Blutuntersuchung (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Land soll weltweit führend werden

RP will 100 Millionen Euro in Biotechnologie investieren

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Rheinland-Pfalz soll weltweit führend in der Biotechnologie werden. Das Land investiert dafür mehr als 100 Millionen Euro - und installiert einen Koordinator.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) stellte das Investitionsprogramm am Freitag vor. Mindestens 100 Millionen Euro sollen demnach in den nächsten zehn Jahren investiert- und durch Bundes- und private Mittel verdoppelt werden. Weitere zehn Millionen Euro sollen als neue Schwerpunktinvestitionen in der aktuellen Legislaturperiode folgen. Das Geld wolle das Land zum Beispiel in die Forschung einbringen, so Dreyer. Die Biotechnologie und die Gesundheitsforschung hätten eine große Zukunft.

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Neuer Biotechnologie-Koordinator vorgestellt

Koordinieren soll die Aktivitäten im Bereich Biotechnologie der Mainzer Universitätspräsident Georg Krausch. Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) stellten den neuen Koordinator am Freitag vor. Krausch kenne die Forschungslandschaft in Rheinland-Pfalz "aus der Westentasche" und sei national und international sehr gut vernetzt, so Dreyer.

Der Physiker steht seit 2007 der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz vor und ist Vorsitzender des Universitätsverbunds German U15. Der Wissenschaftsmanager war von 2008 bis 2011 Vorsitzender der Wissenschaftsallianz Mainz.

Der Erfolg des Mainzer Unternehmens Biontech sei ein wunderbares Beispiel, "wie universitäre Grundlagenforschung in innovative Produkte überführt wird", sagte Krausch bei der Vorstellung.

Dafür brauche es Visionäre, mutige und durchsetzungsfähige Menschen. Der Weg vom Uni-Labor zum verkaufbaren Produkt sei aber lang und benötige auch Unterstützung von öffentlichem Geld und privatem Risikokapital.

"Gute visionäre Grundlagenforschung kostet eine Menge Zeit und eine Menge Geld."

Wissenschaftsstandort Mainz durch Biontech weltweit bekannt

Dank des überwältigenden Erfolges von Biontech sei der Biotechnologiestandort Mainz weltweit bekannt. "In den letzten zehn Jahren investierten wir hier in Mainz über 200 Millionen Euro für Forschung, Forschungsinfrastruktur und Forschungsbauten sowie die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen“, sagte Ministerpräsidentin Dreyer.

"In der Corona-Pandemie war Rheinland-Pfalz die Apotheke der Welt."

Biotechnologie werde die Zukunft bestimmen. Sie biete enorme Potentiale für unser Leben und lege die Grundlage für Medikamente, die älteren oder beeinträchtigten Menschen neue Hoffnung geben, so Dreyer weiter.

Dafür sei neben Biontech das Kooperationsprojet "curATime der beste Beleg“. Das Projekt ist ein Zusammenschluss des gemeinnützigen Mainzer Forschungsinstituts für Translationale Onkologie (TRON), der Universitätsmedizin Mainz und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) aus Kaiserslautern. Gemeinsam arbeiten sie zum Beispiel an der Entwicklung von Therapiemethoden für die Volkskrankheit AtheroThrombose. Eine Erkrankung der Blutgefäße mit schlimmen Folgen wie Thrombosen, Herzinfarkt oder Hirnschlag, die weltweit zu den meisten Todesfällen führt.

Immer mehr Beschäftigte am Forschungsstandort Mainz

Biotechnologie sei aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Der Biotechnologie-Report aus April 2021 zeige, wie dynamisch sich die Branche in Deutschland entwickle. "Das bedeutet auch: gute, qualifizierte Arbeitsplätze für unser Land". Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung in Mainz sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen: von 2.135 im 2017 auf über 3.000 Mitte 2020 - ein Plus von 800 Arbeitsplätzen in drei Jahren, allein in Mainz.

Wissenschaftsminister Clemens Hoch ergänzte, um den Biotechnologie-Standort auszubauen, würde die Vernetzung der Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen gestärkt werden. Auch sollen die Aktivitäten zur Ansiedelung von Biotechnologieunternehmen am Standort Mainz koordiniert werden.

Gesamte Region soll profitieren

"Dabei hat die Landesregierung natürlich die gesamte Region im Blick mit den wichtigen Leuchttürmen in diesem Bereich wie Schott und Boehringer Ingelheim. Das Exzellenzzentrum für Molekulare Biologie (IMB), das von der Boehringer Ingelheim Stiftung gefördert wird, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Wie vielschichtig das Zusammenspiel ist, zeigt auch das Unternehmen Schott. Als Spezialglashersteller spielt es bei der Produktion der Impffläschchen eine ganz zentrale Rolle bei der Corona-Bekämpfung“, sagte Hoch.

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