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Seit Montag gibt es wegen der Corona-Krise nur noch eine Notbetreuung in rheinland-pfälzischen Schulen und Kitas. Was bedeutet das konkret? Fragen und Antworten:

1. Wie lange gilt die Schließung und was kommt danach?

Wegen des Coronavirus bleiben in Rheinland-Pfalz grundsätzlich alle Schulen und Kindergärten mindestens bis zum 19. April geschlossen. Auf die Frage, wie es danach weitergeht, antwortete Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD): "Was nach den Osterferien passiert, kann im Moment niemand sagen."

2. Wo findet die Notbetreuung statt?

In allen Schulen des Landes. Dies gilt nicht für die Schulen, die bereits aus Infektionsschutzgründen vom Gesundheitsamt geschlossen wurden. Auch alle Kindertagesstätten sind grundsätzlich für eine Notbetreuung offen zu halten.

3. Wer kann die Notbetreuung nutzen?

Die Notbetreuung richtet sich vor allem an Menschen, deren Arbeit zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und der Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind. Also zum Beispiel: Angehörige von Gesundheits- und Pflegeberufen, Polizei, Justiz und Justizvollzugsanstalten, Feuerwehr, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Angestellte von Energie- und Wasserversorgung. Außerdem berufstätige Alleinerziehende, die keine andere Betreuungslösung haben. Die Liste sei nicht abschließend und soll je nach der weiteren Entwicklung angepasst werden, erklärte Ministerin Hubig.

4. Wer ist nicht von den Schließungen betroffen?

Nicht betroffen sind Schüler der Fachoberschulen hinsichtlich ihres Betriebspraktikums. Von der Schulschließung ausgenommen sind zudem einige Förderschulen, deren Betrieb für die Betreuung und Versorgung besonders beeinträchtigter Kinder und Jugendliche unverzichtbar ist. Eltern benötigten hier mehr Zeit, um eine Betreuung zu Hause zu organisieren, hieß es. Sollten Eltern die Versorgung geregelt haben, könnten sie ihre Kinder selbstverständlich zuhause behalten.

5. Was machen die Schüler in der Notbetreuung und zu Hause?

Schüler in der Notfallbetreuung sollen ein "an die Situation angepasstes pädagogisches Angebot" bekommen. Schüler, die zu Hause bleiben, erhalten von ihrer Schule Lern- und Unterrichtsmaterialien. Diese kann es analog geben (Schulbücher, Arbeitsblätter) und sie können an vereinbarten Übergabepunkten verteilt werden. Auch digitale Angebote sollen möglich sein. Ministerin Hubig sagte dem SWR:

6. Was gilt für die Lehrer?

Lehrer treten den Dienst an ihrer Schule an. Die Schulen sind auch ab Montag weiterhin erreichbar. Personen, die ein erhöhtes Risiko (z.B. Personen mit Vorerkrankungen, mit unterdrücktem Immunsystem, mit akuten Infekten, Ältere) für einen schweren Verlauf einer COVID-19 Infektion haben, und Schwangere sollen während der Schulschließung nicht in der Schule arbeiten, sondern in Abstimmung mit der Schulleitung andere Aufgaben von zuhause aus übernehmen.

7. Was ist mit den Schulbussen?

Die Schülerbeförderung soll weitgehend regulär stattfinden, damit Schüler, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen, zur Schule kommen können. Regional könne es dennoch zu Ausfällen kommen, so Ministerin Hubig. Auch, weil Fahrer sich krankgemeldet hätten. Hubig sagte zu dem Thema:

9. Was wird mit den Abitur-Prüfungen?

Abiturprüfungen und sonstige Abschlussprüfungen werden in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern grundsätzlich wie geplant durchgeführt. Insbesondere die Prüfungen für das mündliche Abitur können planmäßig ab dem 16. März stattfinden. Schulen, die diesen Termin aus organisatorischen Gründen nicht halten können, können die Prüfungen verschieben.

8. Warum soll es in jeder Kita eine Notversorgung geben und nicht nur in einzelnen Einrichtungen?

Die vertraute Umgebung der Kindertagesstätte und die vertrauten Betreuungspersonen seien für die Kinder gerade in diesen Zeiten wichtig, hieß es. Außerdem soll damit sichergestellt werden, dass es nur wenige Kinder in jeder Notgruppe gebe, um das Infektionsrisiko zu verringern.

10. Wie ist es um den Infektionsschutz in den Schulen bestellt?

Die Schulen haben nach Angaben des Landes genaue Hinweise erhalten, welche Vorkehrungen zum Infektionsschutz in der Notbetreuung zu treffen sind. Dies sind unter anderem Vorgaben zur täglichen Reinigung und Desinfektion der Räume, Zugangskontrollen, maximale Gruppengrößen sowie versetzte Pausen.

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