jahren hätte er sich klar für Robert Habeck ausgesprochen, sagt Benze. Aber Baerbock sei im Amt der Parteichefin gewachsen. Nun falle die Wahl deutlich schwerer. Benze sei froh, dass der Findungsprozess bei den Grünen in einem "guten Klima abläuft".

"Orientieren uns nicht an Umfragen wie die Union"

Die Lösung der K-Frage zeigt nach Überzeugung von Anna Neuhof, dass die Grünen, im Gegensatz zu früheren Jahren, sehr viel dazugelernt haben. Im Unterschied zur Union schaue ihre Partei nicht "auf Umfragen wie das Kaninchen auf die Schlange", meint die Grünen-Kreisvorsitzende in Altenkirchen.

Würde man hier die Mitglieder befragen, sei das Ergebnis für Baerbock und Habeck sicher auch ausgewogen, so Neuhof. Sie persönlich würde gerne Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin sehen und natürlich nach der Wahl auch im Kanzleramt. Damit sich beide weiter ergänzen könnten, sollte Robert Habeck dann Kanzleramtsminister werden, schlägt Anna Neuhof vor.

Die Grüne Jugend in Rheinland-Pfalz lässt sich nicht entlocken, wen sie in der K-Frage unterstützt. Die Mitglieder finden, dass "beide super Kandidaten" sind. Zudem sei man sehr glücklich, dass die Kandidaten-Findung sehr professionell ablaufe, berichtet Landesvorstands-Sprecher Jonas Volkmann. Mehr möchte er dazu nicht sagen.

Offizielle Kandidatenkür der Grünen im Juni

Die endgültige Entscheidung soll dann auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni fallen. Es wird aber erwartet, dass das höchste Parteigremium dem Vorschlag der Grünen-Spitze dann folgt.

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