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Mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus raten Experten zur Besonnenheit. Man müsse die Mutation ernst nehmen, die Gesellschaft sei aber besser geschützt.

Die Delta-Variante wird nach Ansicht des Mainzer Virologen Bodo Plachter über kurz oder lang hierzulande die vorherrschende Variante des Coronavirus werden. Plachter verweist auf Schätzungen des Robert Koch-Instituts, wonach es sich bei bis zu 50 Prozent der derzeit zirkulierenden Coronaviren um die Delta-Variante handeln könnte.

Keine Hinweise auf schwerere Erkrankungen durch Delta-Variante

Die Delta-Variante ist zwar nach Angaben von Plachter deutlich ansteckender als die bisher zirkulierende Alpha-Variante. "Es gibt bislang aber keine Hinweise darauf, dass Menschen schwerer erkranken nach Infektionen mit dieser Variante", so Plachter auf einer Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Gesundheitsminister Hoch (SPD). Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass die Delta-Variante für Kinder gefährlicher sei als die Alpha-Variante.

"Situation in der Schule entspannt sehen"

In Bezug auf den Schulbetrieb nach den Ferien sagte der Mainzer Virologe: "Wenn der Rest der Bevölkerung geschützt ist, können wir die Situation in der Schule entspannt sehen. Wir wissen, dass Kinder bis 12 Jahre ohne Vorerkrankungen so gut wie kein Gesundheitsrisiko haben. Von ihnen geht auch keine Gefahr für andere aus, wenn Eltern, Erzieher und Erzieherinnen sowie Lehrer und Lehrerinnen geimpft und damit vor schweren Krankheitsverläufen geschützt sind."

Plachter: "Es ist ganz wichtig, sich impfen zu lassen"

Im Kampf gegen die Delta-Variante ist es nach Ansicht von Plachter wichtig, sich impfen zu lassen. "Die Impfung hilft auch gegen diese Variante. Wer das Angebot bekommt, sollte diese Impfung auch wahrnehmen", so Plachters Appell.

Plachter verwies allerdings darauf, dass die Impfstoffe ihre Wirkung auch gegen die Mutation erst nach der Zweitimpfung voll entwickelten. Er rief dazu auf, die Zweitimpfung nicht ausfallen zu lassen.

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Der Hygieniker der Unimedizin in Mainz, Wolfgang Kohnen, sagte, er blicke "sehr optimistisch in die Zukunft." Dies liege zum einen an der Durchimpfungsrate, zum anderen an den Hygienemaßnahmen.

Heute gebe es ein niedrigeres kollektives Risiko durch den hohen Anteil der besonders Gefährdeten an der Impfung. "Der relativ hohe Anteil der Geimpften wirkt sich positiv auf die Anzahl der schweren Krankheitsverläufe aus. Die Inzidenz bleibt als Frühwarnsystem wichtig, aber wir werden sie künftig stärker in Relation zur Situation in den Krankenhäusern setzen müssen", so Kohnen.

Mit Blick auf die Zukunft sei die Anwendung der erlernten Hygienemaßnahmen weiterhin wichtig, um Lockdowns zu verhindern. Als Beispiel nahm er das Tragen von Masken. "Der Maske ist es egal, welche Mutation es ist. Die Maske reagiert auf die Größe des Virus und wird bei jeder Mutation funktionieren", so Kohnen.

"Impfungen Schlüssel zum Rückgewinn von Freiheiten"

Mit der Entwicklung der Impfkampagne zeige sich immer deutlicher, dass Impfungen der Schlüssel zum dauerhaften Rückgewinn von Freiheiten seien, so Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). Stand jetzt seien in Rheinland-Pfalz mehr als 2,1 Millionen Menschen erst- und rund 1,4 Millionen komplett geimpft.

Auch Hoch appellierte an alle Menschen in Rheinland-Pfalz, die sich bisher noch nicht für eine Impfung registriert haben: "Melden Sie sich an, lassen Sie sich impfen. Jede Impfung, die wir diesen Sommer setzen, hilft, sich selbst und andere zu schützen sowie wiedergewonnene Freiheiten auch im Herbst und Winter weiter leben zu können".

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