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Im Jahr 2020 sind in Rheinland-Pfalz so viele Geldautomat gesprengt worden wie nie zuvor. Der Schaden ist immens. Gegen drei Verdächtige beginnt in Trier nun der Prozess.

Insgesamt 35 Meldungen über Sprengangriffe auf Bankfilialen verzeichnete das Landeskriminalamt im Jahr 2020 in Rheinland-Pfalz. Damit ist ein neuer Höchstwert erreichen worden. Im Jahr 2019 wurden 22 Fälle in Rheinland-Pfalz registriert, die meisten gab es zuvor mit 26 im Jahr 2018.

Die letzten drei Fälle 2020 fielen alle auf ein einziges Wochenende. Zwischen dem 12. und 13. Dezember knallte es in Olzheim im Eifelkreis Bitburg-Prüm, in der Mainzer Oberstadt und in Weißenthurm im Kreis Mayen-Koblenz.

Und auch im Jahr 2021 kam es bereits wieder in Rheinland-Pfalz zu Explosionen. Erstmals am 7. Januar in Gau-Bischofsheim. Jedoch mussten die Täter ohne Beute abziehen.

Fälle mit teils erheblichem Schaden

Fahndungserfolge der Polizei

Zuletzt verzeichnete die Polizei auch immer wieder Fahnungserfolge. Ende Juli wurde in Bornheim im Kreis Südliche Weinstraße ein 33-Jähriger festgenommen, während er die Sprengung eines Geldautomaten vorbereitet haben soll. Drei weitere Sprengungen sollen auf sein Konto gehen.

Anfang Juli hatten Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes zwei Tatverdächtige in Antweiler festgenommen, während sie die Sprengung eines Geldautomaten vorbereitet haben sollen. Sie sollen außerdem für eine Sprengung in Bernkastel-Kues verantwortlich sein.

Gegen die beiden Männer und eine Frau, die an der Planung beteiligt gewesen sein soll, startet nun in Trier der Prozess.

Filialen in Grenzregion betroffen

Vergleichweise häufig trifft es dabei Bankfillialen in den Grenzregionen. Daher gäbe es laut Landeskriminalamt mittlerweile eine internationale Zusammenarbeit mit Frankreich, Belgien, Luxemburg und Österreich.

Da es sich um ein europaweites Phänomen handelt, hat das Landeskriminalamt seit September 2019 die zentrale Ermittlungsarbeit für Rheinland-Pfalz übernommen. In der Regel übernimmt das Polizeipräsidium, in dessen Zuständigkeit die Tat fällt, die Tatortarbeit.

Taten mit schwerwiegenden Folgen

Neben dem teils enormen Sachschaden werden die Sprengungen von Geldautomaten eine ernste Gefahr für Anwohner, Passanten und Einsatzkräfte.

Welche Folgen eine Sprengung haben kann, zeigt ein Fall aus Mainz: Spezialisten mussten 2019 einen Tresor Tage nach der Straftat kontrolliert sprengen, weil sie darin noch Sprengstoffreste vermuteten. Zuvor waren Spezialkräfte aus Baden-Württemberg angereist, um es mit einem Wasserstrahlschneidegerät zu versuchen, aber ohne Erfolg.

Rund 400 Mainzer in einem Radius von 100 Metern mussten vorsichtshalber ihre Wohnungen verlassen - das gesamte Gebiet war rund neun Stunden lang gesperrt.

Farbpatronen im Geldautomat könnten Täter abschrecken

In anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, sind die Banken verpflichtet, Farbpatronen in die Geldautomaten einzubauen - bei einer Sprengung würde das Geld dann unbrauchbar. In Deutschland ist dies nicht der Fall.

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