Bild des Liveblogs zu Corona in Rheinland-Pfalz mit Abbildung von Covid-19-Viren

Corona-Krise und ihre Folgen

Block zum Nachlesen (Freitag, 8. April)

Stand

Das Coronavirus verändert das Leben im Land. Hier die Entwicklungen bis zum 10. April.

BioNTech soll sich "pandemiebereit" halten
19:15 Uhr

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech wird mit der Bundesregierung einen Vertrag zur sogenannten "Pandemiebereitschaft" abschließen. Wie das Unternehmen mitteilt, erhält es damit den Auftrag, für Deutschland auch in künftigen Notfallsituationen und Pandemien entsprechende mRNA-basierte Impfstoffe herzustellen und zu liefern. Diese Rahmenvereinbarung mache eine Vorgabe von mindestens 80 Millionen Impfdosen pro Jahr und solle zunächst für fünf Jahre gelten. BioNTech ist eines von mehreren Unternehmen, mit denen die Bundesregierung eine solche Vereinbarung schließen will.

Tausende Ungeimpfte im Gesundheitswesen in RLP
19:00 Uhr

In Rheinland-Pfalz sind einer Umfrage der Zeitung "Die Welt" zufolge mehr als 7.500 Mitarbeitende im Gesundheitswesen nicht geimpft. Den Betroffenen drohen Konsequenzen, denn seit Mitte März gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Die Gesundheitsämter etwa in der Region Rheinhessen/Nahe haben angekündigt, etwa 1.500 als ungeimpft gemeldete Beschäftigte zu überprüfen. Auch in der Region Koblenz wird geprüft.

LUA meldet fast 9.000 Neuinfektionen
16:00 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Rheinland-Pfalz sinkt weiter langsam, aber stetig. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) meldet am Freitag eine landesweite Inzidenz von 1.268 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern. Am Vortag lag sie bei 1.288,8, vor einer Woche bei 1.620,3. Am höchsten ist sie aktuell in Pirmasens mit 2.100,8. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt laut LUA 8,39 (Vortag: 7,81) und liegt damit über dem Niveau der Vorwoche mit 8,37. 8.845 neue laborbestätigte Infektionsfälle meldet das Amt, neun weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

Dreyer bedauert Scheitern der allgemeinen Impfpflicht
14:00 Uhr

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht im Bundestag bedauert. Es sei sehr schade, dass es keine Mehrheit gegeben habe, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Mainz. "Ich bin immer davon ausgegangen, dass es uns helfen würde, wenn wir wenigstens in der Gruppe der etwas Älteren die Sicherheit hätten, dass die Impfquote weiter steigt." Aber es gehöre zur Demokratie, dass auch mal keine Mehrheit zustande komme. Die demokratischen Parteien im Bundestag müssten nun überlegen, ob sich ein neuer Anlauf lohne, sagte Dreyer.

Impfzentrum Worms schließt nach 22. April
10:30 Uhr

Das Wormser Impfzentrum schließt in der Woche nach Ostern. Das hat der Leiter des Impfzentrums, Dieter Hermann, gesagt. Als Grund nannte er die geringe Nachfrage nach Impfungen. Es gebe etwa 200 Impfungen pro Woche, das habe man vorher an einem halben Tag gehabt. Am 22. April werde deshalb das letzte Mal geimpft.

Mediziner befürchten Zuspitzung der Pandemie im Herbst
4:45 Uhr

Nach dem Scheitern einer allgemeinen Corona-Impfpflicht gehen Mediziner davon aus, dass sich die Pandemie im Herbst wieder zuspitzen wird. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Fakt ist, dass wir im Herbst wieder mit steigenden Infektionszahlen rechnen müssen. Darauf muss sich die Politik bereits heute vorbereiten, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden." Der Generalsekretär der Deutschen Immunologischen Gesellschaft, Carsten Watzl, äußerte mit Blick auf das Veto des Bundestages gegen eine Impfpflicht: "Das Schlimmste was passieren konnte, war gar keine Einigung." Und der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der Zeitung: "Deutschland wird schlecht aufgestellt sein für den nächsten Herbst." Wenn sich nicht noch viele Menschen impfen ließen, "werden wir im nächsten Herbst und Winter wieder über Lockdown und Kontaktbegrenzungen reden und streiten", so Montgomery.

Inzidenz im Bund sinkt weiter - 334 neue Tote
4:00 Uhr

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Freitag bundesweit 175.263 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 77.267 Fälle weniger als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI auf 1.181,2 (Vortag: 1.251,3). Am vergangenen Freitag lag sie bei 1.586,4. 334 weitere Menschen starben innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus.

Ärztegewerkschaft fordert nach Scheitern von Impfpflicht neue Impfkampagne
2:45 Uhr

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Bundesregierung zu mehr Einsatz zur Erhöhung der Impfquote aufgefordert. Die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Wir erwarten, dass die Bundesregierung jetzt alle Anstrengungen unternimmt, eine echte Medienkampagne zu initiieren und damit gleichzeitig die Impfaufklärung und Beratung verstärkt." Johna reagierte damit auf das Ergebnis der Abstimmung im Bundestag über einen Gesetzentwurf für eine Corona-Impfpflicht ab 60 Jahren. Der Entwurf war von vielen Mitgliedern der Ampel-Koalition unterstützt worden, erhielt aber keine Mehrheit.

Bund beteiligt sich offenbar bis Jahresende an Kosten für Impfzentren
1:00 Uhr

Der Bund hat den Ländern beim Treffen am Donnerstag offenbar zugesagt, Impfzentren und mobile Impfteams bis Jahresende mitzufinanzieren. Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, die Finanzzusage gelte bis Jahresende mit einem Anteil von 50 Prozent. Begründet werde dies unter anderem mit der nötigen Impfung ukrainischer Kriegsflüchtlinge gegen Covid und Infektionskrankheiten wie Masern oder Röteln.

Kanzler Scholz bedauert Scheitern der Impfpflicht - kein erneuter Anlauf
0:30 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht eigenen Angaben zufolge nach dem Veto des Bundestages gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht keine Basis für einen erneuten Anlauf. Scholz sagte, er sei natürlich enttäuscht, dass es keine Mehrheit gegeben habe. Er sei auch unverändert überzeugt, dass die Pflicht richtig wäre. Die Aussage des Parlaments sei aber sehr klar gewesen. "Es gibt im Bundestag keine Gesetzgebungsmehrheit für eine Impfpflicht. Das ist die Realität, die wir jetzt als Ausgangspunkt für unser Handeln nehmen müssen", so Scholz. Man werde alles dafür tun, noch mehr Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Ziel sei eine bessere Impfquote, wenn der Herbst beginne.

Stand
Autor/in
SWR