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Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat zum Ausklang der diesjährigen Fastnachts-Kampagne die Menschen zum Zusammenhalt aufgerufen. Sie lobte die in einer Online-Sitzung zugeschalteten Mainzer Garden und Vereine als Hoffnungsträger.

In der Corona-Pandemie komme es auf jeden Einzelnen an, sagte die SPD-Politikerin und reimte in der Bütt: "Ohne die Hilfe, den Zusammenhalt und den Einsatz von allen wäre die Pandemie noch deutlich schlimmer ausgefallen."

Im pinkfarbenen Blazer und mit vierfarbigen Federn im Haar bekannte sich die Regierungschefin zur "Gemeinschaft der Narren" und wandte sich gegen Hass und Gewalt: "Den braunen Tendenzen begegnen wir vierfarbbunt!" Im Zeichen der Fastnacht hob die gebürtige Pfälzerin und jetzige Triererin den Zusammenhalt in dem von unterschiedlichen Regionen geprägten Bundesland hervor: "So soll es erklingen von Koblenz bis Mainz: Zusammen sind wir Rheinland-Pfalz, zusammen sind wir eins."

"Fastnacht ist in den Herzen verwurzelt"

Die Pandemie habe die Menschen so sehr zusammengeschweißt, dass sie bei der Fastnacht 2022 dann richtig durchstarten könnten, sagte der Moderator des Empfangs, Andreas Bockius. Der Präsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), Reinhard Urban, zeigte sich erfreut über die Resonanz auf die digitalen Formate der Fastnacht in diesem Jahr. "Das Wichtigste dabei: Niemand wurde in Gefahr gebracht, sich zu infizieren." Auch im Vermissen des geselligen Treibens auf den Straßen sei deutlich geworden, wie tief die Fastnacht in den Herzen verwurzelt sei. Und jede Situation hat auch was Gutes: Der MCV-Präsident war nach eigenen Worten am Morgen nach dem Rosenmontag ungewohnt ausgeschlafen.

Innovative Ideen bei vielen Karnevalisten und Fastnachtern

Die Straßenfastnacht und ebenso die Saalveranstaltungen sind in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Normalerweise wird Heimbach-Weis im Norden von Rheinland-Pfalz am Veilchendienstag zur Karnevalshochburg. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 30.000 Menschen, um den Fastnachtszug durch die Neuwieder Stadtteile anzuschauen. In diesem Jahr stand der Zuge wegen der Pandemie still, ganz auf ihn verzichten wollten die Narren aber nicht.

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Die Dorfgemeinschaft hat aus Holzplatten Waggons gebastelt, die an den Straßenlaternen der Hauptstraße befestigt wurden, sodass sich am Fastnachtsdienstag dann doch zumindest ein symbolischer Zug durch den Ort schlängelte. Auf öffentlichen Plätzen wurden zudem Fastnachtsskulpturen und Wagen ausgestellt. In diesem Jahr galt in Heimbach-Weis also: Der Zug steht, die Narren laufen.

In Heimbach-Weis hat die Ortsgemeinschaft Waggons gestaltet und an Straßenlaternen befestigt - so entsteht der Corona-Zug. (Foto: KG Heimbach /Michael Bleidt)
In Heimbach-Weis hat die Ortsgemeinschaft Waggons gestaltet und an Straßenlaternen befestigt - so entsteht der Corona-Zug. KG Heimbach /Michael Bleidt

Fastnachtsdienstag in Bad Dürkheim im Internet

In Bad Dürkheim konnten die Einwohner zu Hause bleiben und sich den Umzug ab 11:11 Uhr auf Facebook und Instagram anschauen. Die Karnevalsgesellschaft Derkemer Grawler hatte Anfang des Monats dazu aufgerufen, Bilder und Videos von früheren Umzügen zu schicken. Die Resonanz sei sehr groß gewesen, sagte der Grawler-Vorsitzende Falko Weidenhausen. Andere Vereine hätten ebenfalls Beiträge geschickt. Es würden aber auch neue Filme gezeigt, zum Beispiel von Kindern, die mit Lego-Bausteinen Umzugswagen nachgebaut haben.

🎉Virtueller Fasnachtsumzug der KG Derkemer Grawler 2021🎉

Wir wollen euch und Ihnen trotz Corona ein bisschen Fasnacht...Posted by KG Derkemer Grawler e.V. on Thursday, February 4, 2021

Kreativ und digital hatte auch die Narhalla Herxheim in der Pfalz ihren Umzug geplant. Der Verein hatte im Vorfeld Hobbybauer dazu aufgefordert, eigene Umzugswagen zu gestalten: "Von Legowagen bis Raumschiff ist alles erlaubt", so das Motto. Kurze Videos der Wagen in Aktion können Interessierte dann ab 13:11 Uhr auf der Facebook-Seite der Narhalla sehen. Einen Wettbewerb gibt es obendrauf: Die drei besten Wagenbauer bekommen einen Preis.

Frankenthal

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Schärensprung in Trier-Biewer kann nicht stattfinden

Im Trierer Stadtteil Biewer mussten die Menschen am Dienstagnachmittag auf den in Rheinland-Pfalz einmaligen Schärensprung verzichten. Dabei halten sich die Narren normalerweise nicht-coronakonform an den Händen und springen im Zickzack durch die Straßen. Angeführt wird der Schärensprung traditionell von Hexen mit ihren Besen.

In Zweibrücken und Ramstein-Miesenbach fielen die normalerweise von Tausenden besuchten Fastnachtsumzüge am Dienstag ohne digitale Alternative aus. Ein Blick in die Social-Media-Kanäle der Karnevalsvereine lohnte sich trotzdem, weil dort in extra produzierten Videos nicht nur Highlights der vergangenen Jahre sondern auch Hintergründe, Interviews und Amüsantes zu sehen waren.

Wirtschaftliche Einbußen durch abgesagte Fastnacht enorm

Mit den Veranstaltungen am Fastnachtsdienstag endet die Session 2020/21. Dass sie wegen der Corona-Pandemie größtenteils abgesagt werden musste, war nicht nur eine Enttäuschung für die Fastnachter, sondern hat auch zu großen wirtschaftlichen Einbußen geführt.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln rechnete vor, dass sich der wirtschaftliche Schaden bundesweit auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufe. Davon seien mit 660 Millionen Euro Gastronomie und Verzehr betroffen, mit 330 Millionen Euro der Einzelhandel mitsamt Kostümverkauf und mit 240 Millionen Euro der Transportsektor, da Anreisen zu Veranstaltungen wegfielen.

Die Hochschule Mainz kommt auf rund 40 Millionen Euro Verlust im Bereich Gastronomie und Verzehr alleine durch den Wegfall der Straßenfastnacht in Mainz. Den Hotels in und um Mainz entgingen der Hochschule zufolge Einnahmen von rund 10.000 Gästen, die durchschnittlich zur Fastnacht anreisen.

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