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Viele Freibäder in Rheinland-Pfalz werden am kommenden Mittwoch offenbar noch nicht öffnen. Weil der Hygieneplan des Landes noch nicht vorliegt, stocken die Vorbereitungen.

Wie der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz sowie der Verband kommunaler Unternehmen, VKU, am Mittwoch mitteilten, gibt es für eine Wiederöffnung noch einige Hürden.

Kriterien und Auflagen fehlen

So gebe es bislang von der Landesregierung noch keine Kriterien und Auflagen. Deswegen gingen die kommunalen Betreiber davon aus, dass eine Öffnung der Bäder in einer Woche nicht realistisch sei.

Ohnehin bedeute die Inbetriebnahme eines Schwimmbades mehr, als den Wasserhahn aufzudrehen. Die Vorlaufzeit betrage bei Freibädern meist zwei bis vier Wochen. Außerdem warnen Gemeinde- und Städtebund sowie VKU vor den Kosten.

Weniger Besucher, aber mehr Personal

In Corona-Zeiten werde aller Voraussicht nach nur ein Bruchteil der normalen Besucherzahl ins Bad kommen dürfen, aber gleichzeitig mehr Personal erforderlich sein. Das werde die kommunalen Haushalte belasten, heißt es in einer Mitteilung. Die Landesregierung hatte die Freibad-Öffnung vor einer Woche bekannt gegeben. Derzeit würden die Auflagen dafür erarbeitet.

"Uns wird es nicht leicht gemacht", kritisiert beispielsweise der stellvertretende Betriebsleiter des Wartbergbads in Alzey, Ingo Boos, das fehlende Hygienekonzept der Landesregierung. "Wir sitzen auf heißen Kohlen. Wir können nur spekulieren, wie so ein Konzept aussehen könnte", sagt er im SWR-Interview. Es fehle die Vorlaufzeit.

Ein Kind rutscht eine Rutsche im Mainzer Freibad (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bis wieder gerutscht werden kann, vergeht in vielen Freibädern noch einige Zeit. Picture Alliance

Eine Idee wäre es, Gäste in Drei-Stunden-Schichten ins Schwimmbad zu lassen, so Boos. 400 Gäste könnten für drei Stunden schwimmen, dann müssten sie wieder gehen. Anschließend brauche das Team eine Stunde für Reinigung und Desinfektion.

Was passiert mit Spielplätzen?

Denn die Umsetzung der zu erwartenden Vorlagen sei eine große Herausforderung. "Wir brauchen mehr Personal. Wir benötigen einen Sicherheitsdienst und genügend Reinigungspersonal." Außerdem müssten Tarife für das Schichtsystem entwickelt und Konzepte für Gäste mit Saisonkarten erstellt werden.

Boos geht zudem davon aus, dass die Spiel- und Volleyballplätze abgesperrt werden müssen. Auch die Toiletten seien ein großes Problem: "Stellen wir Reinigungskräfte ab oder vertrauen wir auf unsere Gäste, die die Toiletten nach ihrem Besuch säubern?"

Die von Boos beschriebenen Probleme teilen auf SWR-Anfrage viele Schwimmbadleiter. So zum Beispiel in Nieder-Olm, Wörrstadt und Worms: Ohne Hygieneregeln keine Pläne. Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau würde das Freibad in Nassau gerne öffnen. Über einen Öffnungstermin werde aber erst Anfang Juni beraten, hieß es.

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