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Neben den allgemeinen Gefahren, die das Winterwetter für Straßenverkehrsteilnehmer bereit hält, geht ein besonderes Risiko von Eisplatten auf Lastwagen aus. Für die Fahrer bedeutet das einen höheren Aufwand.

Die Lastwagenfahrer sind dafür verantwortlich, dass ihre Lkw vor Fahrtantritt verkehrssicher sind. Dazu zählt auch, dass sie sicher gehen müssen, dass keine große Masse an Eis oder Schnee auf dem Dach der Anhänger liegt. Denn wenn diese sich während der Fahrt lösen, können Eisplatten eine Gefahr im Straßenverkehr werden.

Wie 2017, als sich eine etwa ein Quadratmeter große und fünf Zentimeter dicke Eisplatte in Hachenburg im Westerwaldkreis von einem Sprinterdach löste und die Windschutzscheibe eines Autos durchschlug. Der Fahrer erlitt damals schwere Kopfverletzungen. Doch die Lastwagen-Fahrer haben oft Schwierigkeiten, ihre Fahrzeuge von Schnee und Eis zu befreien - gerade, wenn sie unterwegs sind.

Wenige Autohöfe und Raststätten bieten Räumstationen an

"Das ist kein Kavaliersdelikt", sagt Ralf Vüllings, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft für Kraftfahrer. Wenn eine große Eisplatte bei der Fahrt von den Planen rutsche, könne das brandgefährlich werden. Daher gibt es für ihn auch nur eine Schlussfolgerung: Wenn das Eis nicht entfernt ist, dürfe man nicht losfahren.

Doch nur wenige Raststätten oder Autohöfe haben eine sogenannte Schneebrücke, mit der die Fahrer problemlos auf das Dach ihres Trailers kommen. Bundesweit sind es nicht einmal 50 öffentlich zugängliche Räumstationen. In Rheinland-Pfalz ist laut einer Auflistung des Zentralen Verkehrsunfalldienstes gar keine dabei. Denn die Pächter der Rasthöfe müssen sich um die Instandhaltung und Sicherheit der Brücken kümmern.

Mit der Leiter aufs Dach steigen, birgt Gefahren

"Die Fahrer fallen dann auch im Zweifel wirklich tief"

Heiko Nagel, Verband Verkehrsgewerbe Rheinhessen-Pfalz

Damit bleibt den Fahrern meist nur, mit einer Leiter auf die Dächer zu klettern. Hiervon rät Heiko Nagel, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinhessen-Pfalz, jedoch ab. "Das sollte man nur tun, wenn eine zweite Person dabei ist, die die Leiter sichern kann." Denn bei dieser Methode besteht die Gefahr, dass die Leiter wegrutscht. "Die Fahrer fallen dann auch im Zweifel wirklich tief", so Nagel.

Auch die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) warnt vor den Gefahren bei dieser Methode. "Wir raten dringend dazu, die Leiter wenigstens mit einem Leitergurt zu sichern, damit sie weder wegrutschen noch umkippen kann", sagt Martin Küppers, zuständig für die Arbeitssicherheit.

Das sieht Vüllings anders. Für ihn seien die Leitern eine gute Möglichkeit, die Lastwagen verkehrssicher zu machen. Außerdem gebe es noch die Alternative, wenn der Anhänger nicht beladen ist, von innen die Plane hochzudrücken. Auch beheizbare Planen seien mittlerweile eine gute Alternative, so Vüllings. Diese würden laut BG Verkehr auch vermehrt bestellt.

Gewerkschaft: Regeln sollen verschärft und besser kontrolliert werden

Wenn Fahrer ihrer Pflicht, den Lkw von Schnee und Eis zu befreien, nicht nachkommen, dann sei das Faulheit, sagt Vüllings. Er erhofft sich vom Gesetzgeber, dass nachgebessert wird. "Wir haben sehr viele Kann-Bestimmungen", bei denen es heiße, der Fahrer müsse dann nicht fahren. Vüllings fordert konkrete Verbote. "Und diese müssen dann auch kontrolliert werden."

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