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Monatelang waren sie während der Corona-Pandemie nicht im öffentlichen Raum präsent, jetzt sind die Aktivisten von "Fridays for Future" wieder auf die Straßen gegangen. In Mainz versammelten sich rund 1.000 Unterstützer.

"Wir sind die letzte Generation, die etwas ändern kann", sagte der Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen bei einer Auftaktkundgebung am Rheinufer in Mainz. "Wir haben 30 Jahre verloren, weil wir dachten, die Klimakrise ist etwas für Eisbären und Atmosphärenforscher", so Hirschhausen mit Blick auf die ersten Warnungen im vergangenen Jahrhundert. Der Arzt und TV-Moderator forderte ein Verbot innerdeutscher Flüge und der Stromerzeugung aus Kohle.

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Mit Hinblick auf die Corona-Krise und ihren starken Einfluss auf die öffentliche Debatte sagte Maurice Conrad, Initiator von "Fridays for Future" in Mainz: "Wir müssen uns den Debattenraum zurückerobern. Wir müssen den Menschen klar machen, dass wir nicht ihre Jobs in Gefahr bringen wollen."

Mehr Investitionen in Klimaschutz nötig

Nicht nur die Corona-Krise stelle die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen, sondern "erst recht die Klimakrise", hieß es im Aufruf der Mainzer Gruppe. Aufgrund der Klimakrise verendeten Wälder an Trockenheit. Eine Hitzewelle - die dritte in den vergangenen drei Jahren - habe "ganz Europa lahmgelegt". Statt Corona-Staatshilfen für klimaschädliche Industrien zu zahlen, gelte es, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu "Eckpfeilern aller Investitionen" zu machen.

1.000 Klimaaktivisten dürfen in Mainz kommen

Die Stadt Mainz hatte für die geplante Kundgebung nur maximal 700 Teilnehmer bei der Demo zulassen wollen. Dagegen hatte die Mainzer Ortsgruppe der Klimabewegung vor dem Verwaltungsgericht Mainz geklagt. Dem Eilantrag wurde stattgegeben. Das ausgearbeitete Hygienekonzept sei auch für 1.000 Teilnehmer ausreichend, erklärte das Gericht. Die Demonstranten in Mainz trugen Masken. Mit rot-weißen Bändern wurde die Versammlung in kleinere Blöcke unterteilt.

Weitere Aktionen unter dem Motto "Kein Grad weiter" fanden in ganz Rheinland-Pfalz statt. In Neustadt an der Weinstraße nahmen nach Angaben der Polizei 200 Menschen an einer Versammlung teil. Dabei sei alles friedlich geblieben.

In Koblenz hatte die Stadt etwa 100 Teilnehmer erwartet, gekommen waren 200 bis 300 Aktivisten. Neben Koblenz demonstrierten Menschen auch in Simmern, Altenkirchen und Diez.

In Kaiserslautern fordern die Teilnehmer unter anderem eine Verkehrswende für die Innenstadt. Nach Ansicht von "Fridays for Future" muss Kaiserslautern sein Verkehrskonzept nachhaltiger gestalten. Es sei nicht mehr zeitgemäß, den Autos in der Stadt Vorrang zu gewähren.

Aktivisten fordern sozial-ökologische Wende

An Kundgebungen beteiligten sich am Freitag auch Menschen in Bad Kreuznach, Trier, Idar-Oberstein, Worms, Frankenthal, Bad Dürkheim, Ludwigshafen und Speyer. Bundesweit waren mehr als 190 Aktionen der Schülerstreikbewegung angekündigt, die von 55 Organisationen, Verbänden und Initiativen unterstützt werden.

Mit "Die Klimakrise macht keine Pause" riefen sie dazu auf, sich einer der Aktionen anzuschließen. Gemeinsam fordern sie starke EU-Klimaziele, den Kohleausstieg bis 2030 und eine "sozial-ökologische Wende".

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