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Die Umfrage unter Radfahrern und Radfahrerinnen in Rheinland-Pfalz lässt keinen Zweifel: Es läuft nicht wirklich mit dem Radverkehr im Land. Landau ist allerdings eine Ausnahme.

Fehlende oder zugeparkte Radwege, Baustellen, lange Rotphasen an der Ampel - es gibt viele Hindernisse, die die Freude am Radfahren verderben können. Wie fahrradfreundlich - oder unfreundlich - die deutschen Städte sind, prüft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) alle zwei Jahre mit einer großen, deutschlandweiten Befragung von Radfahrern. Klar ist: In Rheinland-Pfalz ist viel Luft nach oben, die Durchschnittsnote für das Land liegt bei 4,1.

Diese Noten haben die Städte in Rheinland-Pfalz bekommen

Landau punktet in Sachen Fahrrad als "Aufholer"

Unter den Siegern sind alte Bekannte zu finden: Karlsruhe, Münster und Göttingen landen - wie auch 2018 - wieder ganz oben. In Rheinland-Pfalz fehlen Vorzeige-Fahrradstädte. Landau hat es diesmal trotzdem auf die Liste der 25 bundesweiten Gewinner geschafft. Die Pfälzer holen bei den Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 50.000 als "Aufholer" den ersten Platz. In dieser Kategorie geht es nicht um Bestnoten, sondern um die beste Entwicklung. Die Stadt Landau konnte ihre Note im Vergleich zum letzten Test deutlich optimieren - von 4,2 auf 3,6. Eine gute Note ist 3,6 natürlich trotzdem nicht.

Den ersten Platz in der Gesamtwertung belegt in Rheinland-Pfalz nach wie vor Ingelheim, obwohl sich die Stadt als einzige im Land im Vergleich zu 2018 deutlich verschlechterte und von einer 2,7 auf eine 3,1 abrutschte. Auf Platz 2 und 3 folgen Bad Neuenahr-Ahrweiler (3,5), Stadecken Elsheim (3,6) im Landkreis Mainz Bingen und danach erst Landau auf Platz 4.

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Bei den Umfrageergebnissen werden die Städte in verschiedene Größenkategorien eingeteilt: Als beste größere Stadt ab einer Einwohnerzahl von 50.000 Menschen schnitt Speyer (3,8) ab. Die Landeshauptstadt Mainz schaffte nur die Note 4, was auch dem sehr mäßigen rheinland-pfälzischen Durchschnitt (4,1) entspricht. Bewertet wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt 27 Städte.

Koblenz und Neuwied - Verlierer des Fahrradtests

Von den rheinland-pfälzischen Großstädten belegt Koblenz den letzten Rang (4,7). Damit zählt die Stadt auch bundesweit zu den Verlierern. Nur Bergisch-Gladbach und Hagen (beide Nordrhein-Westfalen) wurden noch schlechter bewertet. Neuwied (4,7) landete bei den Mittelstädten im Deutschlandvergleich auf Platz 109 von 110. Bei den Kleinstädten schnitt Lahnstein mit 4,8 sogar noch schlechter ab und belegt bundesweit ebenfalls den vorletzten Platz - also Position 417.

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Mainz, Ludwigshafen, Koblenz - das ärgert die Radfahrerinnen

So kann Mainz unter anderem mit öffentlich verfügbaren Fahrrädern und der Möglichkeit für Radler punkten, Einbahnstraßen in entgegengesetzte Richtungen zu befahren. Hindernisse auf Radwegen sind nach Ansicht der Befragten hingegen ein großes Ärgernis in der Landeshauptstadt. In Ludwigshafen ärgern sich die Menschen vor allem darüber, dass Falschparker auf Radwegen zu wenig kontrolliert würden.

Koblenz bekam seine persönliche Bestnote für die Alterstruktur - das Rad werde sowohl von Jüngeren als auch von Älteren genutzt. In Speyer ist laut Testergebnis zügiges Radfahren gut möglich, Fahrraddiebstahl hingegen ein Problem. Und Landau verdankt seine Ehrung als "Aufholer" nicht zuletzt der Tatsache, dass dort die Einwohner landesweit am ehesten der Meinung waren, in jüngster Zeit sei besonders viel für den Radverkehr getan worden.

Kritik vom ADFC: Viele Deutsche fühlen sich auf dem Rad unsicher

Die Corona-Pandemie habe die vorhandenen Defizite auf deutschen Radwegen sogar noch einmal hervorgehoben, sagt die ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters: "Seit Corona ist überdeutlich geworden: Die Menschen in Deutschland wollen mehr Radfahren - und zwar auf guten, breiten Radwegen. Häufige Alltagserfahrung ist aber immer noch: Radwege sind zu schmal, zugeparkt oder durch Baustellen unterbrochen." Deutschlandweit fühlten sich mehr als zwei Drittel aller Befragten beim Radfahren nicht sicher. Und die Note für Gesamtdeutschland ist mit 3,9 auch nur geringfügig besser als die 4,1 für Rheinland-Pfalz.

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Rheinland-Pfalz legt Entwicklungsplan für den Radverkehr auf

Dass in Sachen Radverkehr noch viel Luft nach oben ist, hat auch die rheinland-pfälzische Landesregierung inzwischen erkannt. In den kommenden Jahren soll dem Radverkehr zu größerer Popularität verholfen werden. Den entsprechenden "Radverkehrs-Entwicklungsplan 2030" veröffentlichte das Verkehrsministerium kürzlich. Das erklärte Ziel des Verkehrsministeriums unter Volker Wissing (FDP): den Anteil der Radler am Verkehr von aktuell acht auf 15 Prozent steigern. Zudem soll Rheinland-Pfalz laut Entwicklungsplan zum "attraktivsten Radreiseland Deutschlands" werden. Auf den Weg gebracht hat das Verkehrsministerium bereits die Teilnahme am Sonderprogramm des Bundes "Stadt und Land". Darüber fließen 33 Millionen Euro bis 2023 ins Land. Das Geld soll für den Bau von Radwegen, Fahrradzonen und Radparkhäusern verwendet werden.

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