Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Corona-Regeln ab 3. April

Einkaufen ohne Maske - bin ich vor Corona geschützt?

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Carolin Wollschied
Carolin Wollschied ist Redakteurin bei SWR Aktuell in Rheinland-Pfalz (Foto: SWR)

Bis zum 2. April gilt in Rheinland-Pfalz weitgehend die Maskenpflicht. Danach fällt sie in vielen Bereichen weg. Die Menschen können dann selbst entscheiden, ob sie sich mit einer Maske gegen das Coronavirus schützen wollen.

Wer sich für das Tragen einer Maske entscheidet, greift am besten zu einer FFP2-Maske. "Wer im Supermarkt oder im Kino weiter eine FFP2-Maske trägt, ist damit sehr gut geschützt – auch wenn die anderen im Raum keine tragen", erklärt SWR-Wissenschaftsredakteurin Ulrike Till. Denn: Die FFP2-Masken schützen nicht nur andere, sondern auch einen selbst.

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So wird die FFP2-Maske richtig getragen

Damit sie richtig schützt, ist es sehr wichtig, dass die FFP2-Maske auch richtig getragen wird.

Im besten Fall sollte eine FFP2-Maske nur einmal verwendet werden. Wer eine FFP2-Maske mehrmals verwenden möchte, sollte sie sieben Tage nicht nutzen oder in einem Gefrierbeutel mindestens zehn Minuten auskochen. Das hat eine Studie der FH und der Uni Münster im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ergeben. Laut Bundesgesundheitsministerium müssen sie mindestens 94 Prozent der Aerosole in der Luft herausfiltern.

Studie zeigt Schutzwirkung von FFP2-Masken

Ein Forscherteam an der Uni Göttingen hat den Schutzeffekt von Masken untersucht. Das Szenario: Zwei Menschen sind mindestens 20 Minuten in einem Innenraum ohne Mindestabstand und sprechen miteinander. Davon ist eine Person infiziert. Tragen beide keine Maske, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die gesunde Person ansteckt bei mehr als 90 Prozent. Ist die gesunde Person ungeimpft, liegt das Risiko bei fast 100 Prozent.

Wenn beide aber eine FFP2-Maske tragen und diese korrekt sitzt, lag das Ansteckungsrisiko bei 0,1 Prozent. Ist die gesunde Person geimpft, ist das Risiko sogar noch gesunken.

Eine Studie der Uni Göttingen hat untersucht, wie gut Masken vor Corona schützen. Das Ergebnis: ohne Maske gibt es ein sehr hohes Risiko sich anzustecken (Foto: SWR)

Wenn beide eine FFP2-Maske tragen, die aber nicht korrekt sitzt, sodass Luft an den Seiten vorbeiströmen kann, liegt das Ansteckungsrisiko bei ca. 4 Prozent.

Außerdem haben die Forscherinnen und Forscher untersucht, wie gut medizinische bzw. OP-Masken schützen. Wenn beide Personen die medizinische Maske korrekt tragen, liegt das Ansteckungsrisiko bei 10 Prozent.

Eine Studie der Uni Göttingen hat untersucht, wie gut Masken vor Corona schützen. Das Ergebnis: FFP2-Masken sitzen sogar schlechtanliegend besser als medizinische Masken.  (Foto: SWR)

Diese Wahrscheinlichkeiten bilden die obere Grenze des Risikos ab. "Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich 10- bis 100-mal kleiner", erklärt einer der Forscher. Denn die Atemluft, die an den Rändern aus der Maske strömt, werde verdünnt.

Schutz auch bei Omikron-Variante

In der Studie wurde noch von der Delta-Variante des Coronavirus ausgegangen. In einer zweiten Studie wurden die Szenarien mit der Omikron-Variante getestet. Das Ergebnis: Gut sitzende OP- und FFP2-Masken schützen mindestens genauso gut oder sogar besser gegen Omikron wie gegen Delta.

Insgesamt hat die Studie gezeigt, dass FFP2-Masken im Vergleich zu gutsitzenden OP-Masken 75 Mal besser schützen. Aber: Auch OP-Masken senken das Risiko deutlich im Gegensatz zu gar keinen Masken. Einer der Forscher, Mohsen Bagheri, erklärt das: "Die Membranen von FFP2- oder KN95-Masken, aber auch von manchen medizinischen Masken, filtern extrem effektiv."

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Medizinische Masken schützen vor allem andere anstatt einen selbst. Dadurch dass OP-Masken nicht so eng anliegen wie FFP2-Masken können Aerosole an der Maske vorbeidrängen. Dennoch ist es wichtig, dass OP-Masken möglichst eng an Mund, Nase und Wange sitzen. Durchfeuchtete Masken sollten ausgetauscht werden und die Maske sollte beim Abnehmen nur an den Bändern angefasst werden.

Darauf sollten Sie achten

FFP2-Masken und OP-Masken unterliegen als medizinische Produkte gesetzlichen Vorgaben. Dass diese eingehalten sind, können Sie hieran erkennen:

  • OP-Masken sollten der EU-Norm EN 14683:2019-10 entsprechen.
  • FFP2-Masken sollten der EU-Norm EN 149:2001+A1:2009 entsprechen.

Alltagsmasken aus Stoff entsprechen dagegen keinen medizinischen Anforderungen und dürfen deshalb auch keine Schutzwirkung versprechen, so das Bundesgesundheitsministerium.

"Grundsätzlich kommt es immer drauf an, wie lange ich im selben Raum mit einer infizierten Person bin, wie voll es ist und ob es eine gute Belüftung gibt", sagt SWR Wissenschaftsredakteurin Ulrike Till. "Abstand halten auch mit Maske ist auf jeden Fall eine gute Idee."

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