Grundschüler im Wechselunterricht. (Foto: SWR)

Lage an Grund- und Förderschulen

GEW schreibt offenen Brief an Bildungsministerin Hubig

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat in einem offenen Brief an Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) die Situation der Schulleitungen an den Grund- und Förderschulen in Rheinland-Pfalz kritisiert. Die Lage sei angespannt - nicht nur wegen Corona.

In dem Brief schreibt die GEW Rheinland-Pfalz, dass Schulleiter und Schulleiterinnen im Land zunehmend überlastet seien. Die Schulleitungen müssten einerseits immer mehr Aufgaben übernehmen. Andererseits fehlten entsprechende Entlastungen.

GEW kritisiert Personalmangel und fehlende Unterstützung

Die GEW führt in ihrem Schreiben unter anderem eine zu geringe Unterstützung durch die Aufsichtsbehörde ADD an. Es fehle Personal und das führe zu einer Doppelbelastung von Schul- und Klassenleitung. Die Folge sei, so die Gewerkschaft, dass viele Schulleiter und Schulleiterinnen ihr Amt abgeben wollten. Viele fühlten sich ausgebrannt oder würden durch ihren Beruf dauerhaft krank.

Zudem kritisiert die Gewerkschaft den Umgang des Ministeriums mit den Kollegien. Oft würden die Medien früher über anstehende Veränderungen informiert als die Schulleitungen. Dies sei kein wertschätzender und vertrauensvoller Umgang.

Gewerkschaft fordert Stellvertretung in jeder Grund- und Förderschule

Die GEW fordert in ihrem Brief von der Landesregierung unter anderem, dass die Schulleitungen mehr Zeit für Schulentwicklung und pädagogische Aufgaben bekommen. In jeder Grund- und Förderschule müsse es eine stellvertretende Schulleitung geben. Die Schulen sollten personell so ausgestattet werden, dass Schulleitungen keine Klassen leiten müssten.

GEW sieht Projekt "Schule der Zukunft" gefährdet

Das Bildungsministerium hatte im November das Projekt "Schule der Zukunft" angestoßen. Dieses Projekt sieht die Gewerkschaft durch eine Überlastung der Schulleitungen gefährdet. Es fehlten Zeit und Ressourcen, um es sinnvoll zu gestalten. Bei dem Vorhaben geht es auch um die Frage, was in der Schule künftig analog oder digital laufen solle, was sich bewährt habe und was geändert werden solle.

Bildungsministerium verweist auf höhere Besoldung

Laut Bildungsministerium ist bereits in der Vergangenheit auf die wachsende Belastung der Schulleitungen reagiert worden. Unter anderem sei die Besoldung erhöht worden. Weitere Schritte würden geprüft.

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VBE-Studie vom November kommt zu ähnlichen Ergebnissen

Im November hatte eine Studie des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) ergeben, dass sich viele Schulleiter- und Schulleiterinnen bundesweit überfordert und ausgebrannt fühlen. Der VBE sieht dadurch ebenfalls die Qualität des Unterrichts an den Schulen gefährdet.

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