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Die Corona-Pandemie hat alles verändert - auch das kirchliche Leben. Welche Gottesdienste in Rheinland-Pfalz können an Weihnachten und über den Jahreswechsel noch stattfinden und welche Online-Angebote gibt es?

Auch bei den Gottesdiensten ändert sich aufgrund der jüngsten Coronaverordnung der Landesregierung einiges, sie bleiben aber als Präsenzveranstaltung erlaubt. Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss eingehalten werden. Für Gläubige in der Kirche gilt die Maskenpflicht jetzt auch am Platz. Der Gemeindegesang ist nicht mehr erlaubt.

Sollte an Weihnachten eine Überfüllung der Kirchen drohen, besteht eine vorherige Anmeldepflicht. Die Maskenpflicht entfällt für Geistliche, wenn sie im Gottesdienst liturgische Handlungen ausführen - etwa bei Predigten oder Lesungen oder beim Zelebrieren des Abendmahls oder der Eucharistiefeier. Wenn mehrere Gottesdienste in Folge abgehalten werden, soll mindestens eine Stunde dazwischen liegen. Einige Kirchengemeinden vergeben bereits aus eigenem Antrieb Platzkarten. Gläubige aus einem Hausstand dürfen aber ohne Abstand zusammensitzen. Die Glaubens- und Religionsgemeinschaften sind verpflichtet, die Kontaktverfolgung über einen Zeitraum von vier Wochen sicherzustellen.

Wie reagieren die Bistümer und Landeskirchen auf die Coronalage?

Die katholischen Bistümer, deren Gebiete sich ganz oder teilweise auf Rheinland-Pfalz erstrecken, informieren auf ihren Homepages ausführlich über die großen zentralen Gottesdienste in den Kathedralen und Domen und bieten darüberhinaus Suchportale für die örtlichen Gemeinden vor Ort an. Die evangelischen Landeskirchen beschränken sich auf allgemeine Informationen zu den Gottesdienstregeln. Aber auch sie offerieren Online-Suchen für lokale Gottesdienste.

Bistum Mainz

Angesichts des Lockdowns bis 10. Januar weitet das Mainzer Bistum an Weihnachten seine Online-Angebote aus: Die Christmette am 24. Dezember um 17.30 Uhr sowie der Weihnachtsgottesdienst am 25. Dezember mit Bischof Peter Kohlgraf werden live auf dem Youtube-Kanal des Bistums gestreamt.

Zudem bietet das Bistum in verschiedenen Kirchen in der Mainzer Innenstadt Gottesdienste an. Hintergrund seien die verschärften Besucherregeln, so das Bistum: Zwar dürfen Gottesdienste trotz des Lockdowns weiter stattfinden, doch die Besucherzahlen sind stark eingeschränkt. Die Christmetten am 24. Dezember im Dom, in der Augustinerkirche und in St. Quintin sind bereits ausgebucht. Die Christmette am 24. Dezember wird vom Mainzer Weihbischof Udo Bentz gemeinsam mit Domdekan Heinz Heckwolf und Domkapitular Peter Hilger zelebriert, im Mainzer Dom findet außerdem um 23 Uhr eine zweite Christmette mit Weihbischof Bentz statt.

Ausgebucht ist auch die Christmette am 24.12. mit Bischof Kohlgraf in der Seminarkirche, in St. Quintin gibt es zwei Christmetten um 17.30 Uhr (ausgebucht) sowie um 21.30 Uhr mit Domkapitular Franz-Rudolf Weinert. Am ersten Weihnachtsfeiertag zelebriert Bischof Peter Kohlgraf um 10 Uhr das Pontifikalamt zum Hochfest der Geburt Christi, das live auf Youtube übertragen wird, um 15 Uhr findet eine weitere Pontifikalvesper mit Bischof Kohlgraf mit sakramentalem Segen im Dom statt. Am zweiten Weihnachtstag wird Domdekan Heckwolf das Stiftsamt im Dom um 10 Uhr zelebrieren, während Bischof Kohlgraf zur gleichen Zeit in St. Quintin einen Gottesdienst feiert, der durch eine Gruppe des Mädchenchors am Dom und St. Quintin musikalisch gestaltet wird.

Den Jahresabschluss-Gottesdienst am Donnerstag, den 31. Dezember, um 17 Uhr im Mainzer Dom feiert dann erneut Bischof Kohlgraf. Im Mittelpunkt werden den Angaben zufolge ein Rückblick auf das Jahr 2020 sowie eine Predigt des Bischofs stehen, hieß es. Das Bistum Mainz bietet eine Gottesdienst-Übersicht im Netz, in der auch auf Fernsehübertragungen hingewiesen wird.

Der hohe Dom zu Trier (Foto: dpa Bildfunk, Harald Tittel (picture-alliance/dpa) )
Der hohe Dom zu Trier Harald Tittel (picture-alliance/dpa)

Bistum Trier

An Heiligabend werden in diesem Jahr zwei Christmetten im Dom gefeiert: um 21 Uhr (mit Weihbischof Jörg Michael Peters) und um 23 Uhr (mit Bischof Stephan Ackermann); sowie zwei Christmetten in der Liebfrauen-Basilika (17 und 19 Uhr). Am Ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, gibt es im Dom eine Heilige Messe um 7 Uhr, ein Hochamt mit Prälat Dr. Georg Holkenbrink um 9 Uhr, ein Pontifikalamt um 11 Uhr (Bischof Ackermann) und eine Pontifikalvesper um 18 Uhr, der ebenfalls der Trierer Bischof vorsteht; am Zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember, gibt es ebenfalls eine Heilige Messe um 7 Uhr sowie ein Hochamt mit Dompropst Werner Rössel um 10 Uhr.

Für die Weihnachtsgottesdienste gilt ebenso wie für alle anderen Gottesdienste das Schutzkonzept des Bistums mit seinen Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz. Das Platzangebot im Dom ist beschränkt. Daher wird eine Anmeldung auf www.dominformation.de. empfohlen. Möglich ist außerdem die telefonische Anmeldung zu den regulären Öffnungszeiten der Dominformation unter Tel.: 0651-9790790. Für die Weihnachtsgottesdienste in Liebfrauen kann man sich über das Pfarrbüro anmelden: Tel. 0651-170 79-0, E-Mail: pfarramt.liebfrauen@liebfrauen-trier.de.

Fast menschenleere Straßen vor dem Speyerer Dom  (Foto: dpa Bildfunk, Silke Rottleb (picture-alliance/dpa))
Fast menschenleere Straßen vor dem Speyerer Dom Silke Rottleb (picture-alliance/dpa)

Bistum Speyer

In Speyer informiert das Bistum über Präsenzgottesdienste mit einer Online-Suche für die jeweils örtlichen Gemeinden und über Gottesdienste, die im Live-Stream übertragen werden.

Im Dom gibt es am Ersten und Zweiten Weihnachtstag zwei Pontifikalämter mit Bischof Wiesemann bzw. Weihbischof Georgens. Beide beginnen um 10 Uhr. Den Jahresabschluss-Gottesdienst am 31. Dezember (ab 16 Uhr) leitet wieder Bischof Wiesemann.

Eine besondere Attraktion bietet im Bistum Speyer die Pfarrei der Heiligen Petrus und Paulus. Sie lädt am Heiligen Abend zu einer Familien-Krippenfeier unter freiem Himmel im Stadion des SV Südwest Ludwigshafen ein. Beginn ist um 16 Uhr. Für die Feier ist eine Anmeldung über die Homepage der Pfarrei erforderlich. Anmeldeschluss ist der 21. Dezember.

Die Idee dazu stammt von den Schwestern Veronika Löser und Dorothea Wieland. "Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, wie möglichst viele Familien in diesem Jahr trotz Corona an einer Krippenfeier teilnehmen können", berichten sie. Der Ortsvorsteher von Ludwigshafen Mitte und Süd, Christoph Heller, sei von der Krippenfeier unter freiem Himmel sofort begeistert gewesen und habe das Stadion des SV Südwest als Standort vorgeschlagen, teilte das Bistum auf seiner Homepage mit.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing feiert ein Messe   (Foto: dpa Bildfunk, Arne Dedert (picture-alliance/dpa))
Der Limburger Bischof Georg Bätzing feiert ein Messe Arne Dedert (picture-alliance/dpa)

Bistum Limburg

Das Bistum Limburg informiert in seinem Internetauftritt ausführlich über die geltenden Coronaregeln für die Gottesdienste in seinem Verantwortungbereich unter dem Titel "Gottesdienste in Corona-Zeiten - Fragen und Antworten zur Wiederaufnahme der Gottesdienste". Zudem gibt es eine Online-Gottesdienstsuche. Zum Gebiet des Bistums Limburg gehören Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen.

Weihnachten in einer evangelischen Kirche (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Weihnachten in einer evangelischen Kirche Picture Alliance

Die evangelischen Landeskirchen

Wesentlich kompakter sind die Informationen zu den Gottesdiensten bei den drei großen evangelischen Landeskirchen, die ganz oder teilweise für Regionen in Rheinland-Pfalz zuständig sind. Hier eine kurze Übersicht:

- Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) bietet Informationen zu Präsenz- und Online-Gottesdiensten unter der Internetadresse https://www.ekhn.de/glaube/gottesdienst/gottesdiensttermine.html
- Für die Evangelische Kirche der Pfalz wird man unter https://www.evkirchepfalz.de/aktuelles-und-presse/aktuelles-und-angebote-in-zeiten-des-corona-virus fündig.
- Die Evangelische Kirche im Rheinland informiert speziell über die Feiertage auf https://www2.ekir.de/weihnachten.

Gottesdienstabsagen im evangelischen Kirchenbezirk Ludwigshafen

Inzwischen haben sich manche Kirchengemeinden im Protestantischen Kirchenbezirk Ludwigshafen wegen der hohen Infektionszahlen entschlossen, an Weihnachten ganz auf Gottesdienste in den Kirchen zu verzichten, wie die Gemeinden Oggersheim, Rheingönheim und Gartenstadt.

Andere evangelische Gottesdienste in Ludwigshafen werden zum Teil zeitlich verschoben. "Die Kirche will kein Treiber im Infektionsgeschehen sein. In den Gottesdiensten, die stattfinden, werden wir deshalb ganz genau auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten", sagte Dekanin Barbara Kohlstruck. Sie wies darauf hin, dass für die meisten Gottesdienste – vor allem an Heiligabend – eine Anmeldung erforderlich ist.

Die Dekanin bittet, sich dazu an die Pfarrämter zu wenden oder an die jeweilige Kirchengemeinde über deren Homepage. Eine Übersicht über alle Gottesdienste im Protestantischen Kirchenbezirk mit aktuellen Anfangszeiten und Hinweisen zur Anmeldung sei über die Homepage des Kirchenbezirks www.ekilu.de abrufbar. Weitere Informationen hingen in den Schaukästen der Kirchengemeinden. Das Protestantische Dekanat stehe ebenso für Infos bereit, Tel. 0621-5205824 oder dekanat.ludwigshafen@evkirchepfalz.de.

Der Protestantische Kirchenbezirk verweist auch auf etliche Angebote, um Weihnachten zu Hause zu feiern, darunter Online-Krippenspiele und -Gottesdienste. Eine Übersicht ist ebenfalls unter www.ekilu.de zu finden.

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