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Nach dem Rückruf chinesischer Schutzmasken will das Bildungsministerium 250.000 FFP2-Masken aus rheinland-pfälzischer Produktion an den Schulen verteilen. Zuvor war bekannt geworden, dass mehr unbrauchbare Masken aus China in Umlauf kamen als bisher bekannt.

Das Bildungsministerium will nun dafür sorgen, dass Masken aus heimischer Produktion verteilt werden. Das hat Ministerin Stefanie Hubig (SPD) am Samstag mitgeteilt. Sie bedauere, dass in Rheinland-Pfalz mehr minderwertige FFP2-Masken an Schulen verteilt worden seien, als bislang angenommen.

Man müsse sich darauf verlassen können, das zertifizierte Schutzausrüstung ihrer Zertifizierung auch gerecht werde. "Umso ärgerlicher ist es, dass bei den vom Bund gelieferten Masken erneut Probleme aufgetreten sind", so Hubig. Sie könne gut verstehen, dass Lehrer darüber verärgert seien.

Man habe veranlasst, die vom Bund gelieferten Masken nicht mehr einzusetzen. Stattdessen sollen die Schulen nun insgesamt 250.000 eigens vom Sozialministerium bestellte rheinland-pfälzische FFP2-Masken ausgeliefert bekommen. "Wir machen Druck, damit vor der Rückkehr in den Präsenzunterricht neue und einwandfreie Masken vor Ort sind."

Chinesische FFP2-Masken entsprechen nicht den Vorschriften

Laut einem Schreiben des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV), das dem SWR vorliegt, entsprechen die Masken der Marke Lamdown (Modell SD-KN95) des chinesischen Herstellers Lanshan Shendun Technology nicht den gültigen Anforderungen der europäischen Verordnung über persönliche Schutzausrüstung. Sie halten demnach Coronaviren nicht ab.

Im August hatte die zuständige Marktüberwachungsbehörde SGD Süd die Maske noch als brauchbar eingestuft. "Es wurden nachträglich Tatsachen über im Ergebnis abweichende Testberichte bekannt", sodass diese Einschätzung widerrufen wurde. Wie viele fehlerhafte Masken verteilt wurden, ist unklar. Das LSJV bittet darum, sämtliche Restbestände "in Quarantäne zu nehmen und bis auf Weiteres nicht mehr zum Einsatz zu bringen."

Die Schulen im Land wurden mit den Masken versorgt, um Lehrkräfte, die Kindern und Jugendlichen etwa in Fällen der Ersten Hilfe sehr nahe kommen müssen, besser zu schützen.

Schon im Dezember 16.000 Masken zurückgerufen

Bereits im Dezember teilte das Landesamt mit, dass 16.000 der insgesamt 207.900 an Schulen gelieferten Masken unbrauchbar seien. Damals handelte es sich allerdings um einen anderen chinesischen Hersteller.

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