Wohnungsbau und Immobnilienpreise (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Seeger)

Immobilien-Preisspiegel 2022

Verband erwartet Ende des Preisbooms bei Häusern in RLP

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Die Immobilienpreise in Rheinland-Pfalz sind auch in den vergangenen zwölf Monaten kräftig gestiegen. Doch jetzt ist laut Verband das Ende der Fahnenstange in Sicht.

Die aktuellen Zahlen kennzeichneten aller Voraussicht nach den Abschluss einer "hochdynamischen Phase am Immobilienmarkt", sagte der Vizechef des Immobilienverbands IVD West, Andreas Schnellting. "Die Kaufpreise für Einfamilien- und Reihenhäuser sowie für Eigentumswohnungen haben in den letzten Jahren ein Niveau erreicht, bei dem vorerst keine weiteren dramatischen Preissprünge mehr zu erwarten sind." Preisdämpfend wirkten sich auch die zuletzt gestiegenen Bauzinsen und die explodierenden Materialkosten am Bau aus.

Hauspreise zuletzt um bis zu 10 Prozent gestiegen

Von dieser Entwicklung war in den vergangenen zwölf Monaten jedoch noch nichts zu spüren. Laut dem neuen Immobilien-Preisspiegel des IVD legten die Kaufpreise für Einfamilienhäuser in Rheinland-Pfalz nochmal kräftig zu - und zwar um 5 bis 10 Prozent. Neben der gewohnten Dynamik in den größeren Städten wurden Eigenheime zuletzt auch in Teilen der Eifel, des Westerwalds und in der Westpfalz teurer. "Bemerkenswert ist die Entwicklung in einer preislich bisher eher stagnierenden Stadt wie Pirmasens", so Schnellting. Hier seien die Preise sogar um bis zu 20 Prozent gestiegen.

In Pirmasens hätten sich Eigenheime mit gutem Wohnwert von 240.000 auf 290.000 Euro binnen Jahresfrist verteuert. Für eine vergleichbare Immobilie müssten Käufer in Kaiserslautern 430.000 Euro, in Ludwigshafen 445.000 Euro, in Trier 600.000 Euro und in Koblenz und Mainz etwa 650.000 Euro bezahlen, erläuterte Schnellting.

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Auch Eigentumswohnungen teurer geworden

Nach Angaben des IVD verteuerten sich auch Neubau-Eigentumswohnungen - wenn auch in einem etwas geringeren Ausmaß. Die teuersten fanden sich erwartungsgemäß in der Landeshauptstadt. Dort würden in den besten Lagen pro Quadratmeter mehr als 7.000 Euro gefordert und bezahlt. Auf den weiteren Plätzen folgten Neustadt an der Weinstraße und Ingelheim (ca. 6.500 Euro) sowie Bingen (6.300 Euro). Die günstigste Neubauwohnung sei in den vergangenen Monaten in Bad Ems verkauft worden – und zwar für 1.000 Euro pro Quadratmeter (mittlerer Wohnwert).

Eine gewisse Entspannung zeichnete sich laut IVD schon vor Jahresfrist auf dem Mietmarkt ab. So seien die Mieten (Neubau, guter Wohnwert) in Mainz von 15,50 auf 16 Euro, in Trier von 11,70 auf 12 Euro und in Ludwigshafen von 10,80 auf 11,10 Euro gestiegen. In Kaiserslautern (9,70 Euro) und Koblenz (11 Euro) seien die Mieten in diesem Segment auf Vorjahresniveau verharrt. Auch in Städten wie Worms oder Landau sei die Dynamik zuletzt deutlich abgeflacht.

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