Der alte und neue Führerschein (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Frist für Jahrgänge 1959 bis 1964 läuft ab

Die wichtigsten Antworten zum Führerscheintausch

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Mathias Zahn

Bis Anfang 2033 sollen nur noch EU-einheitliche und fälschungssichere Führerscheine im Umlauf sein. Dafür gelten bestimmte Fristen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Warum müssen die Führerscheine umgetauscht werden?

In der Europäischen Union sollen bis Anfang 2033 nur noch einheitliche und fälschungssichere Führerscheine im Umlauf sein. Außerdem sollen alle Führerscheine künftig in einem zentralen Register erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden.

Rheinland-Pfalz

Erste Frist für Umtausch endet Auch mit altem Führerschein droht zunächst kein Bußgeld

Am 19. Januar endet die erste Umtauschfrist für alte Führerscheine. Wer mit seinem alten Lappen erwischt wird, dem droht bis zum Sommer aber kein Bußgeld. Corona sei Dank.

Wie lange ist der neue Führerschein gültig?

Die Fahrerlaubnis gilt auch künftig unbefristet. Es ist keine neue Prüfung nötig. Die neu ausgestellten Führerscheine sind allerdings nur noch 15 Jahre gültig. Dann muss wieder ein neuer Führerschein beantragt werden.

Wie viele Führerscheine sind betroffen?

Es geht um gigantische Zahlen. Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass rund 42 Millionen Führerscheine umzutauschen sind. Insgesamt gibt es etwa 15 Millionen Papier-Führerscheine und rund 28 Millionen Führerscheine im Scheckkartenformat in Deutschland. Der Umtausch passiert gestaffelt und muss bis zum 19. Januar 2033 abgeschlossen sein. Ein Gesetz regelt, welche Führerscheininhaber wann an der Reihe sind sind. Damit will der Staat den Umtausch zeitlich entzerren und einen großen Ansturm auf die Behörden mit langen Wartezeiten verhindern.

* Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind
Geburtsjahr des
Fahrerlaubnisinhabers
Tag, bis zu dem der
Führerschein umgetauscht sein muss
Vor 195319. Januar 2033
1953 bis 195819. Januar 2022
1959 bis 196419. Januar 2023
1965 bis 197019. Januar 2024
1971 oder später19. Januar 2025
* Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind
AusstellungsjahrTag, bis zu dem der
Führerschein umgetauscht sein muss
1999 bis 200119. Januar 2026
2002 bis 200419. Januar 2027
2005 bis 200719. Januar 2028
200819. Januar 2029
200919. Januar 2030
201019. Januar 2031
201119. Januar 2032
2012 bis 18. Januar 201319. Januar 2033

Wie sieht es in Rheinland-Pfalz aus?

Die Behörden auch in Rheinland-Pfalz stehen in den kommenden Jahren vor einer großen Herausforderung. Eine konkrete Zahl, um wie viele Führerscheine es im Land geht, gibt es nicht. Einige Städte haben dem SWR aber grobe Schätzungen gegeben. In der Landeshauptstadt Mainz könnten mehr als 110.000 Führerscheine zum Umtausch anstehen. In Ludwigshafen sind es geschätzt 86.000, in Koblenz etwa 73.000. Rechnerisch müssten dann zum Beispiel in Mainz in den kommenden Jahren fast 200 Führerscheine pro Woche umgetauscht werden.

Werde ich angeschrieben oder muss ich mich selbst kümmern?

Die Führerscheininhaber können sich nicht darauf verlassen, dass sie kontaktiert werden. Die Stadt Koblenz hatte alle Betroffenen der Jahrgänge 1953 bis 1958 schriftlich über die Umtauschpflicht informiert. Auch die später anstehenden Jahrgänge sollen in Koblenz benachrichtigt werden. Ein Standard ist das aber nicht. Die Führerscheininhaber müssen selbst aktiv werden, heißt es beim rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium. Den 42 Führerscheinstellen bei den Kreis- und Stadtverwaltungen sind laut Ministerium Plakate und Flyer zur Verfügung gestellt worden, damit über die Umtauschpflicht informiert werden kann.

Wer ist als Erstes vom Umtausch betroffen?

Die erste Umtauschfrist endete am 19. Januar 2022, sie galt für die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958. Bis zum 19. Januar 2023 waren dann die Jahrgänge 1959 bis 1964 an der Reihe. In den kommenden Jahren geht es gestaffelt weiter. Der Umtausch erfolgt zunächst nach Geburtsjahr und später nach Ausstellungsjahr. Bei Führerscheinen, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ist das Geburtsjahr maßgeblich. Bei Führerscheinen, die ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, zählt das Ausstellungsjahr. Eine Ausnahme gilt für alle, die vor 1953 geboren sind. Sie müssen den Führerschein erst bis zum 19. Januar 2033 umgetauscht haben. Ein freiwilliger Umtausch ist auch vor den jeweiligen Fristen jederzeit möglich. Um nichts kümmern müssen sich nur die Führerscheininhaber, deren Fahrerlaubnis ab dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde. Für sie gibt es keine Pflicht zum Umtausch.

Welche Unterlagen sind für den Umtausch nötig?

Auto- und Motorradfahrer benötigen Personalausweis oder Reisepass, den aktuellen Führerschein und ein biometrisches Passbild. Für den Antrag sind keine neue Prüfung, kein Gesundheitscheck und auch kein Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs nötig. Wurde der bisherige Führerschein nicht durch die örtliche Führerscheinstelle ausgestellt, wird zusätzlich eine sogenannte Karteikartenabschrift der Behörde gebraucht, die seinerzeit den Führerschein ausgestellt hatte.

Wie teuer ist der Umtausch?

Die Gebühr für den Umtausch in einen EU-Führerschein beträgt laut rheinland-pfälzischem Verkehrsministerium in der Regel 25,30 Euro. Dazu kommen die Kosten für das biometrische Passfoto.

Was droht, wenn ich den Führerschein nicht umtausche?

Wer als Auto- oder Motorradfahrer mit einem veralteten Führerschein erwischt wird, muss mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro rechnen. Eine Straftat ist es nicht. Zudem gilt bis zum Sommer eine Kulanzfrist.

Darf ich meinen alten Lappen behalten?

Ja. Der alte Führerschein wird von der Führerscheinstelle entwertet und kann dann wieder mitgenommen werden.

EU-Kartenführerschein ersetzt "Lappen" Meinung: Auf Glatteis zum EU-Kartenführerschein

Bis 19. Januar müssen die Jahrgänge 1959 bis 1964 ihren EU-Kartenführerschein beantragen. Die Führerscheinstellen drücken dabei die Arbeit ab, meint Martin Rupps.

19. Januar - Stichtag für Führerschein-Umtausch So kommen Sie an den neuen Lappen

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