Wartende Passagiere am Frankfurter Flughafen  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Reiseverkehr wie vor Corona

Ferienauftakt in RLP - Situation am Flughafen entspannt

STAND

Mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche sind am Freitag in Rheinland-Pfalz in die Sommerferien gestartet. Auf den Straßen und am Flughafen ist es am Wochenende voll.

Viele Familien brachen gleich nach dem letzten Schultag zu einer Urlaubsreise auf. Zeitgleich mit Rheinland-Pfalz starteten auch Hessen und das Saarland in die Ferien. Damit sind aktuell in 14 Bundesländern gleichzeitig Schulferien.

Große Staugefahr auf A61

Der ADAC erwartete darum in Deutschland eines der staureichsten Wochenenden in diesem Jahr. Zu den besonders belasteten Strecken zählten laut ADAC die Autobahnen von und zu Nord- und Ostsee, aber auch in Richtung Süden. In Rheinland-Pfalz warnt der ADAC auf der A61 (von Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen über Koblenz nach Ludwigshafen) in beiden Richtungen vor Stau. Hier finden Sie die gesamte Stauprognose für das Wochenende. Unsere aktuellen Verkehrsmeldungen aus dem Südwesten gibt es hier:

Die aktuelle Lage im Südwesten Verkehrsmeldungen für Rheinland-Pfalz

Die aktuelle Vekehrslage im Südwesten.  mehr...

Tausende Passagiere fliegen in Sommerurlaub

Am Flughafen Frankfurt war zum Ferienauftakt das Chaos befürchtet worden. Doch auch am Samstag verlief Fraport-Angaben zufolge alles nach Plan. Zwar bildeten sich vor den Check-in-Schaltern in der Abflughalle und an den Sicherheitskontrollen lange Warteschlangen. Diese seien aber zügig abgebaut worden. Die tatsächliche Wartezeit für die Passagiere sei damit überschaubar gewesen. Mit einem abgespeckten Flugplan war schon am Freitag alles einigermaßen glatt gelaufen, obwohl tausende Passagiere in den Sommerurlaub starteten.

Zusätzliche Arbeitskräfte mobilisiert

Ein Fraport-Sprecher sprach von einem geordneten, stabilen Betrieb mit punktuellen Wartezeiten. Auch die Airlines hätten zusätzliches Personal in den beiden Terminals im Einsatz, um dem hohen Passagieraufkommen gerecht zu werden.

Am größten deutschen Drehkreuz war der Flugplan deutlich ausgedünnt worden, so dass nicht so viele Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden müssen. Hauptkunde Lufthansa hatte tausende Flüge gestrichen, vor allem innerdeutsche und grenznahe Verbindungen fielen der Stabilisierung des restlichen Flugplans zum Opfer.

Für Samstag und Sonntag wurden noch einmal mehr Passagiere erwartet, bis zu 200.000 Gäste pro Tag. Am Freitag waren rund 180.000 abgefertigt worden. Die vorsorglich aufgebauten Feldbetten im Terminalbereich A blieben zunächst weitgehend ungenutzt, weil nahezu alle Flugzeuge wie geplant starten und landen konnten. Fraport bittet die Gäste, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Check-In zu sein.

Demo am Frankfurter Flughafen

Den Ferienauftakt nahm am Samstag die Gruppierung "Flughafen ArbeiterInnen" zum Anlass, um gegen die Arbeitsbedinungen am Frankfurter Flughafen zu protestieren. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten die Flughafenchefs für Personalmangel, Qualitätsmangel und Chaos am Flughafen verantwortlich. In der Gruppierung sind Beschäftigte diverser Dienstleiter zusammengefasst.

Am Hahn gut vorbereitet in den Sommerurlaub

Am rheinland-pfälzischen Flughafen Hahn gab es keine Protestaktionen. Vielmehr hatte man sich schon vor Ferienbeginn als gut auf den bevorstehenden Ferienflugverkehr vorbereitet erklärt. Ein Sprecher sagte, die geplanten Flüge verkehrten recht pünktlich. Mit Chaos sei nicht zu rechnen.

Datenanalyse zu Flugverspätungen Sommerferien: So geht es an den Flughäfen zu

Die Sommerferien werden zum Stresstest für den Flugverkehr. Der SWR zeigt, an welchen Flughäfen besonders großes Chaos herrscht - regelmäßig aktualisiert.  mehr...

Mit viel Betrieb rechnete auch der Schienenverkehr. Die Deutsche Bahn erwartet nach Angaben einer Sprecherin eine hohe Auslastung im Fernverkehr. Sie rät dazu, einen Sitzplatz zu reservieren und die Auslastung der Züge über Web und App im Blick zu haben.

Viele Reisende auch im Regionalverkehr

Zusätzlich zu den Fernverkehrszügen, die in den Ferien üblicherweise immer stärker nachgefragt sind, kommt in diesem Jahr die größere Auslastung im Regionalverkehr durch das 9-Euro-Ticket. Alleine im Juni waren zehn Millionen Tickets verkauft worden. "Wir setzen alles in Bewegung, was wir haben", sagte eine Bahn-Sprecherin auf SWR-Nachfrage. Zusätzlich werde vor allem entlang touristischer Strecken das Personal an Zügen und in Bahnhöfen um 700 Personen verstärkt. "Das sind viermal so viele wie in einem normalen Sommer", so die Sprecherin. Wem es möglich sei, der solle bei Abfahrtszeiten flexibel sein "und vor allem auch Rücksicht auf Mitreisende nehmen".

Fahrradmitnahme nicht garantiert

Wer mit dem 9-Euro-Ticket nicht unbedingt nach Sylt will, für den gibt es auch in der Nähe zahlreiche Strecken und Ziele, für die sich das Ticket lohnt. Schwierig könnte es jedoch unter Umständen werden, wenn man mit dem Fahrrad reisen will: "Eine Fahrradmitnahme kann aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens nicht garantiert werden. Wer kann, sollte daher auf das Rad verzichten", so die Bahn-Sprecherin.

Rheinland-Pfalz

Entlastung für Pendler Alle Infos zum 9-Euro-Ticket in RLP

Von Juni bis August gelten die 9-Euro-Monatstickets für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Wo man sie kaufen kann und viele weitere Fragen beantworten wir in unserem FAQ.  mehr...

Auch wer nicht in die Ferne möchte, muss übrigens unter Umständen schnell sein mit seiner Buchung: Die Campingplatz-Betreiber in Rheinland-Pfalz zum Beispiel meldeten schon Ende Juni eine hohe Nachfrage und viele Buchungen für die Sommerferien.

Hier können Sie sich in Rheinland-Pfalz abkühlen:

Mehr Abkühlung geht kaum: Die historische Walddusche im pfälzischen Gleisweiler ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Hier kann man sich an heißen Tagen in RLP herrlich abkühlen. (Foto: SWR, SWR/Andrea Lohmann)
Wasser! Kühles Wasser! Das ist eigentlich schon fast alles, wonach man an heißen Sommertagen lechzt. Wer im Pfälzerwald unterwegs ist, sollte seine Tour so planen, dass er hier vorbeikommt: An der historischen Walddusche bei Gleisweiler an der Südlichen Weinstraße. Die wurde 1848 gebaut und ist die einzige Walddusche, die es in ganz Deutschland noch gibt. Und sie ist garantiert nichts für Warmduscher. SWR/Andrea Lohmann Bild in Detailansicht öffnen
Eine komplett natürliche Dusche gibt es am Dreimühlen-Wasserfall bei Üxheim in der Eifel. Wegen seiner Einmaligkeit wurde der Wasserfall sogar zum Naturdenkmal erklärt. Dort plätschert das ganze Jahr das Wasser dreier Quellzuflüsse über eine Geländekante. Der Zugang zum Wasserfall ist auf eigene Gefahr möglich, er kann das ganze Jahr über besichtigt und genossen werden. Thomas Regnery Bild in Detailansicht öffnen
Wassertreten ist ein bisschen aus der Mode gekommen. Aber bloß keine Angst vor kalten Füßen, so lange es nicht im Winter ist. In der Kneippanlage in Beuren (Landkreis Cochem-Zell) ist das Wasser eiskalt, es wird von einem Bach gespeist. Ein Spaziergang durch das Wasser kühlt für viele Stunden gut durch. Es gibt viele weitere Anlagen in Rheinland-Pfalz, zum Beispiel in Kesten an der Mosel, Malberg in der Eifel, Bockenheim an der Weinstraße oder am Seewog in Ramstein-Miesenbach. Kneipp-Verein Trier Bild in Detailansicht öffnen
15 statt 35 Grad - wer sagt da schon nein? Die Teufelsschlucht bei Irrel im Landkreis Bitburg-Prüm kann das. Sie ist ein sogenannter Kaltluftsee. Das heißt: Mitten im felsigen Tal sammelt sich kalte Luft. In sehr heißen Sommern kann es in der Schlucht daher rund 20 Grad kälter sein als im Umland der Südeifel. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Besser als jedes Freibad: Die Maare in der Eifel - zum Beispiel das Weinfelder Maar in der Nähe von Daun in der Vulkaneifel. Wer auf dem Eifelsteig wandert, kommt auf der Etappe Daun - Manderscheid daran vorbei. An den Ufern der Eifeler Maare ist die Luft schön kühl und sorgt für Erfrischung. Aber Vorsicht: Im Wasser abkühlen ist nicht überall erlaubt - das geht nur an den abgegrenzten Naturfreibädern Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH / Dominik Ketz Bild in Detailansicht öffnen
Je tiefer man unter die Erde geht, um so kühler wird es: Deshalb ist das Kellerlabyrinth im rheinhessischen Oppenheim eine gute Wahl an heißen Tagen - hier herrschen erfrischende 17 Grad. Es werden jeden Tag Führungen angeboten, die Besucher durch die verworrenen, weitläufigen Gänge leiten. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Lust auf kühle 12 Grad? Dann ist auch dieser Ort ein gutes Ausflugsziel: Das Besucherbergwerk Grube Maria in Imsbach im Donnersbergkreis. Wichtig: Auch bei 30 Grad plus über der Erde ist es hier konstant kühl. Also warme Kleidung und feste Schuhe nicht vergessen, Pressestelle Bew Imsbach Bild in Detailansicht öffnen
12 Grad wie in Oppenheim sind für Sie noch fünf Grad zu viel? Dann sind die Birresborner Eishöhlen in der Vulkaneifel wohl eher der passende Kühlschrank. Im Sommer gibt es zwar keine Eisstelen wie auf dem Bild, aber es wird nicht wärmer als 7 Grad. Früher wurden die Höhlen als Eislager und zum Abbau von Mühlsteinen genutzt. Zwischen April und Oktober gibt es freien Zugang zu der Kühlkammer. Brunhilde Rings Bild in Detailansicht öffnen
Wenn die Luft über der Erde kocht, sind es angenehme 9 Grad in der Eisenerzgrube Nothweiler (Kreis Südwestpfalz). Sie hat von Ende März bis Ende Oktober geöffnet. Rund 9.000 Besucher kommen jedes Jahr - in besonders heißen Sommern vielleicht auch mehr. Gemeinde Nothweiler Bild in Detailansicht öffnen
Diese Mauern sind schon sehr alt und vor allem: schön kalt, zumindest in den Sommermonaten. In der Landauer Unterwelt ist es definitiv kälter als oben in der Stadt. Immer samstags haben Besucher die Chance, die unterirdischen Gänge der "Lunette 41" zu besichtigen - und sich dabei ein bisschen runterzukühlen. Eine Anmeldung im Touristenbüro von Landau ist erforderlich. Stadt Landau Bild in Detailansicht öffnen
Auch an der Mosel kann man unter die Erde abtauchen und vor Hitze flüchten: In Traben-Trarbach gibt es unter der Stadt ein weit verzweigtes Kellersystem. Das wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt, um Wein kühl lagern zu können. Dem Wein passen die 12 Grad in den Katakomben hervorragend - und den Besuchern an heißen Sommertagen sicher auch. Tourist Information Traben-Trarbach Bild in Detailansicht öffnen
Zwar sind es derzeit eher 14 als die sonst üblichen 12 Grad - aber auch das verspricht an heißen Tagen eine ordentliche Abkühlung im historischen Weinkeller von Bernkastel-Kues an der Mosel. Eigentlich wollten die Moselaner in diesem Stollen Edelsteine abbauen. Leider fanden sie aber kaum welche und so wurde das Bergwerk zum Weinkeller umgebaut. Der Temperaturanstieg auf 14 Grad kommt übrigens dadurch zustande, dass der Weinkeller derzeit fast täglich für Besucher geöffnet ist. Weingut Kilburg Brauneberg Bild in Detailansicht öffnen
In Rheinland-Pfalz gibt es viel Wein - und viele Burgen. Im Winter sind die eher kein Vergnügen, wenn es zieht und feucht ist. Aber im Sommer bieten die dicken Steinmauern einen guten Schutz vor der Sommerhitze - so wie die Manderscheider Burgen. Dort und in den Gewölbekellern herrschen nach Auskunft der Betreiber auch im Sommer angenehme 19 bis 22 Grad. Grund ist die nahe Lieser, die für Abkühlung sorgt. Viele andere Burgen gibt es im Mittelrheintal und in der Pfalz. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Abkühlung, Ruhe, friedliche Stimmung: Wer in Trier an heißen Tagen eine Verschnaufpause direkt im Herzen der Stadt sucht, landet oft im Dom mit seinen dicken Mauern und seinem Kreuzgang, der zum UNESCO-Welterbe gehört. An heißen Tagen zieht der Dom stets mehr Besucher an als sonst. picture alliance / Peter Schickert | Peter Schickert Bild in Detailansicht öffnen
Ein guter Ort, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen und etwas runter zu kühlen, ist der Speyerer Dom. Der imposante Bau wurde 1981 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Er gilt als größte erhaltene romanische Kirche Europas. Tourist-Information Speyer Bild in Detailansicht öffnen
Das Westwallmuseum Konz liegt im ehemaligen Bunker "Villa Gartenlaube". Hinter diesen dicken Mauern wird es nie wämer als 10 Grad. Außerdem gibt es im Museum eine Ausstellung von historischen Exponaten aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Der Eintritt: gratis. Eine Alternative zum Konzer Museum ist das ehemalige Panzerwerk Katzenkopf in Irrel. Auch in diesem Museum in einem früheren Westwallbunker herrschen angenehme 10 Grad. Westwallmuseum Konz Bild in Detailansicht öffnen

Lernrückstände aufholen

Aber auch Lernen in den Ferien ist in diesem Jahr wieder möglich. Schülerinnen und Schüler sollen bei dem landesweiten Programm "Lernen in den Ferien" Rückstände beim Lernen aufholen können. Gemeinsam mit den Volkshochschulen werden Kurse für Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen und Schulformen angeboten. Bisher haben sich etwa 1.700 Kinder und Jugendliche dafür angemeldet.

9-Euro-Ticket: Ausflugstipps für Rheinland-Pfalz

Wenn Sie Ausflugsziele in Rheinland-Pfalz suchen, die Sie mit dem 9-Euro-Ticket erreichen wollen, dann haben wir hier ein paar Geheimtipps für Sie.  mehr...

RLP

Gefahr fürs Wasser Badeseen werden bei Hitze besonders unter die Lupe genommen

Seen verändern sich durch die Hitze und müssen deshalb in der heißen Badesaison besonders im Auge behalten werden. In manchen Seen werden Algen zum Problem.  mehr...

Oberweis/Waxweiler

Ein Jahr nach dem Hochwasser Das Comeback der Campingplatzbetreiber in der Eifel nach der Flut

Vor einem Jahr haben Wassermassen fast alles weggerissen auf den Campingplätzen in Oberweis und Waxweiler. Heute können dort wieder Campinggäste ihren Urlaub genießen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR