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Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten in Rheinland-Pfalz nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem Schulweg in Bus und Bahn. Für Schüler und Eltern oft eine Hürde.

Eltern sorgen sich bekanntlich um ihre Kinder - zu Corona-Zeiten mehr denn je. Viele Eltern wollen gerade den Jüngsten in dieser Zeit den Schulweg mit dem Öffentlichen Nahverkehr nicht zumuten. Doch wenn der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad nicht möglich ist, bleibt für viele nur noch das Auto.

Auch Schulen befeuern das indirekt. In einem Brief des Rabanus-Maurus-Gymnasiums in Mainz heißt es: "Die Verkehrsbetriebe erwarten Probleme beim Schülertransport wegen des Abstandsgebots. Daher bitten wir darum, soweit irgendwie möglich individuell zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule zu kommen und auf Busse zu verzichten. Wer auf Busse und Bahnen angewiesen ist, kann im Bedarfsfall auch eine spätere Verbindung nutzen und später in der Schule ankommen."

Abstandsgebot kann nicht gewahrt werden

Die Mainzer Mobilität bestätigt das. "Das Abstandsgebot kann nicht gewahrt werden", sagt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke. "Vor der Corona-Pandemie galt ein Bus als voll, wenn der Bus komplett gefüllt war, heute gilt er als voll, wenn er ein Viertel gefüllt ist. Wir haben direkt überlegt, wie wir das Problem angehen können und mit den Schulen gesprochen."

Eine Maßnahme: Die Anfangszeiten des Unterrichts entzerren, so dass nicht alle Schüler gleichzeitig in die Schule müssten. "Das hilft", sagt Theurer. Allerdings müsse man bedenken, dass noch nicht alle Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen würden. "Es ist schwer einzuschätzen, was da auf uns zu kommt. Wir haben zum Beispiel Extra-Busse für 3.000 Berufsschüler gestellt, doch es kam kaum einer."

Mutter bringt Kind zur Schule (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/APA/picturedesk.com)
Eine Mutter bringt ihr Kind persönlich zur Schule picture alliance/APA/picturedesk.com

Kritik vom Landeselternbeirat

Der Landeselternbeirat kritisiert den Verzicht auf den öffentlichen Nahverkehr: "Solchen Forderungen sollte der jeweilige Schulelternbeirat kein Benehmen erteilen, denn wir Eltern sind kein Taxiunternehmen", so Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher Rheinland-Pfalz (LEB).

Sogenannte Elterntaxis seien aus den verschiedensten Gründen abzulehnen und könnten nicht verlangt werden. Da, wo es möglich sei, sollten die Schüler selbstständig in die Schule gehen oder mit dem Fahrrad fahren, sagt Schladweiler. Sonst hätten Schulen in den nächsten Monaten wieder verstärkt mit Elterntaxis zu kämpfen - vor allem dann, wenn alle Schüler wieder stufenweise in der Schule angekommen sind.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

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