Wer im Sommer 2021 aus dem Urlaub heimkehrt, muss in Rheinland-Pfalz wie bundesweit unter Umständen Tests vorweisen und in Quarantäne. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Einreise, Testpflicht, Quarantäne

Das sind die Regeln für den Sommerurlaub 2021

STAND

Seit dem 1. Juli sind Reisewarnungen für Risikogebiete aufgehoben und der EU-Impfpass ist offiziell eingeführt. Weiterhin gibt es aber viele Regeln zum coronakonformen Reisen. Ein Überblick.

Aufhebung der allgemeinen Reisewarnung
Einreise ins Urlaubsland
Länder ohne Warnstufe
Risikogebiete
Hochinzidenzgebiete
Virusmutationsgebiete
EU-Impfausweis
Flugreisende
Auto-, Bahn- und Schiffsreisende
Urlaub in Deutschland

Allgemeine Warnung vor Urlaubsreisen aufgehoben

Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie rät die Bundesregierung seit dem 1. Juli nicht mehr grundsätzlich von touristischen Reisen ins Ausland ab. Alle Länder werden individuell bewertet. Auch die Reisewarnung für die mehr als 80 ganz oder teilweise als einfache Corona-Risikogebiete eingestufte Staaten wird aufgehoben. Darunter ist die gesamte Türkei sowie Urlaubsgebiete in Spanien und Kroatien.

Die Bundesregierung hatte zu Beginn der Pandemie am 17. März 2020 eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Im September wurde die Warnung dann auf Corona-Risikogebiete mit einer Inzidenz von mehr als 50 beschränkt. Aber auch für alle nicht als Risikogebiete eingestuften Länder riet die Bundesregierung bis zu diesem Mittwoch weiter von Urlaubsreisen ab.

Damit ist jetzt Schluss. Nun gibt es in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts drei Kategorien von Ländern: Risikogebiete, Hochrisikogebiete und Hochinzidenzgebiete. Jede Woche beurteilt die Bundesregierung neu, welche Staaten in der Corona-Krise zu Risiko-, Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet erklärt werden.

Rheinland-Pfalz

Urlaub in der Corona-Pandemie Sommerferien: Rheinland-Pfälzer zieht es nach Südeuropa

In wenigen Wochen beginnen die Sommerferien und nach langen Monaten der Corona-Einschränkungen entspannt sich die Lage aktuell. Deshalb planen viele ihren Urlaub - trotz Unsicherheiten.  mehr...

Einreise ins Urlaubsland

Welche Regeln für die Einreise in das jeweilige Urlaubsland gelten, listet unter anderem das Auswärtige Amt auf. Da sich die Bestimmungen schnell ändern können, ist es ratsam, die Seite vor einem möglichen Urlaub regelmäßig zu checken und auch Nachrichten über das gewünschte Urlaubsziel - wenn möglich - zu verfolgen. Für die Wiedereinreise nach Deutschland ist vor allem relevant, ob man sich in einem Risikogebiet, einem Hochinzidenzgebiet, einem Virusvariantengebiet oder einem Land ohne Gefährdungsstufe aufgehalten hat.

Länder ohne Warnstufe

Die meisten Länder der EU sind keine Risikogebiete mehr. Für sie - sowie für Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz - gilt folgende Regelung: In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts wird nur noch "um besondere Vorsicht gebeten". Ausgenommen sind Portugal (Virusvariantengebiet) und einzelne Regionen in Spanien, Irland, Kroatien und Schweden, die weiterhin als Risikogebiete eingestuft sind. Für sie rät das Auswärtige Amt weiter von Reisen ab. Darunter sind beispielsweise das südspanische Andalusien und die kroatische Küstenregion Zadar.

Zu beachten sind dennoch die Regelungen des jeweiligen Ziellandes. Dort können durchaus schärfere Regelungen für die Einreise von Touristen bestehen, als von deutscher Seite aus. Das gilt insbesondere für Länder außerhalb der EU, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. So ist es Touristen zum Beispiel weiterhin untersagt, von Deutschland aus in die USA einzureisen.

Video herunterladen (11,6 MB | MP4)

Risikogebiete

Liegt in einem Land oder einer Region die Inzidenz über 50, bewerten Außen-, Innen- und Gesundheitsministerium, ob eine erhöhte Ansteckungsgefahr vorliegt. Wird dies bejaht, wird die betroffene Region zum Risikogebiet.

Jeder, der sich in den vergangenen zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich vor dem Grenzübertritt digital anmelden - auch Geimpfte und Genesene. Das gilt auch für Hochinzidenzgebiete und Virusmutationsgebiete. Diese Einreiseanmeldung muss bei der Grenzkontrolle digital oder in Papierform vorgezeigt werden.

Direkt nach der Rückkehr müssen sich Reisende aus Risikogebieten für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Diese kann bei einfachen Risikogebieten durch einen Impfnachweis, einen Genesenennachweis oder ein negatives Testergebnis umgangen oder beendet werden. Die Quarantänevorschriften gelten nicht, wenn man nur durch ein Risikogebiet durchgefahren ist. Kommt man mit dem Flugzeug an, muss man vor Abflug nach Deutschland sowieso einen negativen Test vorlegen und kann dadurch generell auf die Quarantäne verzichten.

Hochinzidenzgebiet

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor Reisen in Hochinzidenzgebiete. Damit sind Gebiete und Regionen gemeint, die eine Inzidenz von über 200 aufweisen. Die Reisewarnung soll vor allem abschreckende Wirkung haben. Die praktischen Auswirkungen sind begrenzt. Urlaubern ermöglicht die Reisewarnung vor allem eine kostenlose Stornierung von Buchungen. In Europa fällt aktuell kein Land in diese Kategorie. Weltweit gelten unter anderem Ägypten, Tunesien, die Malediven, die Seychellen und mehrere Länder in Südamerika derzeit als Hochinzidenzgebiete.

Wer in einem dieser Länder in Urlaub war und wieder nach Deutschland einreist, muss vor der Einreise eine digitale Anmeldung ausfüllen und sich auf direktem Wege in Isolation begeben. Die Quarantäne kann durch den Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer überstandenen Infektion (Genesenennachweis) beendet werden. Ein negatives Testergebnis kann erst fünf Tage nach Beginn der Quarantäne als Nachweis genutzt werden. Die Quarantänevorschriften gelten nicht, wenn man nur durch ein Risikogebiet durchgefahren ist.

Virusmutationsgebiete

Als Virusmutationsgebiet wird ein Land eingestuft, wenn sich dort Virusvarianten ausbreiten, die in Deutschland bisher nur selten auftauchen und die als gefährlich eingestuft werden. Dazu kommen aber auch weitere Faktoren wie der allgemeine Umgang mit der Corona-Krise, die Stärke des Gesundheitssystems oder die Verlässlichkeit der Daten.

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor Reisen in Virusmutationsgebiete - auch Virusvariantengebiete genannt. Die Reisewarnung soll vor allem abschreckende Wirkung haben. Die praktischen Auswirkungen sind begrenzt. Urlaubern ermöglicht die Reisewarnung vor allem eine kostenlose Stornierung von Buchungen. In Europa gilt inzwischen das Urlaubsland Portugal als Virusvariantengebiet - vorerst bis zum 13. Juli. Auch Großbritannien und Russland sind betroffen, weil dort die als sehr ansteckend erachtete Delta-Variante auf dem Vormarsch ist. Das Gleiche gilt für das beliebte Reiseziel Südafrika.

Wer aus einem solchen Gebiet einreist, muss noch strengere Regeln befolgen. Prinzipiell dürfen Reiseunternehmer wie Airlines, Bahn- und Busanbieter keine Menschen aus Mutationsgebieten nach Deutschland bringen - Ausnahmen gibt es für deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz in Deutschland. Wer individuell aus einem Mutationsgebiet einreist, muss ansonsten glaubhaft machen, dass dies notwendig ist.

Die Quarantänedauer beträgt dann 14 Tage und kann nicht verkürzt werden, auch nicht für Geimpfte und Genesene. Außerdem müssen Flugreisende trotz einer vollständigen Impfung auch ein negatives Testergebnis vor dem Abflug vorlegen.

EU-Impfausweis

Am 1. Juli war der offizielle Start für den EU-Impfnachweis. Mit ihnen sollen Bürgerinnen und Bürger europaweit frische Tests, Impfungen und Genesungen nachweisen können. Vom Sommerurlaub bis zu kleineren Ausflügen in benachbarte Länder sollen damit viele Freizeitaktivitäten vereinfacht werden.

Die Regeln, wofür Nachweise gebraucht werden, unterscheiden sich von Land zu Land. So können Reisende mit einem Nachweis etwa über eine vollständige Impfung nicht nur in mehreren Ländern eine Quarantäne vermeiden. Sie werden mancherorts auch für Besuche in Restaurants, Clubs oder Kulturveranstaltungen benötigt. Alle EU-Länder sowie Norwegen, die Schweiz und Island sind an die nötige Technik für das Zertifikat angeschlossen. Einer Übersicht der EU-Kommission zufolge sind nur in Irland bislang keine Nachweise ausgegeben worden.

Flugreisende

Jeder, der mit dem Flugzeug aus dem Urlaub zurück nach Rheinland-Pfalz kommt - egal ob aus einem Risikogebiet oder nicht - muss vor dem Abflug ein negatives Testergebnis oder einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Bei Reisen aus Virusmutationsgebieten muss immer ein negativer Corona-Test vorgelegt werden.

Auto-, Bahn- und Schiffsreisende

Wer mit Auto, Bus, Bahn oder Schiff aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, braucht einen negativen Test, einen Impf- oder Genesenennachweis. Es gelten die genannten Anmelde- und Quarantäneregeln je nach Einstufung des Risikogebietes.

Urlaub in Deutschland

Aktuell gibt es kein Beherbergungsverbot in Deutschland, weil alle Kreise eine Inzidenz unter 100 haben. Jedoch gibt es verschiedene Hygienemaßnahmen für Urlaub in Deutschland. Einige Länder verlangen regelmäßige Tests bei Hotel-Urlauben. Auch bei der Auslastung und den Regeln bezüglich Masken- und Abstandspflicht gibt es verschiedene Vorgaben von den Ländern. Eine Registrierung oder Quarantäne ist jedoch bei Inlandsreisen nicht notwendig.

Rheinland-Pfalz

So funktioniert der EU-Nachweis Urlaub mit digitalem Impfausweis - Das müssen Sie beachten

In Deutschland kann der digitale Impfpass bei gelockerten Corona-Beschränkungen als Nachweis dienen. Seit dem 1. Juli soll er auch beim Reisen innerhalb der EU Vorteile bringen.  mehr...

Urlaub stornieren oder Impfung absagen? Corona-Impftermin liegt in der Urlaubszeit – Was nun?

Die Sommerferien in Rheinland-Pfalz stehen vor der Tür, die Coronazahlen sind niedrig. Was tun, wenn man genau in seiner Urlaubszeit einen Termin in einem Impfzentrum bekommen hat?  mehr...

Sommer-Urlaub 2021 Italien, Österreich, Griechenland und Co. – Welche Regeln gelten?

Sand zwischen den Zehen, eine warme Brise auf der Haut und gemütlich in den sonnigen Tag starten. Viele Urlaubsländer in Europa haben ihre Grenzen für Touristen geöffnet. Hier erfährst du, welche Regeln gelten und was du bei der Ein- und Ausreise beachten musst.  mehr...

Übersicht der beliebtesten Reiseländer Sommer, Sonne, Corona: Das müssen Urlauber beachten

Sommer, Sonne, Strandurlaub? Mit sinkenden Coronazahlen und steigenden Temperaturen wollen die Deutschen wieder verstärkt verreisen. Wir erklären Ihnen, was aktuell wo erlaubt ist.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN