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Ministerpräsidentin Dreyer mahnt in der Corona-Krise zur Geduld. Die aktuell bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie müssten andauern. sagte sie nach einer Sitzung des Ministerrats.

"Wir müssen weiterhin alles daransetzen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen, um unsere Bevölkerung zu schützen. Es ist noch nicht die Zeit, schnelle Lockerungen in Aussicht zu stellen", teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) nach der Sitzung am Dienstag mit.

Professor Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsmedizin Mainz, nahm ebenfalls an der Sitzung teil und betonte den Ernst der Lage. Er wies nochmals darauf hin, dass die Entwicklung der Neuerkrankungen mindestens bis Mitte April abgewartet werden müsse, um tatsächlich von einem verlässlichen Trend bei der Abnahme der Krankheitszahlen sprechen zu können.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Corona muss weiter begrenzt werden

"Es ist wichtig, dass die Maßnahmen weiterhin konsequent umgesetzt werden", betonte Plachter. Dreyer appellierte in diesem Zusammenhang erneut an die Bürger, geduldig zu sein und die notwendigen Schutzmaßnahmen weiter mitzutragen. "Wir müssen die Geschwindigkeit der Ausbreitung von Corona begrenzen, damit wir alle Schwererkrankten behandeln können und nicht in eine Lage kommen, wie wir sie in Italien zu beklagen haben", so die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung blicke jedoch auch nach vorn und arbeite an einer Strategie, wie das öffentliche Leben wiederaufgenommen werden könne. Zu dieser Strategie zähle unter anderem, die Produktion von Schutzausrüstung zu erhöhen. Dafür sei die Regierung mit den Unternehmen in Rheinland-Pfalz im Gespräch. Vor allem einfache Mundschutze sollten schnell produziert werden.

Land will keine Mundschutz-Pflicht

Dreyer und Plachter sprachen sich allerdings gegen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Virus aus. Eine einfache Maske könne ein zusätzlicher Schutz vor allem für andere Menschen sein und wer sie nutzen wolle, solle sie auch kaufen können, sagte Dreyer. Die Schutzmasken seien aber nur eine zusätzliche Maßnahme zu den wichtigen Kontakt-, Abstands- und Hygieneregeln, betonten Dreyer und Plachter. "Wir dürfen nicht suggerieren, dass der einfache Maskenschutz die Lösung des Problems ist. Das wäre das absolut falsche Signal", sagte die Ministerpräsidentin. Allerdings hätten viele Menschen das Bedürfnis entwickelt, solche Schutzmasken zu tragen.

Testkapazitäten werden aufgestockt

Um eine Datengrundlage für die Maßnahmen zu schaffen und einen Überblick zu bekommen, wie sich das Virus weiter ausbreitet, werden aktuell bis zu 5.000 Corona-Tests am Tag gemacht. Diese Kapazitäten sollen noch weiter ausgebaut werden. "Derzeit werden die Untersuchungen im Institut für Tierseuchendiagnostik umgestellt, um möglichst bald Corona-Tests durchführen zu können", berichtet Umweltministerin Höfken.

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