Schüler halten während eines selbst durchgeführten Coronatests ihr Teströhrchen mit ihrer Speichelprobe in den Händen.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

FAQ für Eltern und Schüler

Alles Wichtige zu Corona-Selbsttests an rheinland-pfälzischen Schulen

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Die Inzidenzen steigen stetig. Alle Schüler in Rheinland-Pfalz sollen sich nun wieder zweimal pro Woche in der Schule selbst auf eine Corona-Infektion testen. Außerdem gilt die Maskenpflicht.

Wie oft und wann wird getestet?
Muss sich jeder Schüler testen?
Was, wenn das Ergebnis positiv ist?
Muss die ganze Klasse in Quarantäne, wenn es einen positiven Fall gibt?
Kann man den Test auch zuhause machen?
Welche Tests werden angewandt?
Wie funktioniert der Test?
Können das auch jüngere Kinder?
Wo und wie läuft der Test ab?
Was, wenn Kinder Angst haben vor dem Test?
Sind die Tests kostenlos?
Warum wird an den Schulen getestet?
Ersetzen die Tests die Hygienemaßnahmen?

Wie oft und wann wird getestet?

Alle Schüler und Schülerinnen müssen sich zwei Mal die Woche testen - außer sie sind gegen das Coronavirus geimpft oder genesen. Neben Tests in der Schule sind auch solche von anerkannten Testzentren oder bei Ärztinnen und Ärzten zulässig. Die Testnachweise dürfen nicht älter als 24 Stunden sein. Auch ein Test zuhause ist grundsätzlich möglich.

Ein Schüler hält ein Antigentest zwischen seinen beiden Fingern, er führt an seinem Platz einen Selbsttest durch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)
Antigentest im Klassenzimmer picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto

Anlassbezogen wird getestet, wenn in einer Lerngruppe ein positiver Fall auftritt: Dann müssen die anderen Schülerinnen und Schüler sich weiterhin fünf Schultage am Stück jeden Tag mittels Selbsttest auf das Coronavirus testen. Dies gilt ebenfalls nicht für Geimpfte und Genesene. Das jeweilige Gesundheitsamt kann jedoch auch strengere Maßnahmen beschließen, zum Beispiel Quarantäne für direkte Sitznachbarn.

Unabhängig davon gilt an allen Schulen aktuell eine generelle Maskenpflicht, auch am Platz.

Muss jeder Schüler an den Tests teilnehmen?

Alle Schüler und Schülerinnen, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich testen. Wer nicht am Test teilnimmt und auch keinen anderen negativen Testnachweis vorlegt, darf nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Wer trotzdem in die Schule kommt, muss sie wieder verlassen. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen von ihren Eltern oder Sorgeberechtigten abgeholt werden.

Schülerinnen und Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, weil sie keinen Test machen und keinen anderen Nachweis haben, müssen in Absprache mit den Lehrkräften alternative Leistungsnachweise erbringen. Sie bekommen zudem ein pädagogisches Angebot, das dem entspricht, das sie im Homeschooling während des Wechselunterrichts erhalten haben.

Was, wenn das Ergebnis positiv ist?

Bei einem positiven Testergebnis kann ein Kind nicht weiter am Unterricht teilnehmen. Die Schule muss umgehend die Eltern oder Sorgeberechtigten informieren. Die betroffene Schülerin oder der betroffene Schüler wird in einen gesonderten Raum geführt und dort betreut, bis er oder sie abgeholt wird oder nach Zustimmung der Eltern unter Beachtung der Hygieneregeln (Maske tragen, Abstand) selbstständig nach Hause geht. Dieses Verlassen der Lerngruppe dürfe jedoch "in keiner Weise den Eindruck erwecken, aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen zu werden oder 'schuld' zu sein", heißt es in dem Konzept der Landesregierung. In dieser besonderen Situation werde die Schülerin/der Schüler laut ADD altersgerecht sensibel pädagogisch betreut und nicht alleine gelassen.

Das positive Selbsttestergebnis sollte möglichst durch einen PoC-Antigentest in einer vom Land beauftragten Schnellteststation durch geschultes Personal überprüft werden. Ist das Ergebnis dort dann negativ, kann die Schule wieder besucht werden. Die Bescheinigung über das negative Testergebnis muss der Schule vorgelegt werden.

Ist das Ergebnis jedoch auch dort positiv, muss die Schülerin oder der Schüler unverzüglich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Ein positiver PoC-Antigentest kann mit einem PCR-Test verifiziert werden. Hierzu muss nach Terminvereinbarung ein zweiter (kostenloser) Abstrich in einem Testzentrum durchgeführt werden. Bei einem negativen PCR-Ergebnis kann die Quarantäne beendet werden.

Ein positives Testergebnis wird durch die Teststelle an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Parallel dazu müssen die Eltern die Schulleitung informieren. Die Schulleitung ist ebenfalls verpflichtet, die positiv getestete Person an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Selbstverständlich spiele der Datenschutz eine wichtige Rolle und eine Weitergabe von Daten an die Schulleitung bei positiven Tests sei nur zum Zweck des Infektionsschutzes und zur Meldung an das zuständige Gesundheitsamt (nach Bestätigung durch PoC- und/oder PCR-Test) vorgesehen, so die ADD.

Muss die ganze Klasse in Quarantäne, wenn es einen positiven Fall gibt?

Nein. Das Infektionsrisiko während der Testdurchführung stuft die Landesregierung als gering ein. Das Testkonzept sei mit Experten der Mainzer Unimedizin erarbeitet worden. Es beinhalte klare Hygieneregeln für die Anwendung der Selbsttests, etwa die, dass die Tests nur in gut belüfteten Räumen mit ausreichend Abstand vorgenommen werden sollen. Bei einem positiven Fall wird jedoch verstärkt getestet. Das Gesundheitsamt kann auch strengere Maßnahmen anordnen (siehe erste Frage).

Warum sollen die Tests in der Schule und nicht zuhause stattfinden?

Die Gründe für eine Selbsttestung in der Schule überwiegen denen, Tests zuhause stattfinden zu lassen, so die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nannte drei: Den Kindern und Jugendlichen könne so am besten vermittelt werden, wie dieser Test richtig vorzunehmen sei. "Zum anderen ist es uns wichtig, einen Überblick zu erhalten, wie hoch die Teilnahmequote ist." Und schließlich werde so sichergestellt, dass positive Fälle auch gemeldet würden.

Die ADD ergänzt, dass nicht in jedem Fall sichergestellt sei, dass Kinder zuhause eine entsprechende Anleitung durch die Eltern erhalten. Zudem würden die Testkits in größeren Chargen geliefert und seien nicht einzeln verpackt. Andere Testkits seien zurzeit auf dem Markt in solch großen Mengen nicht verfügbar.

Die Lehrerverbände kritisieren indes den zeitlichen und organisatorischen Aufwand für die Lehrkräfte. Sie lehnen es zudem ab, dass die Verantwortung für die Testungen den Lehrerinnen und Lehrern aufgebürdet wird.

Welche Tests werden angewandt?

Zum Einsatz kommen die sogenannten Nasenbohrertests. Diese sind zur Eigenanwendung durch Laien zum Nachweis von SARS-CoV-2 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen. 

Wie funktioniert der Test?

Das Teststäbchen muss circa zwei Zentimeter tief nacheinander in jedes Nasenloch eingeführt, an der Nasenschleimhaut entlang hin- und herbewegt und dann in das Probenröhrchen mit Testflüssigkeit eingeführt werden. Anschließend wird die vorgegebene Menge der Lösung auf den Teststreifen gegeben. Nach etwa 15 bis 20 Minuten wird das Ergebnis des Tests selbst abgelesen. Je nach Hersteller können sich die einzelnen Testschritte leicht unterscheiden. Welcher Test an der konkreten Schule zum Einsatz kommt, erfahren Schüler und Eltern von der Schule. Den Testkits liegen genaue Angaben zur Anwendung bei.

Können das auch jüngere Schüler?

Ja, sagt das Bildungsministerium. Diese sogenannten Nasenbohrertests seien mit ein wenig Übung einfach anwendbar. Der Selbsttest soll mit den Schülerinnen und Schülern altersangemessen ausführlich eingeübt werden. 

Wo und wie läuft der Test ab?

Der Raum, in dem die Selbsttestung durchgeführt wird, muss ausreichend groß und gut zu belüften sein. Den genauen Ort bestimmen die Schulen. In der Regel finden die Tests im Klassenzimmer statt.

Vor dem Testen werden Hände gewaschen und desinfiziert. Die Schüler müssen den Test selbst durchführen. Die Lehrkräfte stehen dabei nur unterstützend zur Seite - auch bei jüngeren Schülern gilt: Das Einführen des Tupfers in die Nase muss stets durch die Schülerin oder den Schüler selbst erfolgen.

Die ADD stellte hier gegenüber dem SWR noch einmal klar: "Lehrkräfte führen keine Testungen durch. Sie leiten lediglich auf Grundlage der Informationsmaterialien an und führen die Aufsicht."

Viele Kinder haben Angst vor dem Test oder Angst, positiv zu sein. Wie werden sie vorbereitet?

Hier stellt die ADD klar: "Eine Infektion mit dem Coronavirus ist - genauso wie andere Krankheiten - kein Stigma und kann jeden treffen." Das Testkonzept des Landes für Schulen, das unter Mitwirkung der Experten der Unimedizin entstanden ist, sehe daher vor, die Schülerinnen und Schüler auf die Selbsttestungen in geeigneter Form pädagogisch vorzubereiten. Dazu gehöre auch die Information, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 jeden und jede treffen könne.

Im Konzept heißt es: "Dabei sollten auch mögliche Ängste in Bezug auf eine Erkrankung mit COVID-19 oder die Weitergabe der Infektion an Familienmitglieder mit aufgegriffen werden." Zur Vorbereitung gehöre auch die Kommunikation über den Umgang mit positiv getesteten Schülerinnen und Schülern. Es müsse klar sein, dass von einer positiv getesteten Person keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr für die restliche Lerngruppe ausgehe.

Sind die Tests kostenlos?

Ja, die Kosten für Tests an den Schulen trägt das Land Rheinland-Pfalz.

Warum wird an den Schulen getestet?

Die Corona-Selbsttest an den Schulen sind Teil der Teststrategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Infektionen ohne Krankheitssymptome sollen so frühzeitig erkannt und Infektionsketten unterbrochen werden. Sie ergänzen die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln und sollen das Infektionsrisiko an den Schulen weiter minimieren.

Wie sicher sind die Tests? Müssen die Hygienemaßnahmen wie Abstand und Lüften trotzdem weiter eingehalten werden?

Ja. Jedes Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme. Die Tests können einen zusätzlichen Schutz und eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. Sie geben aber keine hundertprozentige Sicherheit. Deshalb, so das Bildungsministerium, sei es wichtig, dass die Hygiene- und Infektionsschutzregeln weiterhin eingehalten werden.

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