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In die Pflegeheime kehrt ein Stück normales Leben zurück: Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler kündigte an, dass Gemeinschaftsaktivitäten und Besuche wieder möglich werden - allerdings abhängig von der Immuniserungsquote.

Die Zahl der Geimpften in Altenheimen liegt laut Ministerium im Durchschnitt bei über 90 Prozent. Beim Personal liege die Quote bei mehr als 80 Prozent. Das erlaube, ein Stück Normalität zurückzugeben: "Konkret heißt das, dass das Leben in unseren Pflegeeinrichtungen wieder offener, und vor allen Dingen gemeinschaftlicher werden kann", sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. "Der Kampf gegen die Pandemie ist nicht nur der Kampf gegen das Virus, sondern auch der Kampf gegen die soziale Isolation", so Bätzing-Lichtenthäler. Nun könne man "den Liebsten, den Eltern und Großeltern" einen Schritt zurück in die Normalität ermöglichen.

Immunisierungsquote in Pflegeheimen in Rheinland-Pfalz entscheidend

Der Plan des Gesundheitsministeriums sieht eine Staffelung in drei Stufen je nach Immunisierungsquote vor:

  • Stufe 1: Immunisierungsquote unter 75 Prozent
  • Stufe2: Quote zwischen 75 und 90 Prozent
  • Stufe 3: Quote von mehr als 90 Prozent.

Je höher die Quote, desto mehr wird wieder in den Pflegeheimen möglich sein. In Stufe 1 können Bewohner untereinander wieder an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen - zum Beispiel gemeinsames Basteln oder Kaffeetrinken. Zudem dürfen in diesem Fall pro Tag maximal zwei Besucher aus zwei Haushalten einen Bewohner besuchen. Die Neuregelung tritt offiziell am Montag, 3. Mai, in Kraft.

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Normalität kehrt in Altenheime in Rheinland-Pfalz zurück

In der Stufe 2 werden auch Angehörige und nahestehende Personen in die Öffnungen einbezogen. Sie dürfen dann an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen. In dieser Stufe ist das Besuchsrecht noch weiter gefasst: Es dürfen pro Tag vier Personen zu Besuch kommen.

In Stufe 3 können die Bewohner mit Besuchern an allen Aktivitäten teilnehmen, die Bewohner müssen dann auch keine Maske tragen. Es gibt dann für die Besuchsrechte nur noch eine Einschränkung: Es dürfen sich nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig im Zimmer eines Bewohners oder einer Bewohnerin aufhalten.

Bätzing-Lichtenthäler wies darauf hin, dass zum Teil noch Masken- und Abstandspflichten weiter gelten. Als immunisiert gilt laut Ministerium:

  • wer vor 14 Tagen die zweite Schutzimpfung bekommen hat
  • wer in den letzten sechs Monaten eine Corona-Infektion überwunden hat
  • wer eine Corona-Infektion überwunden und eine Schutzimpfung erhalten hat.

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Eine Million Erstimpfungen in Rheinland-Pfalz

Die Ministerin informierte darüber hinaus über den Fortschritt bei den Corona-Impfungen. Am Dienstagabend sei die Schwelle von einer Million bei den Erstimpfungen überschritten worden. Außerdem seien alle Menschen aus der Priogruppe 1 geimpft worden, die eine Impfung haben wollten.

In der Priogruppe 2 seien bislang fast 170.000 Menschen aus der Gruppe der 70- bis 79-Jährigen geimpft worden. Fast alle übrigen dieser Gruppe seien mit einem Termin versorgt. Bis Mitte Mai, so Bätzing-Lichtenthäler, würden die Erstimpfungen dieser Altersgruppe abgeschlossen sein. Zudem seien weitere 57.000 Menschen aus der Prio 2 geimpft, die wegen ihrer beruflichen Tätigkeit in diese Gruppe fallen. 140.000 weitere Personen aus Prio 2, die registriert sind, sollen im Mai ihren Impftermin mitgeteilt bekommen.

Aus der Priogruppe 3 haben sich nach Ministeriumsangaben bislang 315.000 Menschen registriert.

Priorisierung wird in Rheinland-Pfalz strikt verfolgt - aber regionale Unterschiede

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler verwies darauf, dass auch weiter nach Priorisierung geimpft werde, also Prio 2 vor Prio 3. Einzige Ausnahme seien die Lehrer an weiterführenden Schulen, die in die Gruppe 3 fallen, aber jetzt und in den ersten zwei Maiwochen geimpft würden. Das betreffe aber ausschließlich die etwa 20.000 Lehrer an weiterführenden Schulen.

Die Gesundheitsministerin schränkte allerdings ein, dass es durch regionale Unterschiede dazu kommen könne, dass in einem Landkreis noch Prio 2 geimpft werde, während in einem anderen die Warteliste dieser Gruppe schon abgearbeitet ist und bereits Menschen aus Prio 3 geimpft werden. Deshalb werde sich das Ministerium im Rahmen der Verteilung der Impfdosen an die Impfzentren nochmals genauer mit den bestehenden Wartelisten beschäftigen: "Es ist schon unser Ziel, in Rheinland-Pfalz möglichst einheitlich in die Prio 3 einzusteigen." Dort, wo es noch lange Warteliste in Prio 2 gibt, solle entsprechend mehr Impfstoff hin geliefert werden.

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  • Obdachloseneinrichtungen
  • Erstaufnahmeeinrichtungen
  • Frauenhäuser
  • Maßregelvollzug
  • psychiatrische Tagesambulanzen
Stuttgart, Mainz, Berlin

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