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Das Ordnungsamt kläre derzeit, wer als Veranstalter für die Hochzeit verantwortlich war, bei der sich über 30 Menschen mit Corona infiziert hatten. Das teilte ein Sprecher der Stadt Mainz mit. Es drohen hohe Bußgelder.

Infrage kämen der Vermieter der Halle oder die Familie des feiernden Brautpaares, so der Sprecher weiter. Vermutet wird, dass bei der Feier Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. Nach Angaben des Wiesbadener Gesundheitsamtes droht den Verantwortlichen wegen der Nichteinhaltung zugesicherter Vorkehrungen eine Strafe von bis zu 2.500 Euro.

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Noch mehr Menschen infiziert?

Nach aktuellem Stand haben sich 32 Gäste der Hochzeitsfeier mit dem Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsamt Wiesbaden mitteilte. Zwei davon kämen aus dem Raum Mainz. Etwa 90 der rund 100 Gäste und auch das Brautpaar kommen aus Wiesbaden. Das Problem sei, dass es sich um einen Kulturkreis mit Großfamilien und vielen Kindern handele, so die Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamts, Kaschlin Butt am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Da seien viele Leute im Nachhinein betroffen. Deswegen gehe man nicht davon aus, dass es bei 32 Infizierten bleiben werde.

Die Feier fand bereits am 15. August in einem privaten Veranstaltungscenter in Mainz-Mombach statt. Die Gästezahl ist laut aktueller Corona-Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz nicht erlaubt. "Veranstaltungen nicht gewerblicher Art mit zuvor eindeutig festgelegtem Teilnehmerkreis, wie beispielsweise Hochzeitsveranstaltungen ... sind mit bis zu 75 gleichzeitig anwesenden Personen ... zulässig", heißt es darin.

Hochzeitsgäste verweigern Zusammenarbeit

Nach Angaben des Gesundheitsamts Wiesbaden hätten einige Hochzeitsgäste die Ermittlungen der Kontaktpersonen behindert. So sei die Gästeliste dem zuständigen Mainzer Gesundheitsamt erst später und zudem unvollständig zugänglich gemacht worden, wodurch die Ausbreitung des Virus zunächst nicht gestoppt werden konnte. Erst jetzt, zehn Tage später, hätten alle Namen und Adressen recherchiert werden können. Das Wiesbadener Amt berichtete dem Hessischen Rundfunk außerdem von Angaben falscher Telefonnummern, dem Auflegen bei Anrufen der Behörde oder auch von Verstößen gegen bereits verhängte Quarantäne-Anordnungen. 

Seit der Feier seien die Gäste ihrer normalen Alltagsbeschäftigung in Schulen, Arbeitsstätten und mit Kontakt zu weiteren Freunden und Familienmitgliedern nachgegangen, hieß es weiter. Deshalb seien nun Schulklassen und beispielsweise auch etliche Arbeitskollegen Betroffener in Quarantäne und warteten auf ihr Testergebnis. Auch einige Teilschließungen von Wiesbadener Schulen hingen mit der Hochzeitsfeier zusammen.

Wiesbaden verschärft Corona-Richtlinien

Unter anderem aufgrund dieser Hochzeit und einer anderen privaten Feier steigen die Infektionszahlen in Wiesbaden an. Die Stadt hatte am Mittwoch deswegen weiter ihre Corona-Regeln verschärft. Unter anderem gelte ab dem heutigen Freitag ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Menschen mit zunehmendem Alkoholkonsum unvorsichtiger würden, und beispielsweise bei Feiern keinen ausreichenden Abstand mehr einhielten, so die Stadtverwaltung.

Außerdem gelte ab heute zusätzlich eine Maskenpflicht nicht nur in den städtischen Bussen, sondern auch an den Haltestellen. Bereits seit Dienstag gilt in Wiesbaden ein Verbot für Treffen von mehr als 50 Personen. Die Corona-Ampel stehe in Wiesbaden auf Rot, so Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Man wolle aber alles daransetzen, einen kompletten Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden.

Drastische Maßnahmen bei Quarantäne-Verweigerern

Dazu zählten auch drastischere Maßnahmen bei Quarantäne-Verweigerungen, wie die Wiesbadener Gesundheitsamtsleiterin Kaschlin Butt mitteilte. Menschen, die sich nicht an die Quarantäne hielten, könnten dazu gezwungen werden. "Nur weil es einen selbst nicht schwer trifft, kann es nicht sein, dass man weitere Personen ansteckt, die schwer erkranken und versterben können", sagte Butt.

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